Frankfurt holt Last-Minute-Sieg gegen Stuttgart
Nach einem mäßigen Spiel geht Frankfurt als Sieger vom Platz. Der VfB ist in der Schlussphase in Überzahl, am Ende jubelt aber die SGE. Die Analyse.

Eintracht Frankfurt feiert am 7. Bundesligaspieltag einen Last-Minute-Sieg gegen den VfB Stuttgart. Sebastien Haller per Seitfallzieher ließ die Hessen in der Nachspielzeit über einen 2:1-Erfolg jubeln.

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Frankfurt startete mit einem 4-2-3-1 mit mehr Ballbesitz, tat sich aber schwer damit, das Spiel zu machen. Stuttgart stellte sich im 3-4-2-1 dagegen und versuchte, die wenigen Fehlpässe der Frankfurter mit schnellem Umschaltspiel zu bestrafen. So kam der VfB zunächst zu den besseren Szenen, eine Chance von Donis aus etwas spitzem Winkel parierte der herauskommende Hradecky aber souverän (8.).

Es war charakteristisch, dass der erste Treffer nach einem individuellen Fehler fiel: Ein Pass von Standera schlug eigentlich fehl, erwischte Badstuber aber auf dem falschen Fuß. Dieser konnte den Ball nicht kontrollieren und verlängerte ihn unfreiwillig auf Rebic, der allein auf den Kasten von Zieler zulief und den Ball rechts am Keeper zur Führung für die Eintracht vorbeischob.

Die Stuttgarter kamen aktiver aus der Kabine, 80 Prozent Ballbesitz hatte der VfB nach der Pause, während sich die Eintracht schon früh hinten reinstellte. Durch einen Eckball, bei dem die Frankfurter komplett auf den eigewechselten Terrode vergaßen, kam Stuttgart zum verdienten Ausgleich (61.). Wenig später sah Falette Rot, den Stuttgartern ging aber in der Schlussphase trotzdem die Luft aus, sodass Frankfurt zu zwei Großchancen kam. Sowohl Willems (78.) als auch Haller (83.) trafen jedoch nur Zieler und nicht das Tor, ehe Haller in der Nachspielzeit mit einem spektakulären Seitfallzieher den Schlusspunkt setzte.

Die Daten zum Spiel

Tore : 1:0 Rebic (42.), 1:1 Terrode (61.), 2:1 Haller (90.+3)

Rote Karte:  Falette (64., Frankfurt)

  • Der VfB Stuttgart kassiert im 27. der letzten 28 Auswärtsspielen mindestens ein Gegentor. Nur beim 0:0 in Mainz im Dezember 2015 blieb der VfB in diesem Zeitraum ohne Gegentreffer.
  • Terodde traf 34 Sekunden nach seiner Einwechslung, schneller war zuletzt Nils Petersen im April dieses Jahres (33 Sekunden gegen Mainz).
  • Für die Eintracht war es die vierte Rote Karte in diesem Kalenderjahr (zuvor Hradecky, Abraham und Seferovic) - keine Mannschaft hat mehr Platzverweise in der BL.

Der Star des Spiels: Ante Rebic

Rebic sorgte zusammen mit Standera für viel Betrieb in der Eintracht-Offensive. Er eroberte drei Mal tief in der gegnersichen Hälfte den Ball und rackerte ungemein viel. Den Führungstreffer der Eintracht verwandelte er eiskalt. Rebic wurde in Unterzahl in der 70. Minute ausgewechselt.

Der Flop des Spiels: Santiago Ascacibar

Der Argentinier erwischte keinen guten Tag, verlor sieben Mal den Ball, gewann nur 38 Prozent seiner Zweikämpfe - zu wenig für einen defensiven Mittelfeldspieler. Durch Ascacibar fanden die Frankfurter immer wieder Räume in der Zentrale vor, um ungestört ihr Passspiel aufzuziehen. Nach einer Stunde wechselte Trainer Hannes Wolf den 20-Jährigen für Terrode aus.

Der Schiedsrichter: Felix Brych

Bereits in der dritten Minute musste der Schiedsrichter eine kleine Rangelei zwischen Rebic und Ascacibar schlichten, was ihm aber solide gelang. Bei der Entscheidung, eine Rettungsaktion von Badstuber als letzter Mann im Zweikampf gegen Haller nicht abzupfeifen, machte Brych alles richtig. Simon Falette zeigte Brych korrekterweise Rot, zunächst entschied er aber auch auf Elfmeter, was der Videoassistent wenig später korrigierte: Das Foul fand knapp außerhalb des Strafraums statt.

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