Schiri-Tausch und Blitz-Gelb-Rot: HSV gewinnt kurios in Köln
Der HSV setzt sich nach starker erster Halbzeit an die Tabellenspitze. Die Hamburger siegen in Köln - unter kuriosen Umständen. Die Analyse.

Der Hamburger SV ist das erste Mal seit September 2009 wieder Tabellenführer der Bundesliga! Zum Auftakt des 2. Spieltags setzten sich die Rothosen in einem kuriosen Spiel mit 3:1 (2:0) beim 1. FC Köln durch und springen mit sechs Punkten vorübergehend an die Spitze des Tableaus.

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Die Zuschauer im RheinEnergieSTADION sahen in der Anfangsphase zunächst aktivere Kölner, die in den letzten Entscheidungen aber immer zu fahrig und ungenau agierten. Das rächte sich nach einer halben Stunde, als die Kölner zwei der durchgehend schwachen HSV-Standards nicht geklärt bekamen und den Gäste durch einen sehenswerten Schuss von Andre Hahn (28.) und Bobby Wood (34.) mit 2:0 in Führung gingen.

Beide Coaches mussten bereits in der ersten Hälfte auf Verletzungen reagieren. Nach 25 Minuten humpelte bei den Gastgebern Marcel Risse angeschlagen vom Feld, fünf Minuten später fiel bei den Hamburgern Aaron Hunt aus, der im 4-2-3-1 den am Kreuzband verletzten Nicolai Müller positionsgetreu hinter der Spitze vertreten hatte, aber wenig Eigenwerbung betreiben konnte. FC-Coach Peter Stöger reagierte zur Pause abermals, brachte Sehrou Guirassy für den ebenfalls angeschlagenen Leonardo Bittencourt und stellte auf eine Doppelspitze um.

Kuriose Minuten dann nach Wiederanpfiff: Schiedsrichter Dr. Brych musste sich in der 49. Minute verletzt behandeln lassen und wurde nach rund acht Minuten Behandlungspause durch Sören Stork ersetzt, der bei seinem Bundesliga-Debüt HSV-Kapitän Mergim Mavraj nach 49 Sekunden nach einem taktischem Foul mit Gelb-Rot des Feldes verwies (51.). Insgesamt betrug die Nachspielzeit des Spiels exakt rekordverdächtige 14 Minuten.

Zwar kreierten die Kölner nach der Systemumstellung mit zwei Spitzen deutlich mehr Gefahr, kamen aber trotz Überzahl nur spärlich zu klaren Torgelegenheiten. Frederik Sörensen (90.+7) brachte den FC in der üppigen Nachspielzeit noch einmal heran, doch Joker Lewis Holty entscheid die Partie fast im Gegenzug (90.+10) mit einem Abstauber.

Die Daten zum Spiel

Tore: 0:1 Hahn (28.), 0:2 Wood (34.), 1:2 Sörensen (90.+7), 1:3 Holtby (90.+10)

Gelb-Rote Karte: Mavraj (Hamburger SV/59.)

  • Dennis Diekmeier hat in seinen ersten 183 Bundesliga-Spielen kein einziges Tor erzielt - das hatte vor dem Hamburger Verteidiger noch kein Bundesligaspieler "geschafft".

Der Star des Spiels: Bobby Wood

War nicht immer mitten im Geschehen, wenn, machte er seine Sache aber bärenstark. Leistete sich die wenigsten Ballverluste der HSV-Startelf (4), suchte viele Zweikämpfe und mit einer Passquote von fast 90 Prozent eine zuverlässige Anspielstation im Sturm. Eiskalt und goldrichtig beim essentiellen Tor zum 2:0.

Der Flop des Spiels: Leonardo Bittencourt

Mit der Ausnahme eines guten Schusses kam wenig bis nichts von Bittencourt auf der linken Seite. Unrühmlicher Höhepunkt war seine misslungene Ballannahme im eigenen Sechzehner, die den HSV durch Hahns Tor auf die Siegerstraße brachte. Blieb in der Halbzeit leicht angeschlagen in der Kabine.

Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych / Sören Stork

Dr. Felix Brych mit einer fehlerfreien und ruhigen Spielleitung, bis sich der Referee kurz nach Wiederanpfiff ohne äußere Einwirkung verletzte. Der 4. Offizielle Sören Stork kam so zu seinem Bundesligadebüt an der Pfeife. Stork schickte richtigerweise Mavraj nach einem taktischen Foul mit Gelb-Rot vom Platz (59.) und machte auch sonst einen bestimmten und sicheren Eindruck.

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