2. Liga: Dynamo schockt Düsseldorf - Bielefeld gewinnt auf dem Betze
Düsseldorf verpasst die Tabellenführung nach Horrorstart gegen Dresden. Nürnberg springt auf Drei, Ingolstadt trotzt Spitzenreiter Kiel ein Remis ab.

Im Montagabendsspiel der 2. Bundesliga kann Dynamo Dresden einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf aus Düsseldorf mitnehmen. Die Mannschaft von Friedhelm Funkel wurde durch drei Tore in zehn Minuten geschockt und kann so nicht die Tabellenführung übernehmen.

Tabellenführer Holstein Kiel muss sich unterdessen am 15. Spieltag mit einem Unentschieden begnügen. Der FC Ingolstadt erkämpfte bei den Norddeutschen ein 0:0, während der 1. FC Nürnberg nach einem 3:2-Auswärtssieg bei Eintracht Braunschweig auf Relegationsplatz drei springt.

Am Sonntag fuhr Greuther Fürth einen 4:0-Kantersieg über St. Pauli ein und schaffte damit Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze. Anders erging es Schlusslicht Kaiserslautern, die Roten Teufel verloren zuhause gegen Bielefeld mit 0:2, während sich Aue und Bochum unentschieden trennten.

Fortuna Düsseldorf - Dynamo Dresden 1:3 (1:3)

Tore: 0:1 Hartmann (4.), 0:2 Röser (6.), 0:3 Duljevic (10.), 1:3 Raman (31.)

Nach einem Horrorstart mit drei Gegentoren in den ersten zehn Minuten hat Fortuna Düsseldorf den Sprung an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga verpasst. Das Team von Trainer Friedhelm Funkel verlor am 15. Spieltag gegen Dynamo Dresden 1:3 (1:3) und kassierte die erste Heimniederlage der Saison. Die Rheinländer warten nun schon seit vier Ligaspielen auf einen Sieg.

Marco Hartmann (4.), Lucas Röser (5.) und Haris Duljevic (10.) setzten mit ihren Toren ein wichtiges Lebenszeichen bei den abstiegsbedrohten Sachsen. Trotz des ersten Dreiers nach zuletzt fünf Ligaspielen ohne Sieg bleibt die Mannschaft von Uwe Neuhaus aber auf Relegationsrang 16. Die Fortuna, für die Benito Raman traf (31.), liegt auf dem zweiten Platz einen Punkt hinter Spitzenreiter Holstein Kiel (31).

Vor 22.602 Zuschauern erlebte Düsseldorf eine Anfangsphase zum Vergessen: Zunächst köpfte Hartmann die aggressiven Gäste nach einem Eckball völlig freistehend in Führung, 107 Sekunden später traf Röser nach einem Ballverlust von Fortuna-Kapitän Oliver Fink von der Strafraumkante in den linken Torwinkel. Die Hausherren wirkten ob des Spielverlaufs völlig von der Rolle, Duljevic bestrafte die Verwirrung nach tollem Sololauf ebenfalls per Diszanzschuss.

Nur zwei Minuten nach dem neuerlichen Nackenschlag traf Takashi Usami mit einem Volleyschuss nur die Latte (12.), besser zielte dann Raman. In der Folge verflachte die Partie etwas, Paul Seguin vergab nach dem Seitenwechsel (49.) die große Gelegenheit zum 4:1.

SpVgg Greuther Fürth - FC St. Pauli 4:0 (2:0)

Tore: 1:0 Wittek (33.), 2:0 Raum (45.), 3:0 Narey (72.), 4:0 Green (79.)

Gelb-Rote Karte : Nehrig (St. Pauli) wegen wiederholten Foulspiels (63.)

Der FC St. Pauli kann in der 2. Liga anscheinend nicht mehr gewinnen. Die Hamburger kassierten bei der SpVgg Greuther Fürth mit zehn Mann eine 0:4 (0:2)-Klatsche und verlieren die Aufstiegsplätze nach sechs Spielen ohne Sieg aus den Augen. Für Fürth war es ein wichtiger Erfolg im Abstiegskampf, die SpVgg zog an Punkten mit Dynamo Dresden auf Platz 16 gleich.

Maximilian Wittek (33.) und der überragende David Raum (45.) stellten die Weichen vor der Pause auf Fürth-Sieg. Nach der Gelb-Roten Karte für den früheren Fürther Bernd Nehrig (63., wiederholtes Foulspiel) war das Spiel entschieden. Khaled Narey (72.) und Julian Green (79.) bescherten der SpVgg den höchsten Saisonsieg.

11.000 Zuschauer im Sportpark Ronhof sahen zunächst eine von Taktik geprägte Begegnung, in die Fürths neuer, alter Sportchef Rachid Azzouzi mit einem "sehr, sehr guten Gefühl" gegangen war. Das täuschte nicht, obwohl die Franken bald einen Rückschlag hinnehmen mussten: Adam Pinter verletzte sich bei einem Foul an Sami Allagui und musste raus (30.).

Kurz darauf traf Wittek nach Zuspiel von Raum per Flachschuss zur Führung, Robin Himmelmann sah nicht gut aus. Bei Raums herrlichem Schlenzer zum 2:0 war der Torhüter machtlos. In Überzahl hatte Fürth leichtes Spiel.

1. FC Kaiserslautern - Arminia Bielefeld 0:2 (0:1) 

Tore: 0:1 Voglsammer (27.), 0:2 Kerschbaumer (90.+4)

Kopflos, harmlos, planlos: Der erschreckend schwache 1. FC Kaiserslautern hat erneut die Frage nach seiner Zweitligatauglichkeit aufgeworfen. Der viermalige deutsche Fußballmeister, der erst zwei Saisonsiege auf dem Konto hat, unterlag am 15. Spieltag 0:2 (0:1) gegen Arminia Bielefeld und bleibt Tabellenletzter.

Andreas Voglsammer (27.) und Konstantin Kerschbaumer (90.+4) entschieden das erste Duell zweier luxemburgischer Trainer in der 2. Liga (Jeff Strasser gegen Jeff Saibene) zugunsten der Bielefelder. Die Arminia feierte damit den ersten Sieg nach fünf Partien ohne Dreier.

Bei den Roten Teufeln, die nach dem jüngsten Sieg bei Dynamo Dresden (2:1) vergeblich auf eine Trendwende gehofft hatten, ist vor der Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag (3. Dezember) mächtig Feuer unterm Dach.

Vor 20.464 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion hätte der FCK in der 9. Minute in Führung gehen können. Lukas Spalvis scheiterte aber am Bielefelder Torwart Stefan Ortega. Auf der Gegenseite konnte Voglsammer den Lauterer Keeper Marius Müller nicht überwinden (22.). Danach präsentierte sich die Abwehr der Pfälzer in mehreren Szenen als Hühnerhaufen, der Treffer Voglsammers war die logische Konsequenz.

Kurz nach dem Seitenwechsel scheiterte der Bielefelder Manuel Prietl an Müller (48.). Danach rannte der FCK ohne ein erkennbares Konzept an. Eine Torchance sprang bis kurz vor Schluss nicht dabei heraus.

Erzgebirge Aue - VfL Bochum 1:1 (1:1)

Tore : 1:0 Fandrich (4.), 1:1 Bastians (39.)

Der VfL Bochum tritt in der 2. Bundesliga weiter auf der Stelle. Der ehemalige Bundesligist musste sich im Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue mit einem 1:1 (1:1) zufrieden geben und wartet seit fünf Partien auf einen Sieg. In der Tabelle bleiben die Bochumer auf Rang 15 stark abstiegsgefährdet.

Clemes Fandrich (4.) hatte Aue mit seinem ersten Ligator seit Mai 2015 früh in Führung gebracht, ehe ausgerechnet Felix Bastians (39.) der Ausgleichstreffer für Bochum gelang. Der Verteidiger war im Oktober wegen angeblich beleidigender Äußerungen kurzzeitig vom Spiel- und Trainingsbetrieb ausgeschlossen worden. Dagegen hatte er erfolgreich Rechtsmittel eingelegt. Seine Kapitänsbinde verlor Bastians jedoch an an Stefano Celozzi.

Vor rund 6500 Zuschauern riss Aue zunächst das Spiel an sich, die frühe Führung durch Fandrich gab dem Team sichtlich Selbstvertrauen. Dem Tor vorausgegangen war ein herausragender Pass von Mittelfeldspieler Christian Tiffert.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel offener, es gab Chancen auf beiden Seiten. Pech hatte Bochum in der 64. Minute, als Stammtorhüter Manuel Riemann verletzt für Felix Dornebusch ausgewechselt werden musste.

Holstein Kiel - FC Ingolstadt 0:0

Holstein Kiel hat die Tabellenführung in der 2. Bundesliga zunächst mal gefestigt. Der Aufsteiger kam im Spitzenspiel des 15. Spieltages gegen Bundesliga-Aufsteiger FC Ingolstadt zwar nicht über ein 0:0 hinaus, liegt mit einem Punkt Vorsprung gegenüber Fortuna Düsseldorf aber nach wie vor auf dem ersten Platz. Die Rheinländer können aber am Montag mit einem Sieg gegen Dynamo Dresden die Spitze zurückerobern.

Beiden Teams begegneten sich von Beginn an auf Augenhöhe. In der dritten Minute hatten die Hausherren vor 9701 Zuschauern die erste gute Möglichkeit zur Führung, doch Steven Lewerenz vergab aus aussichtsreicher Position. Marcel Gaus und Alfredo Morales vergaben im ersten Durchgang gute Gelegenheiten für die Bayern.

Zwei Minuten nach der Pause jubelten die Kieler, nachdem Torjäger Marvin Ducksch vermeintlich seinen elften Saisontreffer erzielt hatte. Wegen eine Abseitsstellung von Kingsley Schindler wurde das Tor aber zu Recht nicht anerkannt. 

Schindler selbst vergab kurz darauf noch eine gute Chance. Am Ende konnten aber beide Teams mit dem Resultat zufrieden sein. Kiel blieb in der Liga zum achten Mal, der auf Rang fünf platzierte FCI zum siebten Mal ungeschlagen.

Eintracht Braunschweig - 1. FC Nürnberg 2:3 (1:1)

Tore: 0:1 Behrens (36.), 1:1 Khelifi (38.), 2:1 Abdullahi (64.), 2:2 Ishak (68.), 2:3 Ishak (83.) 

Der 1. FC Nürnberg hat im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga weiter Boden gut gemacht. Die Franken feierten bei Eintracht Braunschweig mit 3:2 (1:1) ihren fünften Auswärtssieg in dieser Saison und holten damit nach zwei vergeblichen Anläufen wieder einen Dreier. Während Nürnberg auf Relegationsplatz drei kletterte, steckt Braunschweig nach seinem vierten Spiel in Folge ohne Sieg weiter im Mittelfeld fest.

Hanno Behrens hatte Nürnberg in der 36. Minute in Führung gebracht, Salim Khelifi (38.) konnte kurz darauf egalisieren. Nach der Pause ging Braunschweig erstmals durch Suleiman Abdullahi (64.) in Front, ehe FCN-Torjäger Mikael Ishak (68./83.) mit seinen Saisontreffen zehn und elf den Club zum Sieg führte.  

Vor 21.605 Zuschauern lieferten sich die beiden ehemaligen Erstligisten von Beginn an einen offenen Schlagabtausch. Torchancen waren zunächst aber Mangelware. Nach einer Ecke von Enrico Valentini gelang dann FCN-Kapitän Hanno Behrens per Kopf sein sechster Saisontreffer. Im Gegenzug schaffte Khelifi nach guter Vorarbeit von Jan Hochscheidt der Ausgleich.

In der zweiten Hälfte nutze Abdullahi zunächst einen Fehler in der Nürnberger Abwehr zur Eintracht-Führung, ehe der überragende Schwede Ishak das Match zugunsten der Gäste entschied. Der erste Treffer des ehemaligen Kölners zum 2:2 war zugleich der 1000. Zweitligatreffer des Clubs.

SSV Jahn Regensburg - MSV Duisburg 4:0 (3:0)

Tore: 1:0 Grüttner (8.), 2:0 Nietfeld (27.), 3:0 Lais (39.), 4:0 Mees (85.)

Jahn Regensburg befindet sich in der 2. Fußball-Bundesliga weiter auf dem Vormarsch. Gegen Aufsteiger MSV Duisburg gewannen die Oberpfälzer 4:0 (3:0). Marco Grüttner (8.), Jonas Nietfeld (27.) und Marc Lais (40.) stellten schon frühzeitig die Weichen auf Sieg für den SSV Jahn, der zum vierten Mal in Folge ungeschlagen blieb. Für den Schlusspunkt sorgte Joshua Mees (85.).

Es war der vierte Dreier in den letzten fünf Heimspielen für die Regensburger, die sich auf Platz acht der Tabelle verbesserten und an den Zebras vorbeizogen. Die Meidericher kassierten nach fünf Partien wieder eine Niederlage.

Die Gastgeber zeigten sich sehr clever im Torabschluss und verwerteten ihre ersten beide Torschüsse zu Treffern. Der MSV war über weite Strecken das optisch überlegene Team, allerdings konnten die Gäste kaum gefährliche Situationen im gegnerischen Strafraum kreieren.

Nach dem 3:0 verwalteten die Regensburger geschickt ihren Vorsprung, der MSV war zwar bemüht, dem Spiel noch eine Wende zu verleihen, doch gegen die gut gestaffelte Abwehr des SSV Jahn gab es kaum ein Durchkommen. Duisburgs Torwart Mark Flekken musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Verletzung hatte er in der 35. Minute erlitten und war zur Pause ausgewechselt worden.

Union Berlin - Darmstadt 98 3:3 (1:0)

Tore: 1:0 Prömel (38.), 1:1 Boyd (51.), 2:1 Polter (58.), 2:2 Boyd (61.), 2:3 Kempe (67.) 3:3 Rosenthal (90. ET)

Union Berlin hat mit einem äußerst glücklichen Remis gegen Darmstadt 98 vorerst den dritten Tabellenplatz in der 2. Bundesliga behauptet. In der fünften Minute der Nachspielzeit unterlief Darmstadts Jan Rosenthal ein Eigentor zum 3:3 (0:1)-Endstand. Union verhinderte damit die zweite Niederlage in Folge, die Lilien blieben zum neunten Mal in Folge ohne Sieg.

"Das passt ins Bild, wenn man so lange sieglos ist", sagte ein maßlos enttäuschter Hamit Altintop nach dem Match bei Sky

Während sich Darmstadt zunächst auf Platz elf verbesserte, könnte Union trotz des Punktgewinns am Wochenende sowohl vom 1. FC Nürnberg als auch vom FC Ingolstadt vom Relegationsplatz verdrängt werden. Beide brauchen dafür aber einen Sieg.

Nach dem 3:2 durch Tobias Kempe (66.) per Foulelfmeter sah Darmstadt lange wie der sichere Sieger aus, ehe Rosenthal ins eigene Netz traf. Zuvor hatten Grischa Prömel (38.) und Sebastian Polter (58./Handelfmeter) Berlin zweimal in Führung gebracht, Terrence Boyd (51., 61.) jeweils für die Gäste ausgeglichen.

Eine Woche nach der Pleite in Heidenheim taten sich die Gastgeber vor 21.108 Zuschauern in der Alten Försterei von Beginn an  schwer. Erst ein schlimmer Patzer von Zweitliga-Debütant Florian Stritzel zwischen den Pfosten der Darmstädter ermöglichte den Hausherren die Führung. Der 23-Jährige ließ den Ball nach einem harmlosen Schuss von Prömel durch die Finger gleiten.

Auch nach der Pause fanden die Berliner trotz ihrer Führung selten ein geeignetes Mittel, die gut organisierte Defensive der Gäste zu knacken. Nach dem Ausgleich durch Boyd nutzte Polter einen umstrittenen Handelelfmeter, den Darmstadts Kapitän Aytac Sulu verursacht hatte, zu seinem neunten Saisontreffer. 

Erneut Boyd und Kempe vom Punkt drehten dann zunächst die Partie. Christopher Trimmel hatte mit einem Foul an Marvin Mehlem den Strafstoß verursacht. Nach dem späten Eigentor war sofort Schluss.

SV Sandhausen - 1. FC Heidenheim 1:2 (1:0)

Tore: 1:0 Knipping (28.), 1:1 Glatzel (48.), 1:2 Vorhoek (73.)

Der SV Sandhausen hat in der 2. Bundesliga den Sprung auf Platz vier verpasst. Die Mannschaft von Trainer Kenan Kocak unterlag am 15. Spieltag gegen den 1. FC Heidenheim mit 1:2 (1:0). Nach dem Sandhäuser Führungstreffer durch Geburtstagskind Tim Knipping (28.) drehten Robert Glatzel (48.) und John Verhoek (73.) die Partie. Sandhausens Richard Sukuta-Pasu (52.) vergab einen Foulelfmeter.

Mit dem zweiten Auswärtssieg unterstrichen die seit vier Spielen ungeschlagenen Heidenheimer ihre ansteigende Form und befreiten sich mit nun 18 Punkten aus dem Tabellenkeller. Der Rückstand auf Sandhausen beträgt nun sogar nur noch drei Zähler.

Vor 5243 Zuschauern bestimmten zunächst Standards die Partie. Die Gäste hatten nach einem Freistoß von Kapitän Marc Schnatterer durch Timo Beermann (14.) die erste Chance des Spiels. Sandhausen verpasste durch Höler (23.) zunächst noch die Führung, ehe Knipping an seinem 25. Geburtstag nach einer Ecke aus dem Pulk heraus für den SVS traf.

In einer ansehnlicheren Partie kamen Sandhausens Max Jansen (40.) per Hacke und Heidenheims Glatzel (42.) zu guten Chancen. FCH-Linksverteidiger Arne Feick (45.) setzte einen Freistoß gefühlvoll an den Pfosten.

Kurz nach der Pause machte es Glatzel besser und glich mit einem flachen Distanzschuss zum 1:1 aus. Nur vier Minuten später scheiterte Sukuta-Pasu mit einem überheblich ausgeführten Elfmeter an Torwart Kevin Müller. Auf der anderen Seite tunnelte Verhoek Sandhausens Torwart Marcel Schuhen und traf zum vierten Mal in den letzten drei Partien.

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