Torfestival in Dortmund: BVB mit direkter Champions-League-Quali
Der BVB und Werder liefern sich ein fulminantes Spiel. Am Ende verlässt Dortmund den Platz als Sieger und sichert sich die CL-Teilnahme. Die Analyse.

Am 34. Spieltag der Bundesliga besiegte Borussia Dortmund den SV Werder Bremen mit 4:3 (2:1) und sicherte sich den dritten Platz. Somit qualifizierte sich der BVB direkt für die neue Saison der Champions League, Werder verpasste den Einzug in die Europa-League-Qualifikation.

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN. Hol' Dir jetzt Deinen Gratismonat!

Vor 81.360 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park brachte Zlatko Junuzovic Werder Bremen in der 7. Minute in Führung. Marco Reus (32.) und Pierre-Emerick Aubameyang (42.) drehten das Spiel noch vor der Pause.

Nach dem Wiederanpfiff kam aber erneut Werder und ging durch Fin Bartels (46.) und Max Kruse (68.) in Führung. Marco Reus besorgte per Elfmeter das 3:3 (75.), ehe Aubameyang ebenfalls per Elfmeter das 4:3 erzielte.

Die Bremer treffen im zehnten Ligaspiel in Folge mindestens doppelt und bauten somit ihren Bundesliga-Vereinsrekord weiter aus.

Aubameyang traf doppelt und sicherte sich mit 31 Saisontoren die Torjäger-Kanone.

Marc Bartra stand erstmals seit dem Anschlag auf den BVB-Bus am 11. April im Kader und auch direkt in der Startelf.

Für Schiedsrichter Günter Perl war es das letztes Bundesliga-Spiel. Nach 180 Einsätzen hat der 47-Jährige die Altersgrenze erreicht und muss somit seine Karriere beenden.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: BVB-Trainer Tuchel stellt seine Startelf im Vergleich zum 1:1 in Augsburg auf drei Positionen um: Durm und Sahin spielen für die verletzten Weigl (Sprunggelenksbruch) und Piszczek (Adduktorenprobleme). Der eigentlich eingeplante Schmelzer verletzt sich beim Aufwärmen und wird durch Bartra ersetzt.

Bei Bremen gibt es nach dem 3:5 gegen Hoffenheim drei Änderungen: Moisander, Grillitsch und Ulisses Garcia spielen für den gesperrten Bauer sowie Gnabry und Eggestein (beide Bank).

3.: Sokratis verlängert eine Ecke von der rechten Seite Richtung zweiter Stange, wo Aubameyang einläuft. Wiedwald wirft sich ihm aber entgegen und pariert.

7., 0:1, Junuzovic: Bartels bringt den Ball von der rechten Seite flach in die Mitte, wo ihn Ulisses Garcia bedrängt von Durm eigentlich verstolpert. Die Kugel landet bei Junuzovic, der aus kurzer Distanz abschließt. Bürki wirft sich in den Schuss - pariert aber erst knapp hinter der Linie, wie die Torlinientechnik beweist.

9.: Durm flankt von rechts in die Mitte, wo Aubameyang von Moisander und Ulisses Garcia alleine gelassen frei zum Kopfball kommt, das Tor jedoch knapp rechts verfehlt.

15.: Reus kommt mit Tempo über die linke Seite und schießt den Ball dann aus spitzem Winkel an die Unterkante der Latte.

19.: Guerreiro zieht aus dem linken Halbfeld ab, scheitert aber an Wiedwald, der den Ball über die Latte lenkt.

27.: Eine Ecke von Dembele von der rechten Seite köpft Ginter knapp über das linke Kreuzeck.

32., 1:1, Reus: Kagawa steckt den Ball in der Zentrale zu Reus, der unbedrängt vor Wiedwald auftaucht. Eiskalt chippt er die Kugel über den Werder-Keeper links in die Maschen.

33.: Ulisses Garcia spielt nach einem schnellen Konter von halblinks Junucovic an, der aus zentraler Position aber an Bürki scheitert.

38.: Über Reus und Dembele kommt der Ball links in den Strafraum zu Kagawa, der ihn dann flach in die Mitte legt. Wiedwald gibt der Kugel eine leichte Richtungsänderung, sodass Aubameyang an der zweiten Stange haarscharf verpasst.

42., 2:1, Aubameyang: Dembele chippt aus zentraler Position in den Strafraum, wo sich Aubameyang um die eigene Achse dreht und den Ball dann mit rechts volley unter die Latte setzt. Ein sensationelles Tor.

46., 2:2, Bartels: Kruse nimmt sich den Ball bei einem schnellen Konter ganz stark auf links mit und läuft dann bis in den Strafraum. An der Grundlinie vernascht er Sahin und legt die Kugel perfekt in die Mitte zu Bartels, der einschiebt.

68., 2:3, Kruse: Junuzovic schickt Kruse links in den Strafraum. Perfekt chippt er den Ball von dort über Bürki hinweg in die Maschen, Bartra kommt mit seinem Klärungsversuch zu spät.

70.: Pulisic kommt nach einer hohen Hereingabe von Guerreiro mittig im Strafraum frei zum Kopfball. Wiedwald reagiert aber reflexartig und lenkt den Ball über die Latte.

75., 3:3, Reus: Gnabry bringt Reus nahe der linken Strafraumecke zu Fall, Schiedsrichter Perl zeigt auf den Punkt. Reus schießt den Elfmeter souverän rechts oben rein.

77.: Kagawa zieht rechts im Strafraum ab, scheitert aber an einem glänzend reagierenden Wiedwald.

89., 4:3 Aubameyang: Bargfrede bringt Pulisic im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Perl zeigt auf den Punkt. Aubameyang schießt vom Punkt sicher ein.

Fazit: Bremen kontert zwar etliche Male stark, doch Dortmund erarbeitet sich insgesamt mehr zwingende Gelegenheiten. In einem äußerst unterhaltsamen und chancenreichen Spiel ist der BVB letztlich der verdiente Sieger.

Der Star des Spiels: Marco Reus. Er agierte abwechselnd als Linksaußen und Stürmer und sorgte überall, wo er auftauchte, für Gefahr. Mit seinem Tempo riss Reus etliche Löcher in die Bremer Hintermannschaft und erzielte darüber hinaus zwei Treffer. Bei seinem ersten Treffer zeigte er all sein technisches Können, beim zweiten seine Nervenstärke.

Der Flop des Spiels: Philipp Bargfrede. Er wirkte zwar nur knapp 20 Minuten mit, gab dem Spiel aber die letzte entscheidende Wendung. Obwohl der Elfmeter-Pfiff äußerst strittig war, bedeutete sein Foul an Pulisic letztlich die Niederlage für Werder. Bargfrede gewann keinen Zweikampf und verzeichnete eine sehr schwache Passquote.

Artikel wird unten fortgesetzt

Der Schiedsrichter: Günter Perl. Beim Bremer Treffer zum zwischenzeitlichen 0:1 half ihm die Torlinientechnik. Der erste Elfmeter für Dortmund in der 75. Minute war korrekt, der zweite in der 89. dagegen strittig. In der 23. Minute hätte Perl bei Moisanders Rempler ohne Ball im Strafraum gegen Aubameyang durchaus auf Elfmeter entscheiden können, wenn nicht sogar müssen. In der 54. Minute hätte Perl Sokratis eine zweite Gelbe Karte zeigen können, die den Platzverweis bedeutet hätte.

Das fiel auf:

  • Dortmund agierte in einem 3-3-2-2-System. Die beiden Außenspieler Durm und Guerreiro rückten im Defensivspiel in die Dreierkette und zeigten sich ansonsten stets sehr angriffsfreudig. Sahin gab den Ballverteiler in der Zentrale, davor wirbelten Dembele und Kagawa.
  • Im Sturm spielten Reus und Aubyameyang. Dabei hielt der Gabuner zumeist den Posten in der Zentrale, während Reus oft auf die linke Seite auswich, wo er für Tempo sorgte und im Zusammenspiel mit Guerreiro glänzte. Über 40 Prozent aller Dortmunder Angriffe in der ersten Halbzeit liefen über links.
  • Dortmund dominierte das Spiel eigentlich über die volle Spielzeit und zeigte teilweise sehr ansehnliche Kombinationen. Speziell Dembele und Kagawa beeindruckten mit etliche tolle Ballstafetten sowie vereinzelten Geniestreichen.
  • Werder formierte sich in einer ähnlichen Ausrichtung wie der BVB, wobei sich die beiden Außenbahnspieler Ulisses Garcia und Gebre Selassie etwas defensiver positionierten als ihre Dortmunder Kontrahenten. Vor der Abwehr räumte Delaney stark ab. Zur Pause ersetzte Gnabry Gebre Selassie, woraufhin Bartels auf die rechte Außenbahn wechselte. Gnabry belebte als zweiter Stürmer das Angriffsspiel.
  • Immer wieder entstanden in der Bremer Abwehrkette große Lücken. Die Abstimmung zwischen den Verteidigern stimmt oftmals nicht, speziell bei hohen Hereingaben oder Schnittstellenpässen. Nur wegen Dortmunds schwacher Chancenverwertung gelangen dem BVB nicht noch mehr Treffer.
  • Werder versuchte nach Ballgewinn blitzartig umzuschalten. Das gelang auch und resultierte in einigen zielstrebigen Angriffen. Einer davon führte zum zwischenzeitlichen 2:2 durch Bartels.

Kommentare ()