7:0! Deutschland löst die Pflichtaufgabe gegen San Marino
Wenig überraschend löst die deutsche Nationalmannschaft die Pflichtaufgabe souverän und geht den nächsten Schritt Richtung Russland. Die Analyse.

Die deutsche Nationalmannschaft hat in der Qualifikation zur WM 2018 in Russland auch im Rückspiel gegen San Marino das erwartete Schützenfest gefeiert. Am 6. Spieltag der Gruppe C schlug das Team von Bundestrainer Joachim Löw San Marino mit 7:0 (4:0).

Vor 32.466 Zuschauern im Stadion Nürnberg eröffnete Julian Draxler bereits in der 11. Minute den Torreigen.

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Sandro Wagner erhöhte mit seinem ersten Länderspieltor in der 16. Minute auf 2:0 für die Hausherren. Damit war er der erste Hoffenheimer, der ein Tor für die deutsche Nationalmannschaft erzielt. In der 29. Minute erhöhte erneut Wagner.

Mit seinem ersten Torschuss im Trikot der Nationalmannschaft erzielte Amin Younes (41.) direkt sein erstes Tor zum 4:0.

Nach der Pause trafen Shkodran Mustafi (47.), Julian Brandt (72.) mit seinem ersten Länderspieltor und noch einmal Wagner (85.) zum Endergebnis.

Joshua Kimmich ragte mit drei direkten und zwei indirekten Assists heraus. In 15 Länderspielen war der Münchner damit an acht Toren beteiligt (zwei Tore, sechs Assists).

Das DFB-Team hat die letzten 6 Heimspiele allesamt zu Null gewonnen - so eine Serie gab es in der deutschen Länderspielgeschichte nie zuvor.

Deutschland ist in der WM-Qualifikation seit 29 Spielen ungeschlagen (24 Siege, 5 Remis) - die letzte Niederlage auf dem Weg zu einer WM gab es im September 2001 in München gegen England (1:5).

Weniger Zuschauer als diese 32.466 hatte es in einem Pflichtspiel zu Hause zuletzt am 24. März 2001 gegeben. Damals waren es beim 2:1 gegen Albanien nur 22.500 in Leverkusen.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Löw verändert seine Startformation im Vergleich zum Freundschaftsspiel gegen Dänemark auf fünf Positionen. Für Trapp, Süle, Rüdiger, Ginter und Rudy spielen ter Stegen, Mustafi, Can, Younes und Brandt. Erstmals seit Mai 1960 bietet Deutschland elf Startelfspieler aus elf verschiedenen Vereinen auf.

San Marinos Nationaltrainer Manzaroli nimmt sechs Wechsel im Vergleich zum 0:6 gegen Tschechien vor. Zafferani, Palazzi, Rinaldi, Cervellini und Cesarini waren damals ebenfalls in der Startelf.

11., 1:0, Draxler: Nach einer Stindl-Flanke von rechts bekommt die san marinesische Verteidigung den Ball nicht weg. Links im Sechzehner landet dieser bei Draxler, der mit viel Auge ins rechte Eck einschießt.

16., 2:0, Wagner: Aus dem rechten Halbfeld flankt Kimmich in den Strafraum. Wagner setzt sich stark durch und köpft ins rechte Eck ein.

29., 3:0, Wagner: Kimmich-Flanke von rechts, Younes lässt tropfen, Wagner schiebt aus kurzer Distanz lässig ein.

38., 4:0, Younes: Von rechts schlägt Kimmich eine Ecke an den Fünfer. Torhüter Benedettini segelt am Ball vorbei, von Mazza springt er vor die Füße von Younes, der nur noch den Fuß hinhalten muss.

40.: Wagner geht von rechts in den Sechzehner, zieht aus kürzester Distanz ab und trifft den Außenpfosten.

47., 5:0, Mustafi: Krummes Ding! Nach einer Draxler-Ecke von rechts kommt Mustafi an den Ball und schießt im Fallen. Der Schuss wird abgefälscht und hoppelt links ins Tor.

72., 6:0, Brandt: Wieder hat Kimmich zu viel Zeit zum Flanken. Er legt sich das Leder zurecht und chippt an die Fünferlinie. Dort steht Brandt mutterseelenalleine und köpft ins rechte Eck ein.

85., 7:0, Wagner: Erneut flankt Kimmich aus dem rechten Halbfeld an den Elfmeterpunkt. Wagner entkommt seinem Bewacher und wuchtet das Leder mit dem Kopf über den linken Innenpfosten ins Tor.

Fazit: Lockerer Deutschland-Sieg in einem Qualifikations-Spiel mit Testspielcharakter.

Der Star des Spiels: Joshua Kimmich. Überragende Leistung des rechten Parts der Dreierkette. Hatte die meisten Ballaktionen (123), spielte die meisten Pässe (105) mit einer starken Passquote von 90 Prozent. Bereitete fünf Treffer direkt oder indirekt mit seinen stark getimeten Flanken vor.

Der Flop des Spiels: Danilo Rinaldo. Zugegebenermaßen war die Stürmerrolle bei San Marino in dieser Partie undankbar. Nur 7,7 Prozent gewonnenen Zweikämpfen (einer von 13) sind allerdings ein herausstechend negativer Wert bei insgesamt heillos überforderten Gästen. In der 69. Minute ausgewechselt.

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Der Schiedsrichter: Radu Petrescu (Rumänien). Einen angenehmeren Arbeitstag erlebt ein Referee selten. Jederzeit souverän, hatte aber auch kaum etwas zu tun. Vor Mustafis Tor hätte er, wenn er extrem streng gewesen wäre, wegen Handspiels abpfeifen können.

Das fiel auf:

  • Deutschland lief in einem enorm offensiven 3-1-4-2 auf. Weil die Außenverteidiger der Dreierkette enorm weit hochschoben (Kimmich gab zwischenzeitlich eine Art Außenstürmer), bildete Mustafi eigentlich die einzige defensive Absicherung.
  • Besonders in den ersten Minuten war San Marino sichtlich bemüht, über Engagement in den Zweikämpfen zumindest eine Zeit lang die Null zu halten.
  • Mit dem ersten Gegentreffer schwand jedoch auch dieser Widerstand. Die spielerischen Unzulänglichkeiten der Gäste, die bis auf Keeper Benedettini allesamt auf Amateurniveau spielen, waren nicht zu übersehen. Immer wieder tropften Bälle zu den Deutschen ab, immer wieder waren die San Marinesen defensiv ungeordnet.
  • In der ersten Halbzeit hatte außer ter Stegen und Kimmich jeder deutsche Spieler mindestens eine Ballaktion im gegnerischen Strafraum.

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