St. Pauli beendet Negativserie - Holstein Kiel verliert Platz eins
Die Kiezkicker feiern einen versöhnlichen Jahresabschluss. Nürnberg und Kiel stolpern, die Fortuna aus Düsseldorf dagegen erobert Platz ein zurück.

Am 18. Spieltag der 2. Bundesliga hat der FC St. Pauli seine Negativserie mit einem 2:1 (1:0)-Sieg gegen den VfL Bochum beendet.

Tabellenführer Holstein Kiel verlor sein Gastspiel in Sandhausen und musste deshalb den Überraschungs-Platz eins wieder abgegeben. Der MSV Duisburg marschiert hingegen weiter.

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FC St. Pauli - VfL Bochum 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Sobiech (34.), 2:0 Schneider (49.), 2:1 Hinterseer (75.) 

Gelb-Rote Karte: Losilla (90., Bochum)

Der FC St. Pauli hat den Aufwärtstrend des VfL Bochum gestoppt und sich im letzten Spiel vor der Winterpause den Frust von der Seele geschossen. Das zuvor acht Spiele sieglose Team von Trainer Markus Kauczinski schlug die Westfalen zum Abschluss des Spieltags mit 2:1 (1:0).

Die Kiezkicker zogen am VfL vorbei auf Rang zehn und bauten sich ein beruhigendes Polster von fünf Punkten auf den Relegationsplatz 16 auf. Bochum steht nach einem turbulenten wie unbefriedigenden ersten Halbjahr nur auf Rang zwölf – vor der Saison hatte Sportchef Christian Hochstätter vom Aufstieg gesprochen.

Lasse Sobiech brachte St. Pauli in der 34. Spielminute vor 29.005 Zuschauern mit der ersten echten Torchance in Führung. Nach einer Ecke reagierte der Kapitän am schnellsten und vollstreckte mit dem linken Fuß. Jan-Marc Schneider nutzte einen Konter nach feinem Zuspiel von Cenk Sahin zum 2:0 (49.). Lukas Hinterseer verkürzte noch für die Gäste (75.). Der Bochumer Anthony Losilla sah kurz vor Spielende wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (90.).

Bochum erwischte den besseren Start, ließ aber schnell nach. St. Pauli sorgte immer wieder per Standardsituationen für Gefahr. Sobiech hatte vor der Pause gleich zweimal die Chance zu seinem zweiten Treffer, scheiterte aber per Kopf an Felix Dornebusch (39.) und an der Latte (40.). Nach der Pause drängte der VfL, doch St. Pauli stand bis zum Anschlusstreffer sicher.

SV Sandhausen - Holstein Kiel 3:1 (0:0)

Tore: 1:0 Paqarada (58.), 2:0 Höler (61., Foulelfmeter), 3:0 Sukuta-Pasu (71.), 3:1 Peitz (78.)

Die Störche lassen Federn: Überraschungs-Aufsteiger Holstein Kiel hat im letzten Spiel des Jahres den Spitzenplatz in der 2. Fußball-Bundesliga verloren. Der Herbstmeister unterlag zum Rückrunden-Auftakt 1:3 (0:0) beim SV Sandhausen - vom Durchmarsch in die Bundesliga dürfen die Kieler unterm Weihnachtsbaum dennoch träumen.

Durch die Niederlage hat Kiel einen Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf. Leart Paqarada per Freistoß (58.), Lucas Höler per Foulelfmeter (61.) und Richard Sukuta-Pasu (71.) trafen für die Kurpfälzer, die auf den fünften Platz geklettert sind. Für Kiel war es erst die dritte Niederlage - daran änderte auch das Tor von Dominic Peitz (78.) nichts.

SVS-Profi Tim Kister sah kurz vor Schluss wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (85.). In der zweiten Minute der Nachspielzeit flog auch noch Kiels Dominik Schmidt mit Gelb-Rot vom Platz. 

Auf dem schwer bespielbaren Boden im Stadion am Hardtwald war von Beginn an Kampf Trumpf. Vor 4829 Zuschauern schenkten sich beide Mannschaften nichts. Echte Torchancen blieben aber Mangelware, das Geschehen spielte sich zumeist zwischen den Strafräumen ab. Mit zunehmender Spieldauer erhöhten die Kieler den Druck, für einen Treffer vor der Pause reichte es aber nicht. Die beste Chance hatte Patrick Herrmann per Distanzschuss (44.).

Nach dem Seitenwechsel wurden die Gastgeber wieder aktiver. Der Doppelschlag innerhalb von drei Minuten kam dennoch überraschend. Zunächst versenkte Paqarada einen Freistoß, dann traf Höler vom Punkt. Sukuta-Pasu schraubte das Ergebnis gegen konsternierte Gäste in die Höhe. Peitz traf per Kopf nach einer Ecke.

MSV Duisburg - Dynamo Dresden 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Iljutschenko (45.), 2:0 Wolze (83.) 

Zweitligist Dynamo Dresden hat seine Fans ohne ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk in die Winterpause verabschiedet. Im letzten Spiel des Jahres verloren die Sachsen beim Aufsteiger MSV Duisburg mit 0:2 (0:1) und kassierten ihre erste Niederlage nach zuletzt drei Siegen in Folge.

MSV-Stürmer Stanislaw Iljutschenko (45.) drückte unmittelbar vor Ende des ersten Durchgangs eine Hereingabe von Ahmet Engin zum Führungstreffer über die Linie. Kevin Wolze (83.) sorgte per Freistoß für den Endstand. Durch den Erfolg hat Duisburg lediglich eine der vergangenen neun Partien verloren, zog in der Tabelle an Dresden vorbei und liegt mit 26 Punkten gar in Schlagdistanz zu den Top vier.

Vor 14.792 Zuschauern hatte Dresden von Beginn an Probleme, selbst zu gefährlichen Aktionen zu kommen. Auf dem schwer in Mitleidenschaft gezogenen Rasen waren fließende Kombinationen nur schwer möglich. Die Gastgeber setzten daher auf überfallartiges Konterspiel und kreierten bereits vor dem Führungstreffer gute Chancen. 

Kingsley Onuegbu (9.) und Engin (20.) vergaben jedoch, einen Kopfball von Dustin Bomheuer (35.) klärte Dynamo-Keeper Marvin Schwäbe nur unter größter Anstrengung zur Ecke. Auch in der zweiten Hälfte hatten die Gäste zunächst die besseren Chancen, auch wenn Dresden besser und druckvoller ins Spiel fand. Nach einer Flanke von Engin verpasste Duisburgs Mittelfeld-Regisseur Fabian Schnellhardt (59.) den zweiten Treffer aus wenigen Metern.

SpVgg Greuther Fürth - Darmstadt 98 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Wittek (45.), 1:1 Altintop (90.+4)

Hamit Altintop hat das Comeback von Trainer Dirk Schuster bei Zweitligist Darmstadt 98 gerettet. Eine missglückte Flanke des ehemaligen Bayern-Profis landete in der Nachspielzeit (90.+4) zum 1:1 (0:1) im Kellerduell bei der SpVgg Greuther Fürth im Tor. Der Bundesliga-Absteiger überwintert damit auf Relegationsplatz 16, Fürth liegt mit einen Punkt Rückstand auf dem ersten Abstiegsrang.

Ein Traumtor per Freistoß von Maximilian Wittek (45.) ließ Fürth vom sechsten Saisonsieg träumen. Doch am Ende freute sich Schuster 582 Tage nach seinem Abschied aus Darmstadt über einen Punkt. Seine Mannschaft ist aber seit zwölf Spiele sieglos.

8210 Zuschauer sahen am Ronhof knallharten Abstiegskampf mit vielen giftigen Duellen und wenigen spielerischen Höhepunkten. Schuster hatte fünf Profis in die Startelf berufen, die er noch aus seiner ersten Darmstädter Zeit kannte (Sulu, Holland, Sirigu, Kempe, Platte), doch eingespielt wirkte 98 nicht.

Fürth hatte mehr vom Spiel, Jürgen Gjasula traf mit einem abgefälschten Schuss die Latte (12.). Darmstadt versuchte es mit Felix Platte (6./41.), ehe Wittek aus 28 Metern traf. 98 aber kämpfte verbissen, Yannik Stark sah seine fünfte Gelbe Karte und fehlt im Januar gegen Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern. Nach einer Stunde stellte Schuster vom 4-2-3-1-System auf 4-4-2 um, mit Ergänzungsstürmer Jamie Maclaren bekam sein Team mehr Abschlüsse und hatte am Ende Glück.

Erzgebirge Aue - FC Heidenheim 1:1 (1:0)

Tore:  1:0 Soukou (8.), 1:1 Verhoek (90.+1)

Erzgebirge Aue und der 1. FC Heidenheim treten in der 2. Bundesliga auf der Stelle. Die beiden Tabellennachbarn trennten sich am letzten Spieltag vor der Winterpause 1:1 (1:0) und verpassten so beide einen wichtigen Dreier im Kampf um den Klassenerhalt.

Cebio Soukou (8.) bescherte den Gastgebern vor 6500 Zuschauern mit seinem dritten Saisontreffer zunächst einen Start nach Maß. John Verhoek (90.+1) rettete den Baden-Württembergern in der Schlussphase zumindest einen Punkt, der dem Tabellen-14. Heidenheim (22 Punkte) und den zwölftplatzierten Erzgebirglern (23) allerdings nicht weiterhilft.

Nach der frühen Führung durch Soukous leicht abgefälschten Rechtsschuss zeigte Aue im ersten Durchgang weiter die bessere Spielanlage. Den Heidenheimern gelang in der Offensive aber auch viel zu wenig, um die gut organisierten Veilchen ernsthaft im Bedrängnis zu bringen.

Nach der Pause blieb die Begegnung auf äußerst überschaubarem Niveau. Torchancen waren auf beiden Seiten über weite Strecken Mangelware, erst beim letzten Aufbäumen nutzte Wittek eine Ecke zum nicht unverdienten Ausgleich.

1. FC Kaiserslautern - 1. FC Nürnberg 1:1 (0:1)

Tore:  0:1 Ishak (25.), 1:1 Bredlow (62. Eigentor)

Der 1. FC Nürnberg ist im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga über das Schlusslicht gestolpert und hat den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Die Mannschaft von Trainer Michael Köllner kam am 18. Spieltag beim 1. FC Kaiserslautern nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus.

Nürnberg geht mit 33 Punkten in die Winterpause und liegt damit hinter Fortuna Düsseldorf (34) und Aufsteiger Holstein Kiel (33), der nach dem Spiel am Sonntag beim SV Sandhausen wieder die Spitze übernehmen kann.

Stürmer Mikael Ishak (25.) brachte Nürnberg mit seinem 12. Saisontreffer in Führung, Torhüter Fabian Bredlow (61.) sorgte aber mit einem Eigentor für den Ausgleich. Der Club bestreitet sein letztes Spiel des Jahres am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Bundesligist VfL Wolfsburg. Kaiserslautern beendet 2017 mit nur zwei Saisonsiegen und zwölf Punkten als abgeschlagener Letzter.

Nürnberg ging vor 17.800 Zuschauern auf dem Betzenberg durch Ishaks Kopfball nach einer Ecke verdient in Führung. Nach der Pause vergaben Hanno Behrens (49.) und Edgar Salli (55.) sehr gute Chancen auf das 2:0, dann jedoch fälschte Georg Margreitter eine Hereingabe ab und leitete damit Bredlows Eigentor ein.

Jahn Regensburg - Arminia Bielefeld 3:2 (2:1)

Tore: 0:1 Voglsammer (12.), 1:1 Gimber (14.), 2:1 Grüttner (25.), 3:1 Hartherz (78., Eigentor), 3:2 Kerschbaumer (90.+3)

Jahn Regensburg schiebt sich in der 2. Bundesliga immer weiter nach vorne. Im Verfolgerduell gegen Arminia Bielefeld behielten die Oberpfälzer zum Auftakt der Rückrunde mit 3:2 (2:1) die Oberhand und belegen bereits Platz sechs. Durch den Erfolg schob sich der SSV Jahn an den Ostwestfalen in der Tabelle vorbei, beide Teams haben 25 Zähler auf dem Konto.

Andreas Voglsammer (12.) hatte die Bielefelder vor 7137 Zuschauern in Führung gebracht, doch die Hausherren ließen sich davon nicht verunsichern. Die Regensburger schafften durch Benedikt Gimber (14.) und Marco Grüttner (25.) die schnelle Wende im Spiel und gingen 2:1 in Führung. Ein Eigentor von Bielefelds Florian Hartherz (78.) sorgte für das 3:1. Konstantin Kerschbaumer (90.+2) markierte den Treffer zum Endstand.

In den letzten sieben Spielen holten die Regensburger fünf Siege sowie ein Unentschieden und verloren nur einmal.  Die Bielefelder erzielten in jedem ihrer bislang zehn Auswärtsspiele der Saison jeweils mindestens ein Tor.

Die Mannschaften lieferten sich ein attraktives Spiel, auch die Arminia versteckte sich nicht. Es entwickelte sich eine Partie mit zahlreichen Torszenen auf beiden Seiten. Der Armenier Sargis Adamjan war an den ersten beiden Jahn-Toren jeweils beteiligt und ein steter Unruheherd für die Abwehr der Gäste. Nach dem frühen Rückstand spielten die Regensburger mit vollem Risiko nach vorne.

Eintracht Braunschweig - Fortuna Düsseldorf 0:1 (0:1)

Tor: 0:1 Lovren (9.)

Düsseldorf sorgte in Braunschweig früh für die Entscheidung. Der erst 19-jährige Kroate Davor Lovren, Bruder von Liverpool-Star Dejan Lovren, erzielte mit einem sehenswerten Lupfer den Treffer des Tages (9.). Eintracht-Kapitän Ken Reichel verfehlte mit einem Distanzschuss an den Innenpfosten (60.) den Ausgleich, der nicht unverdient gewesen wäre.

Fortuna ist nun vorerst wieder Erster, allerdings kann das Team von Trainer Friedhelm Funkel (34 Punkte) am Wochenende von Herbstmeister Holstein Kiel (33) und dem 1. FC Nürnberg (32) erneut überholt werden. Trotz der erst vierten Saisonniederlage sind für Braunschweig die Aufstiegsränge bei 22 Punkten wohl endgültig außer Reichweite geraten.

Union Berlin - FC Ingolstadt 1:2 (0:0)

Tore: 1:0 Skrzybski (59., Foulelfmeter) 1:1 Leipertz (73.) 1:2 Lezcano (77., Foulelfmeter)

Union lag durch einen verwandelten Foulelfmeter von Steven Skrzybski (59.) zunächst vorne, dann aber kam Ingolstadt auf und drehte die Partie durch Robert Leipertz (73.) und Dario Lezcano (77., Foulelfmeter). Berlin belegt nur noch den fünften Rang (26 Punkte), während Ingolstadt (28) neuer Vierter ist. Unter Hofschneider hatte der ambitionierte Klub bereits in der Vorwoche gegen Dynamo Dresden (0:1) verloren.

Zunächst hatte sich Union die besseren Chancen erspielt. Sebastian Polter (16.) und Felix Kroos (32.) hätten schon früh treffen können, sie wurden von der aufmerksamen Ingolstädter Defensive noch entscheidend gestört. 

Doch bei der Entstehung des Elfmeters war der FCI nicht auf der Höhe: Alfredo Morales leistete sich ein unnötiges Foul gegen Marcel Hartel, Skrzybski ließ sich diese Möglichkeit nicht nehmen. In der Folge zog sich Berlin weit zurück. Ingolstadt erhöhte den Druck und kam zu Chancen: Leipertz glich zunächst aus, dann sorgte Lezcano für die Entscheidung.

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