DFB-Pokal, 1. Runde, der Sonntag: Stuttgart zittert sich weiter - RB Leipzig souverän, HSV blamiert sich
RB Leipzig schafft es souverän in die zweite Runde im DFB-Pokal. Wolfsburg siegt knapp, der HSV blamiert sich - und Stuttgart macht's spannend.

In der ersten DFB-Pokalrunde schied der Hamburger SV als erster von bisher zwei Bundesligisten aus dem Wettbewerb aus. Die Hanseaten verloren an der Bremer Brücke gegen den Drittligisten VfL Osnabrück mit 1:3, der FC Augsburg musste sich am Sonntagabend dann mit 0:2 beim 1. FC Magdeburg geschlagen geben.

Der VfB Stuttgart machte es bei Regionalligist Energie Cottbus zumindest im Elfmeterschießen besser und zog vom Punkt in die nächste Runde ein. Der VfL Wolfsburg mühte sich indes gegen Norderstedt zu einem 1:0-Erfolg, während RB Leipzig locker in die zweite Runde marschierte.

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Die Zweitligisten Bochum, Ingolstadt und Fürth ziehen ebenfalls in die nächste Runde ein. Regionalligist Schweinfurt 05 bezwingt den SV Sandhausen.

Energie Cottbus - VfB Stuttgart 2:2 (2:2, 2:0) n.V., 3:4 i.E.

Tore: 1:0 Viteritti (5.), 2:0 Maximilian Zimmer (28.), 2:1 Brekalo (49.), 2:2 Matuwila (77., Eigentor)

Elfmeterschießen: 0:1 Terodde, 1:1 Viteritti, 1:2 Ginczek, 2:2 Stein, 2:3 Pavard, 3:3 Schlüter, 3:4 Brekalo, Ziegenbein (Cottbus) schießt an den Pfosten, Meyer (Cottbus) hält gegen Brekalo, Förster (Cottbus) schießt am Tor vorbei

Aufsteiger VfB Stuttgart ist im DFB-Pokal an einer Blamage vorbeigeschrammt und hat eine höchst durchwachsene Generalprobe für das Comeback in der Bundesliga gegeben. In der ersten Runde mühte sich die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf bei Regionalligist Energie Cottbus zu einem 4:3 im Elfmeterschießen. Nach der Verlängerung hatte es 2:2 (2:2, 0:2) gestanden. Benjamin Förster setzte den entscheidenden Elfmeter neben das Tor.

Sechs Tage vor dem Liga-Start bei Hertha BSC (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) hat die Euphorie bei den Schwaben einen leichten Dämpfer erhalten. Cottbus, das im Vorfeld den "Geist von 1997" beschworen hatte und in Retrotrikots auflief, verpasste 20 Jahre nach dem verlorenen Finale gegen den VfB (0:2) trotz einer starke Vorstellung denkbar unglücklich die erhoffte späte Revanche.

Fabio Viteritti (5.) und Maximilian Zimmer (28.) per direkt verwandeltem Freistoß sorgten vor 17.516 Zuschauern für die verdiente Zwei-Tore-Führung der Lausitzer. Nach der Pause gelang Stuttgart durch Josip Brekalo (49.) nach sehenswertem Solo und José-Junior Matuwila (77., Eigentor) der Ausgleich.

Stuttgart-Coach Wolf musste besonders in der Defensive improvisieren. Linksverteidiger Emiliano Insua fehlte verletzt, der angeschlagene Neuzugang Dennis Aogo noch keine Option. Christian Gentner ersetzte kurzfristig Timo Baumgartl, blieb im Mittelfeld aber blass. Ex-Nationalspieler Holger Badstuber fehlte gesperrt. Im Tor erhielt Neuzugang Ron-Robert Zieler den Vorzug vor Mitch Langerak.

Die Personalnot machte sich sofort bemerkbar. Cottbus setzte die Schwaben mit frühem Pressing unter Druck und provozierte wie vor dem ersten Treffer Fehler. Ebenezer Ofori und Dzenis Burnic luden Energie mit haarsträubenden Abstimmungsproblemen am eigenen Strafraum förmlich zum Gegentor ein.

Dabei war der Bundesligist zunächst spielerisch überlegen und hatte beim Lattentreffer des bemühten Takuma Asano (12.) Pech. Cottbus blieb seinerseits jedoch mit Kontern gefährlich und kombinierte mitunter ansehnlich. Mit jedem erfolgreichen Zuspiel wuchs das Cottbuser Selbstvertrauen, Stuttgart wurde dagegen defensiv immer unsortierter.

Die Pausenführung der aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber, die nach drei Siegen aus drei Spielen souveräner Tabellenführer der Regionalliga Nord-Nordost sind, war nach Zimmers Kunstschuss daher auch in dieser Höhe nicht unverdient.

Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff schöpfte Zweitligameister Stuttgart nach Brekalos Alleingang Hoffnung, tat sich gegen defensiv gut sortierte Cottbuser aber weiter schwer.

Die von Trainer Claus-Dieter Wollitz bestens eingestellten Gastgeber standen dagegen nicht nur in der Abwehr sicher, mit mutigen Vorstößen brachte vor allem Angreifer Streli Mamba den VfB immer wieder in Bedrängnis. Dass der VfB durch ein Eigentor zum Ausgleich kam, war bezeichnend.

Danach spielten beide Teams auf den Sieg, bis zum Ende der regulären Spielzeit hatte Stuttgart auf einmal klare Vorteile. In der extrem hitzigen Verlängerung hatte der VfB aber Glück, dass ein Kopfballversuch von Marc Stein an die Latte klatsche (95.). Auf der Gegenseite vergab der eingewechselte Daniel Ginczek bei einem Konter die Großchance zum Sieg (115.).

1. FC Magdeburg - FC Augsburg 2:0 (0:0)

Tore: 1:0 Beck (87.), 2:0 Schwede (90.+1)

Bundesligist FC Augsburg hat im Magdeburger Hexenkessel erneut sein persönliches Waterloo erlebt und ist in der ersten Runde des DFB-Pokals völlig verdient ausgeschieden. Beim Drittligisten 1. FC Magdeburg verlor das Team von Trainer Manuel Baum seine Erstrundenpartie mit 0:2 (0:0). Schon 2014 war der FCA beim damaligen Regionalligisten in der ersten Runde mit 0:1 aus dem Pokal geflogen.

Kurios: Christian Beck (87.) traf wie vor drei Jahren für den Landespokalsieger von Sachsen-Anhalt. Tobias Schwede (90.+1) machte in der Nachspielzeit mit einen Treffer ins leere Tor alles klar.

Die Pleite zum Pflichtspielauftakt setzt Augsburg noch vor dem Ligastart unter Druck. Beim Hamburger SV am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) sind die bayerischen Schwaben gleich gefordert. In Magdeburg sah sich der 13. der abgelaufenen Bundesliga-Saison nicht nur auf dem Platz massiver Gegenwehr ausgesetzt.

Vor der Partie hatten Unbekannte durch Schmierereien am Mannschaftsbus der Gäste für Unmut gesorgt. Parolen wie "Wessis jagen" und "Nur der 1. FCM" waren am Sonntag auf dem schwarzen Vehikel der Süddeutschen zu lesen. "Jedwede Form des Vandalismus ist zu verteufeln. Das lehnt der 1. FC Magdeburg ganz klar ab", sagte FCM-Pressesprecher Norman Seidler dem MDR. Die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt nahm umgehend Ermittlungen gegen Unbekannt auf.

Wie die Unterstützung des Herzensvereins richtig geht, zeigten die 21.641 Zuschauer im Stadion. Wie entfesselt peitschte das Magdeburger Publikum sein Team noch vorne, wovon sich der Favorit zunächst beeindruckt zeigte. Marcel Niemeyer (3.) hatte prompt die erste Chance zur Führung der Gastgeber, scheiterte aus linker Position jedoch knapp an FCA-Torhüter Marwin Hitz. 

Augsburg fand im ersten Durchgang so gut wie gar nicht zu seinem Spielaufbau und hatte große Probleme mit dem robusten Pressing der Magdeburger. Ein recht ungefährlicher Schuss von Jonathan Schmid (21.) war die zwingendste Aktion, die Torwart Mario Seidel, die etatmäßige Nummer drei, in der ersten Halbzeit zu parieren hatte. Die in dieser Phase überlegenen Magdeburger waren offensiv wesentlich druckvoller und hatten in Person von Torjäger Beck (34./45.) mehrmals das 1:0 auf dem Fuß.

Im zweiten Abschnitt büßte Magdeburg kaum an Kampfkraft ein, doch Augsburg kam zu besseren Möglichkeiten. Stürmer Alfred Finnbogason (52.) prüfte Seidel mit einem satten Schuss aus rund 16 Metern, doch der FCA blieb auch im Anschluss zu passiv. Wie aus dem Nichts stand plötzlich Schmid (69.) frei vor Seidel, der den Versuch des Franzosen mit einem großartigen Reflex an die Latte lenkte. 

Kurz darauf verweigerte Schiedsrichter Guido Winkmann den Augsburgern einen Strafstoß, nachdem Magdeburgs Nils Butzen den Ball im Sechzehnmeterraum aus kurzer Distanz an die Hand bekommen hatte. Magdeburg behielt auch in der Folge die Ballhoheit, während die Gäste irgendwie auf einen Glückstreffer hofften. Drei Minuten vor Spielende war es dann Beck, der für ein Deja-vu sorgte, ehe Schwede sogar erhöhte. Zuvor war ein Schuss von Felix Lohkemper aufs leere Tor aus gut 60 Metern aufs leere Tor am Pfosten gelandet.

VfL Osnabrück - Hamburger SV 3:1 (1:0)

Tore: 1:0 Savran (39.), 2:0 Heider (61.), 3:0 Arslan (71.), 3:1 Wood (74., Foulelfmeter)

Rote Karte: Appiah (Osnabrück) nach einer Notbremse (18.)

Dicke Pokalblamage trotz 72-minütiger Überzahl: Mit einer peinlichen 1:3 (0:1)-Niederlage beim Drittligisten VfL Osnabrück hat der Hamburger SV einen desaströsen Pflichtspielstart in die neue Saison hingelegt. Die aufopferungsvoll kämpfenden Niedersachsen, im Punktspielalltag nach vier Begegnungen noch sieglos, konnten ihr Glück kaum fassen, unter diesen aussichtslos scheinenden Umständen sensationell die zweite Runde zu erreichen.

Das von den 16.000 Zuschauern an der ausverkauften Bremer Brücke bejubelte Führungstor gelang Mannschaftskapitän Halil Savran in der 39. Minute. In der 61. Minute schob Marc Heider nach einem sehenswerten Konter den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Platzherren schon seit 43 Minuten nur noch neun Feldspieler auf dem Platz. Schiedsrichter Deniz Aytekin (Grosasbach) zeigte VfL-Verteidiger nach Notbremse (18.) gegen Bobby Wood zurecht die Rote Karte. Dem Ex-Hamburger Ahmet Arslan (71.) gelang sogar das 3:0, ehe Wood per Foulelfmeter (74.) nur noch verkürzen konnte.

Die bis zum Platzverweis ausgeglichene Partie verlagerte sich in der Folgezeit ganz in die Hälfte der Norddeutschen. Doch statt aus Kombinationsfußball zu setzen, setzten die Hanseaten viel zu oft auf hohe Flanken und kamen damit bis zum Halbzeitpfiff nicht zum Erfolg.

Osnabrücks Torhüter Marius Gersbeck zeichnete sich mehrfach aus, zudem vergaben Aaron Hunt (20.) und Nicolai Müller (45.) in aussichtsreichen Positionen. Kein gutes Zeichen eine Woche vor dem Ligastart gegen den FC Augsburg. 

Nach dem Seitenwechsel setzte HSV-Trainer Markus Gisdol auf eine Stärkung der Offensive und ersetzte den gelb-rot gefährdeten Gideon Jung durch Lewis Holtby. Doch Kapital schlagen konnte der Erstligist zunächst daraus nicht, das Osnabrücker Abwehrbollwerk mit zwei Viererketten hielt.

Nach dem zweiten Gegentor setzte der HSV voll auf Angriff, Stürmer Luca Waldschmidt kam ins Spiel (63.). Aber die Aktionen des Favoriten wurden nicht druckvoller, es fehlte auch an Überraschungsmomenten. Stattdessen musste HSV-Keeper Christian Mathenia gegen Savran (66.) einen dritten Gegentreffer verhindern. Den erzielte dafür ausgerechnet Arslan, der ehemalige U21-Kapitän des HSV. Das 1:3 durch Woods kam zu spät für die insgesamt enttäuschenden Hamburger.

Beim restlos enttäuschenden HSV verdiente sich nur Kapitän Gotoku Sakai zumindest eine Fleißnote. Aus der Mannschaft von Joe Enochs ragten Gersbeck und Sangare heraus.

Sportfreunde Dorfmerkingen - RB Leipzig 0:5 (0:1)

Tore: 0:1 Sabitzer (4.), 0:2 Sabitzer (47.), 0:3 Werner (56.), 0:4 Poulsen (59., Foulelfmeter), 0:5 Keita (65.)

Besonderes Vorkommnis: Zech (Dorfmerkingen) hält Foulelfmeter von Werner (25.)

Vizemeister RB Leipzig hat mit einem glanzlosen Auftritt die 2. Runde des DFB-Pokals erreicht. Der Champions-League-Teilnehmer war gegen den unbekümmerten Sechstligisten Sportfreunde Dorfmerkingen eine Halbzeit lang überhaupt nicht bei der Sache, erst durch eine kleine Leistungssteigerung nach der Pause und den Kräfteverschleiß bei den Amateuren gab es ein am Ende standesgemäßes 5:0 (1:0). Eine Woche vor dem Start in die Bundesliga mit dem Spiel bei Schalke 04 (Samstag, 18.30 Uhr/Sky) sind die Sachsen von ihrer Bestform aber offensichtlich noch ein gutes Stück entfernt.

Vor 10.460 Zuschauern in der Ostalb-Arena des Drittligisten VfR Aalen, einst Station von Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl, gingen die Gäste durch Marcel Sabitzer in Führung (4.), spielten gegen die respektlosen Amateure dann aber unkonzentriert und pomadig. Timo Werner scheiterte zudem noch mit einem Foulelfmeter an Torhüter Christian Zech (25.). Nach dem zweiten Treffer von Sabitzer (47.) ging dem Sechstligisten zusehends die Puste aus. Die weiteren Tore erzielten Werner (56.), Yussuf Poulsen (59., Foulfmeter) und Naby Keita (65.).

Die Dorfmerkinger hatten es zuvor einmal in die 1. Runde des DFB-Pokals geschafft, dort unterlagen sie 1998 den Stuttgarter Kickers mit 0:3. Gegen jene Kickers, nunmehr Regionalligist, qualifizierte sich der Dorfklub im Mai durch ein 3:1 im Finale des WFV-Pokals zum zweiten Mal für die 1. Hauptrunde. Größere Berühmtheit erlangte die Mannschaft aber, weil sie sich die Trophäe bei der Jubelsause auf Mallorca klauen ließ. Vier Tage später war sie wieder da.

Die Amateure, die vom ehemaligen Stuttgarter Bundesliga-Profi Helmut Dietterle betreut werden, verteidigten zumindest eine Halbzeit lang geschickt, gingen unbekümmert zur Sache. Angreifer Daniel Nietzer war zeitweise so flink unterwegs, dass ihn Dayot Upamecano und Konrad Laimer jeweils nur durch Fouls stoppen konnten - beide sahen dafür Gelb. Zwei Szenen, die ins Bild passten.

Tatsächlich wirkte der Bundesligist nach der Führung unkonzentriert und zu lässig. Fünf Minuten, nachdem Werner an Zech gescheitert war, musste Torhüter Peter Gulasci bei einem Freistoß des früheren Zweitligaprofis Marco Haller sogar den Ausgleich verhindern (30.). Wieder fünf Minuten später grätschte Upamecano dem auf und davon stürmenden Nietzer gerade noch den Ball vom Fuß. 

Leipzigs Trainer Hasenhüttl, der zweieinhalb Jahre den VfR Aalen trainiert und in die zweite Liga geführt hatte, sah sich kurz vor der Pause sogar gezwungen, den schwachen Neuzugang Laimer vom Platz zu nehmen und Dominik Kaiser zu bringen (41.). Aus der Kabine kamen die Leipziger dann doch viel entschlossener, die Treffer gegen nachlassende Dorfmerkinger waren der Ausdruck der deutlichen Überlegenheit.

Wehen Wiesbaden - Erzgebirge Aue 2:0 (2:0)

Tore: 1:0 Blacha (4.), 2:0 Andrist (7.)

Nach dem Fehlstart in die 2. Bundesliga ist Erzgebirge Aue auch im Pokal gescheitert. Die Mannschaft von Trainer Thomas Letsch unterlag beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden mit 0:2 (0:2). Aue war schon mit zwei Niederlagen in die Spielzeit gestartet. Wehen Wiesbaden überstand derweil erstmals seit dem Viertelfinal-Einzug in der Saison 2008/09 die erste Runde im DFB-Pokal.

David Blacha (4.) und Stephan Andrist (7.) sorgten mit ihren Toren für einen Blitzstart des Außenseiters, der auch in der Folge das dominierende Team war. Aue fand überhaupt nicht ins Spiel und musste froh sein, zur Pause nur mit zwei Toren zurückzuliegen. So setzte Alf Mintzel einen Freistoß nur an die Latte (39.).

Auch nach dem Wechsel taten sich die Gäste schwer, sorgten nun aber zumindest ab und an für Torgefahr. Pech hatte Dimitrij Nazarov mit einem Freistoß an die Latte (64.).

SV Morlautern - SpVgg Greuther Fürth 0:5 (0:2)

Tore: 0:1 Hofmann (16.), 0:2 Hofmann (18.), 0:3 Raum (59.), 0:4 Dursun (85.), 0:5 Ernst (86.)

Zweitligist SpVgg Greuther Fürth ist nach dem verpatzten Saisonstart in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Janos Radoki kam nach zwei Niederlagen in der Liga beim Fünftligisten SV Morlautern zu einem souveränen 5:0 (2:0).

Neuzugang Philipp Hofmann (16./18.) hatte die Gäste vor 2800 Zuschauern in Pirmasens mit einem Doppelpack früh auf die Siegerstraße gebracht, David Raum (59.), Serdar Dursun (85.) und Sebastian Ernst (86.) erzielten die Treffer in der zweiten Halbzeit.

Mit der Führung im Rücken hatte der Favorit das Spiel kontrolliert und nur wenig zugelassen. Morlautern war zwar bemüht, dem Außenseiter fehlten aber die Mittel, um Fürth in Verlegenheit zu bringen. Für die Gäste vergaben Veton Berisha (34.) und Mario Maloca (40.) noch vor der Pause weitere gute Gelegenheiten.

Auch nach dem Wechsel hatte der Achtelfinalist der vergangenen Saison alles im Griff, Raum sorgte mit einem abgefälschten Schuss für die Entscheidung. Dursun und Ernst erhöhten.

1. FC Saarbrücken - Union Berlin 1:2 (1:1, 1:1) n.V.

Tore: 0:1 Schönheim (23.), 1:1 Behrens (40.), 1:2 Hedlund (101.)

Besonderes Vorkommnis: Mesenhöler (Berlin) hält Foulelfmeter von Zeitz (29.)

Union Berlin hat sich in die zweite Runde des DFB-Pokals gezittert. Beim Viertligisten 1. FC Saarbrücken setzte sich der Tabellenzweite der 2. Bundesliga nach Verlängerung mit 2:1 (1:1, 1:1) durch und verhinderte damit knapp das achte Erstrunden-Aus seit dem Finaleinzug vor 16 Jahren. 

Fabian Schönheim (23.) und Matchwinner Simon Hedlund (101.) trafen für die Mannschaft von Trainer Jens Keller, der zunächst einige Stammkräfte geschont hatte. Für die vom langjährigen Bundesliga-Profi Dirk Lottner trainierten Saarländer sorgte Kevin Behrens (40.) für den verdienten zwischenzeitlichen Ausgleich.

Saarbrücken, das wegen Umbauarbeiten im heimischen Ludwigspark-Stadion ins benachbarte Völklingen umziehen musste, trat vor 6936 Zuschauern extrem mutig auf und stellte die nicht eingespielte Formation der Hauptstädter vor unzählige Probleme.

Ein Eckball verhalf den Berlinern zwar zur Kopfball-Führung durch Schönheim, doch die Unsicherheit im Union-Aufbauspiel blieb. So musste Keeper Daniel Mesenhöler in der 29. Minute einen Foulelfmeter von Manuel Zeitz abwehren. Elf Minuten später war der frühere Kölner aber unsicher im Fünfmeterraum und wurde nach einer Ecke per Kopf überwunden. In der Folge vergaben die FCS-Offensivkräfte Behrens und Patrick Schmidt zahlreiche gute Chancen zur Sensation, ehe Union kühl zuschlug.

FC Nöttingen - VfL Bochum 2:5 (0:2)

Tore: 0:1 Saglam (1.), 0:2 Hinterseer (3.), 1:2 Brenner (51., Foulelfmeter), 1:3 Hinterseer (65.), 1:4 Hinterseer (75.), 2:4 Bilger (85.), 2:5 Bandowski (87.)

Der VfL Bochum hat dank eines Blitzstarts die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Das in der 2. Bundesliga noch sieglose Team des neuen Trainers Ismail Atalan gewann gegen den Oberligisten FC Nöttingen im Karlsruher Wildparkstadion mit 5:2 (2:0).

Die Begegnung begann furios: Görkem Saglam traf nach 34 Sekunden zur VfL-Führung, Lukas Hinterseer erhöhte schon in der 3. Minute auf 2:0. Nach der Pause gelang Nöttingens Kapitän Timo Brenner per Foulelfmeter (51.) zwar der Anschluss, doch erneut Hinterseer machte mit einem Doppelschlag (65./75.) alles klar. Mario Bilger (85.) für Nöttingen und Jannik Bandowski (87.) für Bochum trafen in der Schlussphase.

"Heute ist was drin", hatte Nöttingen-Kapitän Brenner bei der Kabinenansprache gesagt. Die Hoffnungen bekamen jedoch schnell einen doppelten Dämpfer. Dennoch zeigte Fünftligist Nöttingen große Moral und war dem drei Klassen höher spielenden VfL teilweise sogar ebenbürtig. Die Belohnung folgte nach der Pause mit dem 1:2, ehe Bochum mit dem überragenden Hinterseer wieder einen Gang höher schaltete.

In der vergangenen Saison war Bochum in der ersten Runde überraschend an den Amateur-Fußballern des FC Astoria Walldorf gescheitert. Für Nöttingen war es bei der vierten Teilnahme am DFB-Pokal das vierte Erstrunden-Aus.

Bonner SC - Hannover 96 2:6 (1:1)

Tore: 1:0 Lokotsch (20.), 1:1 Füllkrug (34.), 1:2 Harnik (60.), 1:3 Füllkrug (74.), 2:3 Perrey (83.), 2:4 Karaman (90.), 2:5 Maier (90.+1), 2:6 Harnik (90.+3)

Schwach begonnen, letztendlich aber souverän weiter: Hannover 96 hat das erste Pflichtspiel der Saison nach Anlaufschwierigkeiten gewonnen und damit eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt Selbstvertrauen getankt. Der Aufsteiger siegte in der 1. Runde des DFB-Pokals 6:2 (1:1) beim Fußball-Regionalligisten Bonner SC.

SC-Stürmer Lars Lokotsch (20.) brachte den engagiert aufspielenden Außenseiter mit einem Schuss ins lange Eck in Führung. Niclas Füllkrug (34.) schob den Ball nach Vorarbeit von Felix Klaus aus kürzester Distanz zum Ausgleich ins Tor. Nach exakt einer Stunde legte abermals Klaus frei vor Bonns Torwart Alexander Monath auf, diesmal hatte Martin Harnik keine Mühe. Füllkrug traf in der 74. Minute erneut, ehe es Nico Perrey (83.) mit einem sehenswerten Hackentor noch einmal spannend machte. Kenan Karaman (90.), Sebastian Maier (90.+2) und erneut Harnik (90.+3) sorgten am Ende für klare Verhältnisse.

Der Außenseiter begann in seinem ersten Pokalspiel seit 38 Jahren vor 9650 Zuschauern im ausverkauften Sportpark Nord mutig. Den ersten Torabschluss hatten jedoch die Gäste durch Waldemar Anton (8.). Der BSC ließ sich von dem drei Klassen höher spielendem Gegner nicht beeindrucken und suchte immer wieder selbst die Offensive. Der 21 Jahre alte Student Lokotsch belohnte Bonn schließlich und sorgte kurzzeitig für Hochstimmung auf den Rängen. Hannover näherte sich daraufhin durch einen Pfostentreffer von Edgar Prib (23.) und einen Drehschuss von Harnik (26.) dem Tor an, ehe Füllkrug für den Ausgleich sorgte.

Nach der Pause war es wieder Anton (46.), der mit einem Distanzschuss in die Arme von Bonns Torwart Alexander Monath für das erste Zeichen des zweiten Durchgangs sorgte. Bonns Mittelfeldmann Vojno Jesic schoss den Ball nach einer schönen Einzelaktion knapp über die Latte (55.).

96-Trainer André Breitenreiter bot in Julian Korb, Matthias Ostrzolek und Pirmin Schwegler drei Neuzugänge von Beginn an auf. Im Tor behielt Philipp Tschauner den Vorzug vor Michael Esser, der im Sommer von Darmstadt 98 gekommen war. Der neu ernannte Kapitän Prib stand erstmals mit der Binde für Hannover auf dem Platz. Der 27-Jährige hatte Manuel Schmiedebach abgelöst.

Der in der Regionalliga West nach zwei Spielen noch ungeschlagene BSC hatte sich über den Gewinn des Mittelrhein-Pokals gegen Fortuna Köln (1:0) erstmals seit der Saison 1979/1980 für den DFB-Pokal qualifiziert, als man erst in der dritten Runde mit 1:3 an Schalke 04 scheiterte. Zu diesem Anlass spielte der Gastgeber in speziell angefertigten Sondertrikots.

Das Spiel fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Hannover reiste gar mit eigenen Ordnern an, um erneute Krawalle im Keim zu ersticken. Am vergangenen Wochenende war nach Ausschreitungen gewalttätiger 96-Ultras das letzte Testspiel beim FC Burnley nach der Halbzeitpause nicht wieder angepfiffen worden.

Eintracht Norderstedt - VfL Wolfsburg 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Camacho (59.)

Holpriger, aber letztlich geglückter Neustart für den VfL Wolfsburg: Der Cupsieger von 2015 setzte sich mit vier Sommerzugängen in der Startelf nur mit großer Mühe beim Viertligisten Eintracht Norderstedt 1:0 (0:0) durch und steht in der 2. Runde des DFB-Pokals. Beim beherzt kämpfenden Amateurteam bekleckerte sich das Team von Trainer Andries Jonker allerdings nicht mit Ruhm.

Ignacio Camacho, für 15 Millionen Euro vom FC Malaga gekommen, erzielte in der 59. Spielminute per Kopf nach einer Ecke von Yunus Malli das Tor des Tages. Zuvor hatten die Gäste vor 4.500 Zuschauern im ausverkauften Edmund-Plambeck-Stadion lange uninspiriert agiert.

Eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Dortmund schickte Jonker neben Mittelfeldstratege Camacho auch Rechtsverteidiger Paul Verhaegh, Innenverteidiger John Anthony Brooks und Kaylen Hinds als Neuzugänge von Beginn an auf den Rasen. Allesamt Millionentransfers, die den VfL auch in der Bundesliga wieder deutlich nach oben führen sollen. Nach einer völlig verkorksten vergangenen Spielzeit hatten Sportchef Olaf Rebbe und Jonker den Kader neu aufgestellt und Mario Gomez als neuen Kapitän bestimmt.

Mario Gomez Wolfsburg DFB Pokal 13082017

Vor den Augen von Nationalmannschafts-Ehrenspielführer Uwe Seeler, der Norderstedt die Daumen drückte, verfügten die Gäste gleich über viel Ballbesitz. Allerdings agierten sie gegen das robuste Heimteam anfangs oft zu kompliziert. Erst in der 13. Spielminute kam Gomez zum ersten gefährlichen Abschluss, zielte aber zu ungenau. Vier Minuten später rettete der Pfosten für Eintracht-Keeper Johannes Höcker nach einem Schuss von Jakub Blaszczykowski (17.).

Fast im Gegenzug setzte aber auch das Team aus der Regionalliga Nord seine erste Duftmarke. Eine Flanke von Felix Drinkuth nahm einen gefährlichen Bogen, landete aber auf dem Tor von Koen Casteels. Norderstedt konnte Wolfsburg in dieser Phase mit guter Raumaufteilung und Aggressivität in den Zweikämpfen ärgern. Vor dem Pausenpfiff dann noch eine schlechte Nachricht für den VfL: Brooks musste verletzt ausgewechselt werden.

Auch in der zweiten Hälfte taten sich die wenig kreativen Wolfsburger schwer und hatten sogar Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Ein Freistoß von Norderstedts Philipp Koch knallte an den Außenpfosten (57.). Auch mit der Führung im Rücken machte Wolfsburg nicht mehr als unbedingt nötig und hatte Glück, dass die Amateure in der Schlussphase gleich mehrfach große Chancen zum Ausgleich ausließen.

Beim Bundesligisten überzeugten am ehesten Riechedly Bazoer und Camacho. Norderstedt hatte in Juri Marxen und Marin Mandic seine besten Akteure.

1. FC Schweinfurt 05 - SV Sandhausen 2:1 (0:1)

Tore: 0:1 Höler (11.), 1:1 Willsch (53.), 2:1 Krautschneider (62.)

Der SV Sandhausen ist überraschend schon in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Der Zweitligist verlor beim Regionalligisten 1. FC Schweinfurt 05 trotz Führung mit 1:2 (1:0) und kassierte im dritten Pflichtspiel der Saison die erste Niederlage. Außenseiter Schweinfurt zog erstmals seit 1989 wieder in die zweite Runde ein.

Lucas Höler (11.) brachte den Favoriten aus Sandhausen vor 4610 Zuschauern im Willy-Sachs-Stadion zwar früh in Führung, nach der Pause drehten Marius Willsch (53.) und Steffen Krautschneider (62.) jedoch die Begegnung. 

Für Sandhausen begann die Begegnung eigentlich nach Plan: Stürmer Höler nutzte nach einem Doppelpass mit Nejmeddin Daghfous gleich die erste Chance der Begegnung. Anschließend verflachte die Partie immer mehr, ehe Schweinfurt mit einem Doppelschlag in Führung ging. Sandhausen hatte darauf keine Antwort mehr und verpasste den dritten Zweitrunden-Einzug in Folge.

Schweinfurt hatte sich erstmals seit 2002 für den DFB-Pokal qualifiziert. Die erste Runde überstanden hatte der FCS nur 1954/1955 und 1989/1990, als es jeweils zum Einzug ins Achtelfinale gereicht hatte.

1860 München - FC Ingolstadt 1:2 (0:1)

Tore: 0:1 Lezcano (20.), 1:1 Weber (66.), 1:2 Kutschke (83., Foulelfmeter)

Gelb-Rote Karte: Mauersberger (München) wegen unsportlichen Verhaltens (90.+6)

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Bundesliga-Absteiger FC Ingolstadt hat in der ersten Runde des DFB-Pokals ein wenig Frustbewältigung betrieben und zugleich der Aufbruchstimmung bei den "neuen" Münchner Löwen einen Dämpfer versetzt. Beim Viertligisten TSV 1860 gewann die Mannschaft von Trainer Maik Walpurgis 2:1 (1:0) und vermied damit das vierte Erstrunden-Aus in den letzten sechs Jahren.

Dario Lezcano zeichnete in der 19. Minute für den ersten Pflichtspieltreffer der Schanzer in dieser Saison verantwortlich, die mit zwei 0:1-Niederlagen einen Fehlstart in der 2. Bundesliga hingelegt hatten. Löwen-Kapitän Felix Weber (66.) glich zwar aus, doch Stefan Kutschke (83.) brachte die Schanzer mit einem verwandelten Elfmeter nach Foul von 1860-Keeper Alexander Strobl an Lezcano eine Runde weiter. Der Löwe Jan Mauersberger sah in der Nachspielzeit (90.+6) zu allem Überfluss die Gelb-Rote Karte.

1860, das die Tabelle in der Regionalliga Bayern mit einer neu formierten Mannschaft anführt, tat vor 12.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Grünwalder Straße offensiv deutlich zu wenig für die Sensation und wurde in der Schlussphase von den erfahreneren Schanzern bestraft.

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