Per Traumtor: Podolski schießt Deutschland zum Sieg gegen England
Deutschland und England liefern sich bei Lukas Podolskis Abschied ein biederes Duell. Für das Highlight sorgt der Istanbuler persönlich. Die Analyse.

Welch ein Abschied von Lukas Podolski aus der deutschen Nationalmannschaft! Die DFB-Elf gewann die erste Partie im Länderspieljahr 2017 mit 1:0 (0:0) gegen England - und der scheidende Podolski sorgte mit einem sensationellen Schuss höchstselbst für das Tor des Tages.

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Vor 60.109 Zuschauern im Dortmunder Signal Iduna Park erzielte Lukas Podolski höchstpersönlich das goldene Tor zum Sieg für Deutschland (69.). Für den Noch-Istanbuler war es der 49. Treffer im DFB-Dress.

Podolski, der nach 859 Tagen erstmals wieder in der Startelf des DFB-Teams stand (November 2014) wurde nach seinem 130. und letzten Länderspiel unter stehenden Ovationen des Publikums in der 84. Minute ausgewechselt.

Vor der Partie wurde Mesut Özil zum Nationalspieler des Jahres 2016 gekürt - bereits zum fünften Mal seit 2011.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Deutschland startet mit lediglich drei Weltmeistern von 2014 (Podolski, Hummels, Kroos) und mit Löws 99. Debütanten Werner im Angriff. Ter Stegen steht im Kasten, Weigl spielt für Khedira. Auch Brandt und Sane beginnen.

England beginnt mit drei gelernten Innenverteidigern in der letzten Reihe (Cahill, Keane, Smalling). Die Offensive besteht aus Dele Alli, Lallana und Vardy.

6.: Alli steckt schön durch auf Vardy, der sich spielend einfach gegen Hector durchsetzt und von ter Stegen gelegt wird. Dafür hätte es Elfmeter geben müssen.

7.: Nach einer Ecke von Bertrand kommt Keane frei zum Abschluss, schießt aber über das Tor.

31.: Kimmich patzt auf rechts, Rüdiger kommt zu spät, Lallana marschiert frei auf ter Stegen zu und trifft mit seinem Linksschuss den rechten Pfosten.

41.: Vardy bedient Alli, der halbrechts im Strafraum freistehend zum Abschluss kommt. Ter Stegen pariert stark.

48.: Hart faustet eine Ecke nach in die Mitte, Brandt kommt aus rund 18 Metern mit links zum Schuss und zielt dabei knapp am linken Pfosten vorbei.

69., 1:0, Podolski: Unfassbar! Poldi lässt's zum Abschied nochmal krachen! Über Kroos landet der Ball zunächst bei Schürrle, der auf Podolski ablegt. Der Ur-Kölner nimmt Maß und zimmert den Ball aus 25 Metern mit links unhaltbar in den Knick.

74.: Nächste gute Chance für die DFB-Elf: Sane scheitert von halblinks mit seinem Flachschuss an Hart.

Fazit: England lange Zeit mit den gefährlicheren Offensivaktionen, Deutschland ziemlich behäbig auf dem Weg nach vorne - mit zunehmender Spieldauer aber zwingender. Podolskis Kracher sorgte für die Geschichte des Tages.

Der Star des Spiels: Lukas Podolski. Machte wie die gesamte deutsche Mannschaft kein gutes Spiel, sorgte mit seinem sensationellen Weitschusstor aber für einen der wenigen Glanzpunkte des Abends - und ermöglichte sich selbst somit den bestmöglichen Abschluss seiner Nationalelfkarriere.

Der Flop des Spiels: Julian Weigl. Es zeigte sich nicht das erste Mal, dass der Dortmunder auf einer reinen Doppelsechs deutlich weniger zur Geltung kommt. Leistete sich ein paar Ballverluste zu viel, verlor die Mehrzahl seiner Zweikämpfe und brachte seine Stärken im Spielaufbau kaum ein.

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Der Schiedsrichter: Damir Skomina. Der Slowene startete mit einer Fehlentscheidung, denn er hätte bei ter Stegens Foul an Vardy einen Elfmeter für die Gäste aussprechen müssen (6.). Ansonsten ohne Auffälligkeiten in einer Partie, in der es auch nur wenige Auffälligkeiten gab.

Das fiel auf:

  • Deutschland agierte in einem 4-2-3-1 mit Weigl und Kroos auf der Doppelsechs und Podolski als klarem Zehner. Die vordere Reihe tauschte immer wieder die Positionen. Brandt und Sane wechselten die Flanken, einige Male tauchte auch Angreifer Werner auf dem linken Flügel auf und Brandt spielte im Zentrum.
  • England dagegen mit der zuletzt auch in der Bundesliga immer häufiger praktizierten Taktik. Mit Ball entstand ein 3-2-4-1, ohne Spielgerät rutschten Walker und Bertrand eine Position nach hinten und die Gäste verteidigten in einem 5-2-3.
  • Löws Team merkte man die kurze Vorbereitungszeit an, die Partie gestaltete sich enorm träge. Kroos und vor allem Weigl fehlte die Dominanz im Spielaufbau. In der Offensive versuchte sich einzig Podolski an Abschlüssen, den Weg aufs Tor fand in den ersten 45 Minuten aber keiner der deutschen Versuche. Die Präzision im Passspiel ließ stark zu wünschen übrig.
  • Dies nutzen die Three Lions mehrfach für Gegenstöße, die meist breit angelegt waren und über die Flügel beziehungsweise die Halbräume um Alli und Lallana vorgetragen wurden. Einzig die schwache Chancenverwertung verhinderte eine Führung.
  • Nach der Pause ein recht ähnliches Bild auf beiden Seiten. Deutschland allerdings nun präsenter im Mittelfeld und mit zielstrebigerem Spiel in die Spitze. England vor dem Kasten ohne Fortune beim letzten Pass und somit auch ohne klare Torchance.

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