2. Bundesliga: Nürnberg verdrängt Düsseldorf von Platz zwei - Kiel Herbstmeister
Dank des Sieges im Top-Spiel zieht der Club an der Fortuna vorbei und belegt nun den direkten Aufstiegsrang zwei. Kiel ist Herbstmeister.

Am 17. Spieltag der 2. Bundesliga gab es einen Wechsel hinter Tabellenführer Holstein Kiel. Beim Aufstiegsduell zwischen der Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Nürnberg unterlag das Team von Friedhelm Funkel den Franken mit 0:2. Dadurch zieht der Altmeister an den Fortuna vorbei und belegt nun den direkten Aufstiegsrang zwei.

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Am Sonntag kam der FC St. Pauli beim Debüt des neuen Trainers Markus Kauczinski nicht über ein 2:2 gegen den MSV Duisburg hinaus. Sandhausen besiegte derweil Arminia Bielefeld mit 3:1, während der 1. FC Kaiserslautern einen Heimdreier gegen den FC Ingolstadt knapp verpasste (1:1).

Union Berlin kassierte derweil in Spiel eins nach der Entlassung von Trainer Jens Keller eine Heimniederlage. Die Eisernen verloren zuhause gegen Dynamo Dresden mit 0:1 und drohen nun den Anschluss an die Aufstiegsplätze zu verlieren. Derweil klettert der VfL Bochum durch einen 1:0-Sieg in Regensburg in der Tabelle nach oben, Greuther Fürth pirscht esich dank eines 1:0 über Heidenheim ans rettende Ufer heran.

Bereits am Freitag hatte Tabellenführer Kiel in Braunschweig nur 0:0 gespielt .Durch das Resulat des Montagsspiels reichte den Störchen das Remsi dennoch zur Herbstmeisterschaft. Während der SV Darmstadt in Aue unterlag und noch tiefer in die Krise schlitterte.

Fortuna Düsseldorf - 1.FC Nürnberg 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Werner (67.), 0:2 Margreitter (77.)

Fortuna Düsseldorf hat die große Chance auf die Herbstmeisterschaft in der 2. Bundesliga vergeben und unfreiwillig dem starken Aufsteiger Holstein Kiel zu diesem inoffiziellen Titel verholfen. Einen Tag nach dem 64. Geburtstag ihres Trainers Friedhelm Funkel unterlagen die Rheinländer im Spitzenspiel der 17. Runde 0:2 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg und fielen durch ihre zweite Heimniederlage in dieser Saison auf Platz drei zurück.

Tobias Werner (67.) per Volleyschuss und Georg Margreitter (77.) per Kopf schossen den Club auf Aufstiegsplatz zwei. Während die Gäste zum dritten Mal hintereinander gewinnen konnten, blieben die Rheinländer zum sechsten Mal in Folge in der Liga ohne einen Dreier.

Vor 22.248 Zuschauern suchten beide Mannschaften von Beginn an ihr Heil in der Offensive. Die erste gute Möglichkeit hatten die Gastgeber in der elften Minute durch Nico Gießelmann. Nach einer weiteren Chance durch Lukas Schmitz hatte in der 26. Minute Benito Raman für Fortuna die Führung auf dem Fuß.

Der Club blieb bei Kontern aber stets gefährlich, vor allem der schnelle Kameruner Edgar Salli stellte die Düsseldorfer Hintermannschaft das ein ums andere Mal vor Probleme. Klare Chancen konnten die Franken aber vor der Pause nicht verbuchen. Top-Torjäger Mikael Ishak konnte sich nicht in Szene setzen.

Nach dem Seitenwechsel agierte Nürnberg zielstrebiger und hätte durch Salli bereits in der 61. Minute zum Torerfolg kommen müssen. Kurz darauf traf FCN-Kapitän Hanno Behrens für die nun klar besseren Gäste nur den Pfosten, ehe Werner und Margreitter den sechsten Auswärtssieg der Nürnberger perfekt machten. In der 89. Minute scheiterte Düsseldorfs Emir Kujovic mit einem fragwürdigen Foulelfmeter an Club-Torhüter Fabian Bredlow.

FC St. Pauli - MSV Duisburg 2:2 (0:1)

Tore: 0:1 Wolze (32., Foulelfmeter), 1:1 Sobota (57.), 2:1 Lasse Sobiech (62., Foulelfmeter), 2:2 Iljutschenko (81.)

Rote Karte: Bouhaddouz (St. Pauli) wegen unsportlichen Verhaltens (68.)

Keine Wende am Millerntor: Auch unter dem neuen Trainer Markus Kauczinski hat der FC St. Pauli seine sportliche Talfahrt nicht gestoppt. Die Hamburger kamen vor eigenem Publikum über ein 2:2 (0:1)-Unentschieden gegen den MSV Duisburg nicht hinaus. Vor 29.546 Zuschauern verpassten die Hamburger den zweiten Heimsieg der laufenden Saison und den ersten "Dreier" seit dem 1. Oktober.

Die spielerisch eher mäßige und von vielen Unterbrechungen gekennzeichnete Partie wurde von zwei umstrittenen Foulelfmetern geprägt. In der 32. Minute verwandelte Kevin Wolze zur MSV-Führung, eine halbe Stunde später traf Lasse Sobiech ebenfalls vom Punkt zum 2:1. Das 1:1 gelang Waldemar Sobota mit einem Schuss von der Torraumlinie (57.), für den Endstand sorgte Stanislaw Iljutschenko per Kopf (81.).

Die Hanseaten verdienten sich das Remis durch eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Die Hausherren gerieten aber in Unterzahl, nachdem St. Paulis Torjäger Aziz Bouhaddouz in der 68. Minute wegen unsportlichen Verhaltens die Rote Karte sah. Duisburg wartet nun schon seit 15 Jahren auf einen Sieg gegen St. Pauli.

1. FC Kaiserslautern - FC Ingolstadt 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Andersson (7.), 1:1 Lezcano (79.)

Gelb-Rote Karte: Benjamin Kessel (Kaiserslautern) wegen wiederholten Foulspiels (67.)

Kaum noch Hoffnung für die Roten Teufel: Der viermalige deutsche Meister 1. FC Kaiserslautern steht schon nach der Hälfte der Saison mit eineinhalb Beinen in die 3. Liga. Durch das 1:1 (1:0) gegen Bundesliga-Absteiger FC Ingolstadt hat das Schlusslicht sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Der Schwede Sebastian Andersson traf beim Hinrunden-Abschluss für den FCK (7.), Dario Lezcano war für Ingolstadt erfolgreich (79.). Der Lauterer Benjamin Kessel flog vom Platz (67.).

Vor lediglich 16.074 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion stand der Kampf auf dem schwer bespielbaren Platz im Vordergrund. Aufgrund des starken Schneefalls rund um den Betzenberg wurde die Partie mit einer Viertelstunde Verspätung angepfiffen.

Die Anfangsphase gehörte eigentlich den Gästen, Kapitän Marvin Matip hatte schon in der 4. Minute per Kopf nach einer Ecke die Möglichkeit zur Führung. Dennoch traf der FCK, Andersson war per Kopf erfolgreich. Im Grunde spielte der klar überlegene FCI in der gesamten ersten Hälfte auf ein Tor. Die Pfälzer verteidigten mit allen Mann in der eigenen Hälfte und hatten bei einigen brenzligen Situationen viel Glück. Zudem hielt Torwart Marius Müller gut.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielverlauf. Die Lauterer fanden in der Offensive nicht statt, ein Befreiungsschlag folgte dem nächsten. Der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit zu sein - auch wenn die FCK-Profis aufopferungsvoll kämpften.

Die Gelb-Rote Karte für Kessel wegen wiederholten Foulspiels war eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck (Freiburg), wenig später erzielte Lezcano den Ausgleich.

SV Sandhausen - Arminia Bielefeld 3:1 (1:0)

Tore: 1:0 Höler (45.+1), 1:1 Voglsammer (55.), 2:1 Sukuta-Pasu (59.), 3:1 Derstroff (88.)

Arminia Bielefeld hat den Anschluss an die drei Spitzenklubs vorerst verpasst. Beim SV Sandhausen unterlagen die Ostwestfalen auf schneebedecktem Rasen durch die Gegentreffer von Lucas Höler (45.+1), Richard Sukuta-Pasu (59.) und Julian Derstroff (88.) mit 1:3 (0:1). Den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Gäste erzielte Andreas Voglsammer (55.).

Mit 25 Punkten hat die Arminia nun vier Zähler Rückstand auf Rang drei. Der Abstand könnte sich allerdings noch vergrößern, da der drittplatzierte 1. FC Nürnberg (29) zum Abschluss der Hinrunde am Montag (20.30 Uhr/Sky) auf die zweitplatzierte Düsseldorfer Fortuna (31) trifft.

Mit Fußball hatte das Geschehen im Stadion am Hardtwald über weite Strecken wenig zu tun. Gute Gelegenheiten ergaben sich angesichts der Platzverhältnisse zunächst nur durch Zufall - oder bei Standards. Folgerichtig fiel der Führungstreffer für Sandhausen durch den sträflich unbeobachteten Höler nach einem Eckball.

Erst in der zweiten Halbzeit führten bei kleiner werdender Schneedecke auch simple Spielzüge zum Erfolg. Der Ausgleich durch Voglsammer sowie der zweite und dritte Treffer für Sandhausen durch Sakuta-Pasu bzw. Dersgtroff fielen eher im Kick-and-rush-Stil aus dem Spiel heraus.

1. FC Union Berlin - Dynamo Dresden 0:1 (0:0)

Tor : 0:1 Lambertz (71.)

Union Berlin hat im ersten Spiel nach der überraschenden Entlassung von Trainer Jens Keller seine Negativserie in der 2. Bundesliga fortgesetzt. Beim Comeback von Andre Hofschneider auf der Bank der Eisernen unterlagen die Köpenicker 0:1 (0:0) im Ostderby gegen Dynamo Dresden. Beim Wiedersehen mit seinem ehemaligen Chef Uwe Neuhaus auf der Dresdner Bank zeichnete Hofschneider zudem für die erste Heimniederlage der Berliner in dieser Saison verantwortlich.

Andreas Lambertz machte in der 71. Minute den vierten Auswärtssieg der Gäste perfekt, die nach ihrem dritten Sieg in Folge am letzten Spieltag der Hinrunde auf Platz sieben vorrückten. Der Torschütze war für den gesperrten Kapitän  Marco Hartmann wieder in die Startelf gerückt.

Vor 22.012 Zuschauern in der ausverkauften Alten Försterei taten sich die Gastgeber von Beginn an gegen die gut organisierte Abwehr der Sachsen schwer. Berlin stand nach zuvor neun Gegentoren in den vorangegangenen drei Spielen zwar zunächst in der Defensive auch sicherer als zuletzt, aber Dynamo war stets gefährlich.

Nach der Pause hatte dann Unions Topscorer Sebastian Polter in der 54. Minute per Kopf die große Chance zur Führung für die Gastgeber, danach kam aber nicht mehr viel von Union. Lambertz war dann nach einer missglückten Abwehraktion von Felix Kroos zur Stelle. Anschließend ließ Dresden nichts mehr anbrennen und hätte durch Lucas Röser (82.) noch erhöhen können.

Jahn Regensburg - VfL Bochum 0:1 (0:1)

Tore: 0:1 Kruse (7.)

Der VfL Bochum befindet sich in der 2. Bundesliga weiter auf dem Vormarsch. Die Westfalen gewannen bei Jahn Regensburg mit 1:0 (1:0) und schoben sich an den Oberpfälzern in der Tabelle vorbei auf Platz acht. Der Australier Robbie Kruse (7.) erzielte vor 7285 Zuschauern das Tor des Tages.

Für die Regensburger ging eine Erfolgsserie von vier Siegen in den letzten fünf Spielen zu Ende. Bochum feierte nach fünf Partien in fremden Stadien ohne Dreier wieder einen Auswärtssieg.

Bochums Lukas Hinterseer (25.) hatte die große Chance zum 2:0 auf dem Fuß, vergab aber. Die Gastgeber hatten zwar mehr Ballbesitz, aber die Bochumer waren effektiver und zielstrebiger. 

Häufig agierte der SSV Jahn zu umständlich und zu langsam, um die Abwehr des VfL in Gefahr zu bringen. Der Ex-Bundesligist aus Bochum nutzte geschickt die sich bietenden Räume für seine Konter.

Greuther Fürth - 1. FC Heidenheim 1:0 (1:0)

Tore: 1:0 Magyar (28.)

Die SpVgg Greuther Fürth hat zum Abschluss der Hinrunde den Anschluss an das Tabellenmittelfeld der 2. Bundesliga wiederhergestellt. Die Mannschaft von Trainer Damir Buric gewann das Kellerduell gegen den 1. FC Heidenheim 1:0 (1:0) und verkürzte damit als Tabellenvorletzter den Rückstand zu den Baden-Württembergern auf vier Punkte. 

Abwehrspieler Richard Magyar macht mit einem Kopfballtreffer in der 29. Minute den fünften Saisonsieg der Fürther perfekt. Durch ihren vierten Heimsieg liegen die Franken zudem nur noch einen Zähler hinter Bundesligaabsteiger Darmstadt 98, der Relegationsplatz 16 belegt. Heidenheim, das zuvor fünfmal in Serie ungeschlagen geblieben war, liegt nach seiner achten Saisonniederlage nur noch drei Punkte vor den Hessen. 

Vor 6965 Besuchern hatten die Gastgeber bereits in der sechsten Minute die große Chance zur Führung, Khaled Narey scheiterte aber am Pfosten. Auf der Gegenseite vergab Maximilian Thiel nach einer Viertelstunde eine gute Gelegenheit für die Gäste. Nach einer knappen halben Stunde setzte dann Jurgen Gjasula mit einer präzisen Flanke Magyar in Szene, der bei seinem zweiten Saisontreffer kein große Mühe hatte.

Nach der Pause war es erneut der starke Spielmacher Gjasula, der in der 63. Minute Maximilian Wittek den Ball auflegte, der ehemalige Sechziger verpasste aber diese große Möglichkeit. Heidenheim war unter dem Strich in der Offensive zu harmlos, um die Gastgeber noch zu gefährden.

Eintracht Braunschweig - Holstein Kiel 0:0 (0:0)

Holstein Kiel muss in der 2. Bundesliga um den Gewinn der Herbstmeisterschaft bangen. Am letzten Hinrunden-Spieltag kam der Tabellenführer bei Eintracht Braunschweig nicht über ein 0:0 hinaus und verpasste die Chance, aus eigener Kraft alles klar zu machen. Mit 33 Punkten kann Kiel noch von Fortuna Düsseldorf (31) überholt werden. Der Verfolger spielt am Montag (20.30 Uhr) gegen den 1. FC Nürnberg.

Kiel begann schwungvoll und hatte früh die erste Gelegenheit des Spiels. Einen platzierten Schuss von Marvin Duksch konnte Eintracht-Schlussmann Jasmin Fejzic mit einer starken Parade zur Ecke klären (5.). Bis zur Pause bestimmten die Gäste das Spiel, Braunschweig verlegte sich aufs Kontern. Für einen Torerfolg fehlte es auf beiden Seiten an Genauigkeit.

In der zweiten Hälfte wurde Braunschweig, das in der ersten Runde des DFB-Pokals an Kiel gescheitert war (1:2), aktiver. Die umkämpfte Partie vor 21.075 Zuschauern war offen, Torchancen gab es aber erst in der Schlussviertelstunde. Der Kieler Kingsley Schindler scheiterte mit einem Kopfball an Fejzic (77.), Steven Lewerenz schlenzte den Ball knapp am Tor der Eintracht vorbei (81.).

Erzgebirge Aue - SV Darmstadt 98 1:0 (1:0)

Tore:  1:0 Soukou (35.)

Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 steckt nach einer katastrophalen Hinrunde im Tabellenkeller der 2. Bundesliga fest. Das Team von Trainer Torsten Frings unterlag zum Auftakt des 17. Spieltages im Kellerduell bei Erzgebirge Aue 0:1 (0:1) und wartet bereits seit elf Spieltagen auf einen Sieg. Während Darmstadt den ersten Saisonteil auf dem Relegationsplatz 16 abschließt, verbesserte sich Aue durch seinen sechsten Saisonsieg vorerst auf den zehnten Rang.

Cebio Soukou mit seinem zweiten Saisontreffer (35.) ließ Aue nach zuvor fünf Spielen ohne Sieg durchatmen. Eine Woche nach der 0:4-Pleite im Sachsenderby bei Dynamo Dresden war das Team von Coach Hannes Drews nicht wiederzuerkennen. 

Vor 6400 Zuschauern bewahrte 98-Torwart Daniel Heuer Fernandes seine Mannschaft in der ersten Viertelstunde dreimal vor einem Rückstand. Gegen Soukou, Dennis Kempe und Albert Bunjaku war der Keeper zur Stelle, ehe er beim zweiten Versuch von Soukou chancenlos war. 

Bei starkem Schneetreiben waren die Hausherren auch nach der Pause das tonangebende Team. Frings, der zu Beginn der zweiten Hälfte Stürmer Felix Platte für den enttäuschenden Weltmeister Kevin Großkreutz gebracht hatte, sah wenig Gegenwehr seiner Spieler. Zudem fanden die Hessen kein Mittel gegen die gut gestaffelte Abwehr von Aue.

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