Deutschland überrollt Norwegen und macht großen Schritt zur WM
Die DFB-Elf zündet in der ersten Hälfte ein Feuerwerk und entscheidet früh alles. Norwegen hat nicht den Hauch einer Chance. Die Analyse.

Die deutsche Nationalmannschaft gewann am achten Spieltag der WM-Qualifikation mit 6:0 (4:0) gegen Norwegen. Dank der bisher makellosen Bilanz in Gruppe C kann das DFB-Team im kommenden Spiel gegen den direkten Verfolger Nordirland am 5. Oktober das WM-Ticket lösen.

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Vor 54.812 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena ging das DFB-Team bereits nach zehn Minuten in Führung. Mesut Özil verwertete die flache Hereingabe von Jonas Hector. Es war der Start eines hungrigen Auftritts gegen erschreckend schwache Norweger.

Die Mannschaft von Joachim Löw begann furios. In den ersten 15 Minuten erspielte sich Deutschland sechs Tormöglichkeiten und hatte 80 Prozent Ballbesitz. In der 17. Spielminute erhöhte Julian Draxler nach blitzschneller Drehung folgerichtig auf 2:0.

Die Norweger agierten selbst in der Defensive viel zu passiv und ließen dem deutschen Kombinationsspiel ohne jeglichen Zugriff freien Lauf. Die wenigen Momente in Ballbesitz waren nicht von langer Dauer. Auch dem 3:0 durch Timo Werner (21.) ging ein schlimmer Fehlpass von Jorgen Skjelvik voraus. Deutschland presste kompakt, Norwegen zeigte kaum Bewegung und kam häufig mindestens einen Schritt zu spät.

TV-Experte Jens Lehmann bezeichnete das norwegische Spiel gar als "fußballerisches Stillleben". Dennoch überzeugte die deutsche Elf, nutzte anders als gegen Tschechien nicht nur die Breite, sondern auch die Tiefe des Spielfelds. Trotz der weiteren Treffer von Werner (40.) und die eingewechselten Leon Goretzka (50.) und Mario Gomez (79.) hätte sich Norwegen nicht über ein noch höheres Ergebnis beschweren können.

Die Daten zum Spiel:

Tore: 1:0 Özil (10.), 2:0 Draxler (17.), 3:0 Werner (21.), 4:0 Werner (40.), 5:0 Goretzka (50.), 6:0 Gomez (79.)

Stuttgart scheint dem DFB-Team zu liegen. Deutschland gewann die letzten fünf Länderspiele in der Mercedes-Benz Arena.
Alle sechs bisherigen Länderspiele am 4. September gewann das DFB-Team. Schon das Hinspiel gegen Norwegen fand an diesem Datum statt.
Zum achten Mal traf die DFB-Elf in der laufenden Quali in der Anfangsviertelstunde - mit Abstand Bestwert.
Werner erzielte im achten Länderspiel sein sechstes Tor und hat damit eine bessere Ausbeute als Miroslav Klose in dessen ersten acht Länderspielen.

Der Star des Spiels: Timo Werner

Glänzte erneut durch intelligente Laufwege und seine Präsenz. Selbst die körperliche Komponente eines Sandro Wagner etwa füllte der Leipzig-Star gegen Norwegen aus und behauptete sich auch bei hohen Anspielen. Werner war an insgesamt acht Torschüssen direkt beteiligt, seine zwei Treffer sowie Timo-Werner-Sprechchöre die logische Konsequenz.

Der Flop des Spiels: Haitam Aleesami

Es ist schwierig, hier einen Norweger herauszupicken. Der Linksverteidiger von US Palermo stach dennoch heraus. Der 26-Jährige fand in Sachen Befreiung quasi nicht statt und sah sich defensiv schier überfordert gegen Müller und Kimmich. Führte zwar die meisten Zweikämpfe seines Teams (13), gewann jedoch nur zwei davon.

Der Schiedsrichter: Gediminas Mazeika (Litauen)

Wurde nicht wirklich gefordert. Viele Zweikämpfe kamen durch den Begleitservice der Gäste erst gar nicht zustande. Das Gespann übersah lediglich eine enge Abseitsstellung von Mesut Özil vor dem 2:0. Dennoch ein solider Auftritt des 39-Jährigen.

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