RB Leipzig siegt bei Pizarro-Comeback knapp in Köln
Auch Pizarros Bundesliga-Rückkehr half am Ende nichts. Köln bleibt sieglos und Letzter, Leipzig rückt den Bayern auf die Pelle. Die Analyse.

Der 1. FC Köln hängt weiter tief in der sportlichen Krise fest. Das Tabellen-Schlusslicht unterlag am 7. Bundesliga-Spieltag zu Hause trotz starker Leistung mit 1:2 (0:1) gegen RB Leipzig.

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Köln begann, angetrieben vom enthusiastischen Publikum, engagiert und zeigte in der Anfangsphase die besten Minuten der bisherigen Saison. Die Hausherren betrieben im 4-4-2 hohen Aufwand und spielten sich mit hohem Tempo vor allem über die linke Seite von Leonardo Bittencourt häufig gefährlich ins finale Drittel. Dort fehlte es jedoch entweder an Genauigkeit oder am Glück.

Nach einer Viertelstunde fand RB seinen Rhythmus, fortan entwickelte sich eine Partie, in der es rauf und runter ging. In der Phase um die Halb-Stunden-Marke drückten die Gäste aufs Tempo und erspielten sich innerhalb kürzester Zeit einige gute Chancen, scheiterten jedoch zunächst am Pfosten und am stark reagierenden Timo Horn, gingen dann jedoch durch Lukas Klostermann in Führung.

Auch im zweiten Durchgang war das Tempo hoch, beide Teams hatten Gelegenheiten. Claudio Pizarro hinterließ nach seiner Einwechslung einen starken Eindruck, machte die Bälle gut fest und verteilte sie stark. Der Treffer zum 2:0 fühlte sich wie eine Vorentscheidung an, erste Fans verließen das Stadion bereits. Da der FC jedoch nur wenige Sekunden später den Anschlusstreffer erzielte, wurde es in der Endphase noch einmal heiß, es reichte jedoch nicht mehr für einen Punktgewinn für die Domstädter.

Die Daten zum Spiel

Tore: 0:1 Klostermann (30.), 0:2 Poulsen (80.), 1:2 Osako (82.)

Spieldaten

  • Der FC bleibt in der Bundesliga Schlusslicht. Sieglos nach sieben Spielen waren zuletzt in der Vorsaison der HSV (2 Punkte) und der spätere Absteiger Ingolstadt (1 Punkt, wie Köln aktuell) geblieben.
  • 1 Punkt und -13 Tore sind in der Bundesliga-Historie die drittschwächste Bilanz eines Teams nach sieben Spielen, schwächer waren nur Schalke 1967/68 (1 Punkt und -14 Tore) und Braunschweig 2013/14 (1 Punkt und -15 Tore).
  • Leipzig springt unter die Top 4, dort standen die Bullen in dieser Saison zuvor nur nach dem 3. Spieltag (damals ebenfalls Rang 4).
  • Claudio Pizarro gab wenige Tage nach seiner Verpflichtung direkt sein Comeback, als er für den verletzten Jhon Cordoba eingewechselt wurde.

Der Star des Spiels: Marcel Sabitzer

Der auffälligste Offensivspieler der Leipziger. Hatte bei jedem gefährlichen Angriff die Füße im Spiel, legte die meisten Torschüsse auf (fünf) und gab vier selbst ab. Bereitete darüber hinaus beide Treffer vor.

Der Flop des Spiels: Jhon Cordoba

Wenn's nicht läuft, läuft's einfach nicht. Cordoba ackerte wie immer, gewann acht seiner zwölf Zweikämpfe, beschäftigte die junge Leipziger Innenverteidigung unaufhörlich, doch in seinem Kerngeschäft, der Offensive, erneut schwach. Bezeichnend, wie er den Ball in der 38. Minute verstolperte und ihn in der 48. Minute nach starkem Ballgewinn viel zu unpräzise nach innen legte. Die Passquote von 58,3 Prozent passt ins Bild. Musste dann auch noch wegen einer Oberschenkel-Verletzung in der 54. Minute raus. Wieder mal ein Arbeitstag zum Vergessen.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer

Entschied in der 11. Minute falsch, als er Upamecanos gefährliches Spiel gegen Cordoba nicht ahndete. Da wäre sogar Gelb vertretbar gewesen. Stand später häufig im Mittelpunkt. Entschied aber in den kniffligen Situationen stets richtig, etwa als er dem FC in der 69. Minute keinen Handelfmeter zusprach. In den letzten Spielminuten forderten die Kölner noch mehrmals Handelfmeter. Bei Ilsankers Aktion in der 90. könnte man darüber diskutieren, ein klarer Fehler sieht jedoch anders aus. Unter dem Strich eine souveräne Leistung.

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