Braunschweig zweiter Absteiger in die 3. Liga, Aue in der Relegation, Düsseldorf wird Meister
Braunschweig muss wie der FCK den bitteren Gang in Liga 3 antreten. Fürth rettet sich, Aue muss in der Relegation zittern, Düsseldorf wird Meister.

Eintracht Braunschweig ist neben dem 1. FC Kaiserslautern der zweite direkte Absteiger aus der 2. Bundesliga in die 3. Liga. Der frühere Erstligist rutschte nach dem 2:6 bei Holstein Kiel am 34. Spieltag auf Platz 17 ab, während Erzgebirge Aue nach einem 0:1 im Keller-Krimi bei Darmstadt 98 Tabellen-16. wird und in zwei Relegationsspielen gegen den Drittliga-Dritten Karlsruher SC über Umwege den Klassenerhalt schaffen kann.

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Darmstadt ist derweil ebenso gerettet wie der 1. FC Heidenheim, Dynamo Dresden und Greuther Fürth, das vor dem letzten Spieltag noch auf Platz 17 rangiert hatte. Derweil sicherte sich Fortuna Düsseldorf durch ein 3:2 im Aufsteiger-Duell beim 1. FC Nürnberg die Meisterschaft, Kiel könnte über die Relegation gegen den VfL Wolfsburg ebenfalls noch den Aufstieg schaffen.

Holstein Kiel - Eintracht Braunschweig 6:2 (4:2)

Tore:  0:1 Hochscheidt (6.), 1:1 Seydel (16.), 1:2 Reichel (19.), 2:2, 3:2 Lewerenz (22., 30.), 4:2 Czichos (33.), 5:2, 6:2 Lewerenz (57., 60.)

Drama um Eintracht Braunschweig: Vier Jahre nach dem Bundesliga-Abstieg und zehn Jahre nach dem Amtsantritt von Trainer Torsten Lieberknecht müssen die Niedersachsen den bitteren Gang in die 3. Liga antreten. Die Löwen verloren in einem wilden Abstiegsfinale mit 2:6 (2:4) beim Relegations-Teilnehmer Holstein Kiel. Den Störchen gelang damit die Generalprobe für die Aufstiegs-Play-offs gegen den VfL Wolfsburg.

Braunschweig, der deutsche Meister von 1967, ging durch Jan Hochscheidt (6.) und Ken Reichel (19.) zweimal im ersten Durchgang in Führung und hatte wieder große Hoffnung auf den Klassenerhalt. Doch vor allem Steven Lewerenz bekamen die Gäste nie in den Griff - der Offensivmann erzielte vier Treffer (22., 30., 57., 59.). Für die ohne zahlreiche Stammspieler agierenden Kieler trafen zudem Aaron Seydel (16.) und Kapitän Rafael Czichos (33.).

Im zweiten Durchgang musste Lieberknecht verzweifelt mitansehen, dass sein Team den effizienten Kielern nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Holstein-Coach Markus Anfang wechselte die Startelf-Kandidaten für die Wolfsburg-Duelle nach und nach aus. Die Eintracht konnte nur noch auf Patzer der Konkurrenz hoffen, doch diese blieben aus.  

Darmstadt 98 - Erzgebirge Aue 1:0 (0:0)

Tore : 1:0 Kempe (86.)

Erzgebirge Aue muss nach einem skandalumwitterten Saisonfinale um den Verbleib in der 2. Bundesliga zittern. Die Sachsen rutschten am 34. und letzten Spieltag durch ein 0:1 (0:0) bei Darmstadt 98 auf den Relegationsplatz 16.

Während Bundesliga-Absteiger Darmstadt zum elften Mal nacheinander ungeschlagen blieb und den freien Fall in die Drittklassigkeit verhinderte, muss Aue den Abstieg in den beiden Relegations-Partien gegen den Drittliga-Dritten Karlsruher SC am 18. und 22. Mai (jeweils um 18.15 Uhr/ZDF, Eurosport-Player, Eurosport 2 HD Xtra) abwenden.

Tobias Kempe (86.) erlöste die anfälligen Darmstädter in der Schlussphase und schockte Aue.

Dabei hatte Aue in der ersten Halbzeit deutlich mehr für den Ligaverbleib getan, aus der Überlegenheit aber auch aufgrund einer Fehlentscheidung kein Kapital geschlagen. Einen von Marvin Mehlem abgefälschten Schuss klärte Darmstadts Romain Bregerie erst hinter der Linie (4.) - Schiedsrichter Sören Storks (Velen) gab den Treffer jedoch nicht. Glück hatte Darmstadt auch, als Felix Platte den Ball durchaus elfmeterwürdig im Strafraum mit dem Arm berührte (31.).

In der Defensive stand Aue, das wegen Sperren auf das erfahrene Duo Dennis Kempe und Fabian Kalig verzichten musste, sicher. Darmstadt wirkte dagegen teils fahrig und nervös.

In der zweiten Halbzeit hatte Aue gegen stabilisierte und immer defensivere Darmstädter deutlich mehr Mühe. Ein Treffer von Aue-Torjäger Pascal Köpke wurde wegen Abseits nicht anerkannt (68.). In der Folge drängte Aue auf die erlösende Führung, diese erzielte dann aber Darmstadt.

1. FC Heidenheim - Greuter Fürth 1:1 (0:0)

Tore:  0:1 Green (51.), 1:1 Skarke (90.)

Die SpVgg Greuther Fürth hat mit einem Kraftakt den direkten Klassenerhalt in der 2. Bundesliga geschafft. Das Team von Trainer Damir Buric reichte am letzten Spieltag ein 1:1 (0:0) beim 1. FC Heidenheim, der ebenfalls zweitklassig bleibt.

Julian Green sorgte mit einem Rechtsschuss zu Beginn der zweiten Halbzeit (51.) für das Fürther Tor - und tiefes Durchatmen bei den Franken. Für Heidenheim traf Tim Skarke (90.). Fürth, das zuletzt 1997 drittklassig und 2012/13 sogar in der Bundesliga spielte, darf als Zweitliga-Dauerbrenner und Spitzenreiter der "ewigen" Tabelle des Fußball-Unterhauses für eine weitere Spielzeit in der 2. Liga planen.

Fürth drängte in der Voith-Arena zunächst auf die Führung. Mit zunehmender Spielzeit fanden aber auch die Gastgeber zu ihrem Spiel und kamen zu den besseren Chancen. In der 23. Spielminute klärte Fürths Kapitän Marco Caligiuri auf der Linie für den bereits geschlagenen Sascha Burchert. Der Keeper spielte sich gegen Ende der ersten Hälfte immer mehr mit seinen Paraden in den Mittelpunkt.

Nach dem Führungstor durch einen sehenswerten 20-Meter-Schuss von Green zog sich Fürth zeitweise zu weit zurück - und Heidenheim witterte bis in die Schlussminuten seine Chance.

Dynamo Dresden - Union Berlin 0:1 (0:0)

Tore:  0:1 Hosiner (82.)

Dynamo Dresden hat den Sturz in Drittklassigkeit abgewendet. Am 34. und letzten Spieltag der 2. Bundesliga stellten die Sachsen den Klassenerhalt trotz eines 0:1 (0:0) im Ost-Derby gegen Union Berlin sicher.

Die zu Saisonbeginn als Aufstiegskandidat gehandelten Berliner sicherten sich einen einstelligen Tabellenplatz. Das Tor des Tages erzielte Philipp Hosiner (82.).

Dresden war die Brisanz der Begegnung nur zu Beginn anzumerken. Das Team von Trainer Uwe Neuhaus fand schwer ins Spiel, steigerte sich dann aber stetig und hatte beim Lattentreffer von Philip Heise die beste Chance der ersten Halbzeit (33.). Auch Union suchte den Weg in die Offensive und trug zum zunächst munteren Verlauf des Derbys bei.

Nach dem Seitenwechsel flachte das Niveau der Begegnung zunehmend ab, Chancen hatten Seltenheitswert. Für die wenigen offensiven Akzente sorgte vor allem Dresdens Angreifer Moussa Koné, der sich bei seiner Auswechslung einen Sonderapplaus der Fans verdiente. In der Schlussphase traf jedoch Union.

1. FC Nürnberg - Fortuna Düsseldorf 2:3 (2:1)

Tore:  1:0 Margreitter (6.), 2:0 Leibold (13.), 2:1 Haraguchi (37.), 2:2 Gießelmann (59.), 2:3 Ayhan (90.+1)

Fortuna Düsseldorf steigt als Meister der 2. Liga in die Bundesliga auf. Im "Endspiel" beim Mitaufsteiger 1. FC Nürnberg machte die Mannschaft von Friedhelm Funkel aus einem 0:2 noch ein 3:2 (1:2). Den Treffer zum Gewinn der "Felge", die der Fortuna allerdings erst am Montag überreicht wird, erzielte Kaan Ayhan in der ersten Minute der Nachspielzeit (90.+1).

Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Max-Morlock-Stadion hatte Nürnberg in einem guten, intensiven Spiel dank der Treffer von Georg Margreitter (6.) und Tim Leibold (13.) einen Start nach Maß erwischt. Die zunächst etwas schläfrigen Gäste wurden danach stärker, Takashi Usami verkürzte (37.), Niko Gieselmann erzielte den Ausgleich (59.). 

Beide Mannschaften hatten sich die Versetzung in die Bundesliga bereits gesichert, Rekordaufsteiger Nürnberg geht zum achten Mal nach oben, Düsseldorf zum sechsten Mal. Der sechste Aufstieg als Trainer einer Mannschaft ist es auch für Fortuna-Coach Funkel.

MSV Duisburg - FC St. Pauli 2:0 (1:0)

Tore:  1:0 Stoppelkamp (45.+2), 2:0 Gartner (90.+5)

Der MSV Duisburg hat die Saison in der 2. Bundesliga in der oberen Tabellenhälfte beendet. Die Mannschaft von Trainer Ilja Gruew gewann am letzten Spieltag mit 2:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli. Das Ergebnis hatte allerdings keine großen Auswirkungen mehr - die Gäste hatten den Klassenerhalt bereits vor Wochenfrist perfekt gemacht.

Moritz Stoppelkamp (45.+2.) erzielte vor 25.324 Zuschauern die Führung nach einem Eckball per Kopf. In der Nachspielzeit traf Christian Gartner (90.+5.). Ansonsten hatten Torraumszenen im Spiel Seltenheitswert.

Die sportlich bedeutungslose Partie hatte von Beginn an Testspiel-Charakter. Beide Seiten waren zwar bemüht, konnten aber kaum spielerische Akzente setzen. Es passte zur Begegnung, dass der Führungstreffer für den MSV nach einer Standardsituation fiel.

Auch nach dem Seitenwechsel taten die Kontrahenten einander kaum weh, auf harte Zweikämpfe wurde gänzlich verzichtet. Duisburg verwaltete die Führung und stieß auf wenig Gegenwehr.

VfL Bochum - Jahn Regensburg 1:1 (0:0)

Tore:  0:1 Grüttner (64.), 1:1 Wurtz (87.)

Aufsteiger Jahn Regensburg hat die Saison in der 2. Bundesliga mit einem Unentschieden abgeschlossen und eine Top-Platzierung eingefahren. Am 34. und letzten Spieltag kam die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer beim VfL Bochum zu einem 1:1 (0:0) und verteidigte Platz fünf vor den Gastgebern.

Marco Grüttner (64.) hatte Regensburg in der sportlich bedeutungslosen Partie in Führung geschossen. Johannes Wurtz (87.) erzielte den Ausgleich.

Während der Jahn nach einem holprigen Saisonstart einen immer besseren Eindruck machte, war an ein derartiges Abschneiden des VfL im Winter noch nicht zu denken gewesen. Erst als Robin Dutt am 22. Spieltag auf Platz 14 liegend die Mannschaft übernahm, kletterten die Bochumer. Beide Mannschaften hatten bis zuletzt sogar noch kleine Hoffnungen auf den Relegationsplatz, den sich am vergangenen Wochenende jedoch Aufsteiger Holstein Kiel gesichert hatte.

Die 20.811 Zuschauer im Ruhrstadion sahen eine umkämpfte Partie, in der die Gastgeber zunächst leichte Vorteile hatten. Bochums Lukas Hinterseer vergab die beste Gelegenheit der Gastgeber, als er bei einem Abschluss aus zentraler Position lediglich den Außenpfosten traf (26.). Grüttner blieb im zweiten Abschnitt nach einem Bochumer Ballverlust im Mittelfeld eiskalt und traf nach gutem Umschaltspiel seiner Mannschaft. Wurtz belohnte die Bochumer in der Schlussphase.

Arminia Bielefeld - SV Sandhausen 0:0

Gelb-Rote Karte:  Sukuta-Pasu (Sandhausen, 39.)

Arminia Bielefeld ist auch im fünften Spiel in Serie zu Hause ungeschlagen geblieben. Zum Abschluss der Saison trennten sich die Ostwestfalen 0:0 vom SV Sandhausen, der in der Vorwoche den Klassenerhalt gefeiert hatte.

Vor 23.070 Zuschauern hatte die Arminia in der ersten Halbzeit doppeltes Pech: Andreas Voglsammer (27.) und Roberto Massimo (38.) scheiterten jeweils an der Latte. Für Aufregung sorgte eine Gelb-Rote Karte gegen Sandhausens Richard Sukuta-Pasu (39.) nach Foulspiel gegen Tom Schütz. Nur vier Minuten zuvor war der Stürmer von Schiedsrichter Benjamin Cortus wegen Meckerns verwarnt worden.

Trotz Unterzahl spielten die Sandhäuser in der zweiten Halbzeit engagiert nach vorne und waren die bessere Mannschaft. Nach und nach verließen die Gäste jedoch ihre Kräfte, woraus die Arminia allerdings kein Kapital schlagen konnte. in der Folge spielte sich die Partie vorwiegend zwischen den Strafräumen ab.

FC Ingolstadt - 1. FC Kaiserslautern 1:3 (0:2)

Tore:  0:1, 0:2 Mwene (40., 42.), 0:3 Andersson (47.), 1:3 Gaus (49.)

Dieser "Dreier" kam ein paar Wochen zu spät: Der 1. FC Kaiserslautern hat sich mit einem überraschenden Sieg mehr als würdevoll aus der 2. Bundesliga verabschiedet. Die Roten Teufel, die in der kommenden Saison zum ersten Mal drittklassig spielen werden, gewannen bei Bundesliga-Absteiger FC Ingolstadt durch Treffer von Osayamen Mwene (40./42.) und Sebastian Andersson (47.) mit 3:1 (2:0). Für die Gastgeber traf Marcel Gaus (49.).

Die Schanzer, die beinahe dauerhaft zwischen Aufstiegshoffnungen und Abstiegsangst geschwankt hatten, beendeten ihre durchwachsene Saison im Niemandsland der Tabelle - weit entfernt von Rang drei, gerade noch weit genug entfernt von Rang 16. Kaiserslautern war bereits nach einem 2:3 bei Arminia Bielefeld am 27. April nicht mehr zu retten gewesen und steigt als Tabellenletzter ab - allerdings mit erhobenem Haupt. 

Ingolstadt hätte längst in Führung liegen können, ehe Mwene gleich doppelt zuschlug. Danach wäre es beinahe peinlich geworden für die Gastgeber, die sich nach dem 0:3 zusammenrissen - ihre miserable Heimbilanz aber nicht mehr schönen konnten.

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