Derby-Wahnsinn - Schalke 04 holt beim BVB ein 4:4 nach 0:4
Völlig verrücktes Revierdery in Dortmund: Nach 25 Minuten führt der BVB mit 4:0, in der 2. Halbzeit brechen die Gastgeber gnadenlos ein. Die Analyse.

Borussia Dortmund  hat das Revierderby am 13. Bundesliga -Spieltag gegen den  FC Schalke 04  den Befreiungsschlag verpasst. Trotz 4:0-Führung zur Halbzeit musste sich der BVB mit einem 4:4 begnügen.

Beim für ihn zum Schicksalsspiel ausgerufenen Derby stellte Peter Bosz sein Team auf mehreren Positionen um, unter anderem lief vor Keeper Robert Weidenfeller eine Dreierkette mit Toprak, Sokratis und Schmelzer auf. Tedesco schickte zum dritten Mal in Folge die gleiche Startelf auf den Platz.

Ein nervöser Beginn des BVB führte bereits nach 30 Sekunden zur ersten Großchance von Konoplyanka. Als sich die Formation der Schwarz-Gelben schließlich fand und die Fehlpässe weniger wurden, reichte eine Viertelstunde, um das Spiel vermeintlich zu entscheiden: Dabei gingen dem ersten und vierten Treffer schöne Kombinationen voraus, beim 3:0 schloss Götze einen Konter mustergültig per Kopf ab. Zu allem Übel half Stambouli auch noch mit einem unnötigen Eigentor mit - ein keineswegs überragender, aber brutal effektiver BVB führte plötzlich mit 4:0.

S04 fand in der ersten Hälfte nicht den Mittelweg zwischen überhartem Einsteigen und absoluter Passivität, weshalb Tedesco bereits nach einer halben Stunde zweimal wechselte. Nach dem Seitenwechsel mutierte das Spiel dann zum offenen Schlagabtausch, weil die Schalker, um die Schwächen des BVB wissend, hinten aufmachten - und Dortmund Hochkaräter um Hochkaräter zuließ.

Schalkes Doppelschlag und Aubameyangs Platzverweis sorgten bei den mitgereisten Schalker Fans für Hoffnung, als Harit nach grobem Foul von Castro aber nicht mehr weitermachen konnte, schien das Momentum dahin. Ein schönes Solo von Caligiuri sorgte dann doch noch für den Anschlusstreffer - und in der Nachspielzeit knipste Naldo nach einer Ecke.

Die Daten zum Spiel

Tore:  1:0 Aubameyang (12.), 2:0 Stambouli (18./Eigentor), 3:0 Götze (20.), 4:0 Guerreiro (25.), 4:1 Burgstaller (61.), 4:2 Harit (65.), 4:3 Caligiuri (86.), 4:4 Naldo (90.+4)

Gelb-Rote Karte:  Aubameyang (72.)

  • Es ist das erste Mal seit dem 10. November 1984, dass ein Team die 1. Halbzeit mit mindestens 4 Toren gewinnt und die 2. Halbzeit mit mindestens 3 Toren Differenz verliert. Zuletzt gab es das beim 4:3 von Schalke gegen Stuttgart.
  • Aubameyang ist der erste Dortmunder, der im Derby vom Platz flog, seit Dede im Februar 2008 bei einer 2-3-Heimniederlage. Für ihn war es gleichzeitig sein erster Platzverweis überhaupt. Der letzte Schalker war Nicolas Plestan im September 2010 bei einem 3-1 des BVB auf Schalke.
  • Es war das torreichste Revierderby seit dem 13. September 2008, als Dortmund nach 0-3-Rückstand gegen S04 noch ein 3-3 erreichte.
  • Dortmund kassierte im 6. BL-Spiel in Serie mindestens 2 Gegentore - eine solche Serie gab es für den BVB letztmals 2003.
  • Für Schalke war es der höchste Halbzeitrückstand seit einem 1-5 bei den Bayern am 1. März 2014, wo es zur Halbzeit ebenfalls 0-4 stand.

Der Star des Spiels: Daniel Caligiuri

34 Zweikämpfe waren Bestwert an diesem Abend, davon gewann Caligiuri fast 65 Prozent. Nach dem Ausfall von Harit war der personelle Vorteil der Schalker dahin, dann schlug Caligiuri mit einem schönen Solo und einem absoluten Traumtor zu, als die Aufholjagd bereits verpufft schien.

Der Flop des Spiels: Franco di Santo

Höchststrafe mit der Auswechslung in der ersten Halbzeit. Führte nur zwei Zweikämpfe, von denen er keinen gewann. Konnte sich danach beim spielfreudigen Harit anschauen, wie man es besser macht.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin

Zückte bereits in der dritten Minute Gelb, nachdem Burgstaller und McKennie überhart in die Zweikämpfe gegangen waren. Kehrer konnte sich glücklich schätzen, nicht schon in der ersten Hälfte mit Gelb-Rot bestraft worden zu sein. Beim Handtor von Aubameyang war die Regelauslegung korrekt, der Stürmer war nicht aktiv zum Ball gegangen. Beim Kopfballtor von Naldo funktionierte der Videobeweis einwandfrei. Aubas zweite Verwarnung und damit der Platzverweis waren ebenfalls zwingend. Schaute sich die Rudelbildung in der Nachspielzeit genau an, zeigte dann noch zweimal Gelb.

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