Starkes Gladbach fügt Bayern erste Heynckes-Niederlage bei
Bislang konnte Jupp Heynckes seit seiner Amtsübernahme bei den Bayern alles gewinnen. Diese Serie ist ausgerechnet in Gladbach gerissen. Die Analyse.

Der FC Bayern München hat nach neun Siegen in Folge unter Jupp Heynckes die erste Niederlage kassiert. Bei Borussia Mönchengladbach verlor der Meister mit 1:2 (0:2).

Die Bayern traten aufgrund der großen Verletzungsprobleme ohne offensive Außen, dafür mit fünf zentralen Mittelfeldspielern an. Die Besetzung der Offensivpositionen war ein Wechselspiel mit den Außenverteidigern. Die Münchner kontrollierten die Partie gegen tief stehende und passive Gladbacher über weite Strecken, ohne sich große Möglichkeiten zu erspielen.

Gladbach, das nach einem Zusammenprall mit Vestergaard früh Kramer auswechseln musste, stand stabil, konnte aber nur wenige Nadelstiche setzen. Die Führung durch einen berechtigten Handelfmeter kam überraschend. Lewandowski scheiterte kurz darauf am Pfosten, während Ginter die nächste Gladbacher Chance nutzte.

Bayern danach erneut mit zwei angeschlagenen Spielern: Bernat und James mussten raus. Die Münchner erhöhten nach der Pause den Druck, Gladbach schaffte kaum noch Entlastung, und kamen zu mehr Abschlüssen. Es fehlte aber entweder an der nötigen Konsequenz, der Präzision oder dem Glück. Heynckes brachte relativ früh Wriedt als zweiten Stürmer, weil zuvor viele Flanken aus dem Halbfeld einfach verpufften.

Nach Vidals Anschlusstreffer drängten die Bayern auf den Ausgleich, hatten aber keine richtige Chance mehr.

Die Daten zum Spiel

Tore: 1:0 Hazard (39., HE), 2:0 Ginter (44.), 2:1 Vidal (74.)

  • In der BL trafen die Borussen saisonübergreifend in 20 der letzten 21 Spiele - nur gegen Frankfurt am 3. Spieltag nicht (0:1).
  • In den wettbewerbsübergreifend letzten 5 Auswärtsspielen konnten die Bayern nicht mehr zu null spielen - ihre längste Serie dieser Art 2017.
  • Für Bayern war es die 20. Niederlage in Mönchengladbach, in keinem Auswärtsstadion gab es mehr Niederlagen. Zudem gab es gegen kein Team für den FCB in der Bundesliga so viele Gegentore wie gegen den VfL (123).
  • Vestergaard ist der einzige Feldspieler, der im Kalenderjahr 2017 noch keine Minute im Oberhaus verpasste.
  • Martinez führte den FCB erstmals in einem Pflichtspiel als Kapitän aufs Feld.

Der Star des Spiels: Lars Stindl

Umtriebige und engagierte Leistung, als Verbindungsspieler zwischen Mittelfeld und Angriff. Immer wieder mit guten Bewegungen und Pässen, auch beim Behaupten der Bälle gut. Herausragend seine Vorarbeit beim 2:0.

Der Flop des Spiels: Sebastian Rudy

Schwächstes Spiel des Neuzugangs im Trikot der Bayern. Traf vor allem in der ersten Halbzeit viele falsche Entscheidungen und offenbarte ungewohnte Probleme im Passspiel. Brachte nur 77,5 Prozent seiner Zuspiele zum Mann, gewann keinen seiner vier Zweikämpfe und hatte bis zu seiner Auswechslung die meisten Ballverluste (17).

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe

Ruhiges Auftreten, aber auch mit der einen oder anderen Fehlentscheidung in der Anfangsphase. Die Elfmeterentscheidung war korrekt.

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