2. Bundesliga: Düsseldorf holt spätes Remis im Topspiel - Ingolstadts Serie reißt
Der 16. Spieltag in Liga zwei steht ganz im Zeichen des Spitzenspiels zwischen Kiel und Düsseldorf. Braunschweig ärgert unterdessen Ingolstadt.

Im Montagabendspiel des 16. Spieltages der 2. Bundesliga  beendete Eintracht Braunschweig Ingolstadts Serie von sieben Spielen in Folge ohne Niederlage. Die Schanzer waren über weite Strecken überlegen, können so aber den Abstand zu den Aufstiegsrängen nicht verkürzen. Tabellenführer Holstein Kiel empfing bereits am Samstag den direkten Verfolger Fortuna Düsseldorf. Die Störche konnten zunächst einen Rückstand drehen, mussten sich letztendlich aber mit einem Punkt zufrieden geben. Auch der 1. FC Nürnberg ist mit einem Heimsieg gegen Sandhausen weiterhin mitten im Aufstiegsrennen, während Dynamo Dresden am Sonntag das Derby gegen Aue gewann.

Am Freitag musste der 1. FC Kaiserslautern die nächste bittere Pleite hinnehmen. In Heidenheim haben die Roten Teufel aufgrund eines Last-Minute-Gegentreffers das Nachsehen. Arminia Bielefeld schießt gleichzeitig den FC St. Pauli aus dem Stadion. 

FC Ingolstadt - Eintracht Braunschweig 0:2 (0:0)

Tore:  0:1 Abdullahi (65.), 0:2 Zuck (76.)

Der FC Ingolstadt hat im Aufstiegsrennen einen herben Dämpfer hinnehmen müssen. Durch das 0:2 (0:0) am Montagabend gegen Eintracht Braunschweig kassierte das Team von Trainer Stefan Leitl die erste Niederlage seit sieben Spielen. Der Rückstand auf den 1. FC Nürnberg auf dem Relegationsplatz drei beträgt fünf Punkte.

Braunschweig feierte hingegen nach vier Spielen ohne Sieg einen Befreiungsschlag. Durch die Tore von Suleiman Abdullahi (65.) und Hendrick Zuck (76.) katapultierte sich die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht aus dem Tabellenkeller. Mit 21 Punkten liegen die Niedersachsen auf Rang neun nur noch drei Zähler hinter dem FCI.

Die 8714 Zuschauer erlebten eine muntere Anfangsphase. Schon nach 37 Sekunden schoss Ingolstadts Hauke Wahl den Ball knapp am linken Pfosten vorbei, drei Minuten später schlenzte Salim Khelifi den Ball auf der Gegenseite über das Tor. 

Nach dem ausgeglichenen Beginn übernahmen die Gastgeber immer mehr die Spielkontrolle. Almog Cohen hatte in der 33. Minute die Führung auf dem Fuß, Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic parierte den Volleyschuss aus acht Metern Entfernung jedoch glänzend.

Nach dem Seitenwechsel schnürten die Schanzer die Gäste immer mehr an deren Strafraum ein. Wie aus dem Nichts stellte Braunschweig das Spiel auf den Kopf: Erst traf Abdullahi nach einem Freistoß aus dem Halbfeld, kurz darauf sorgte Zuck artistisch im Fallen für die Entscheidung.

Dynamo Dresden - Aue 4:0 (2:0)

Tore: 1:0 Röser (21.), 2:0 Benatelli (44.), 3:0 Ballas (47.), 4:0 Berko (75.)

Dynamo Dresden hat seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Das Team von Trainer Uwe Neuhaus gewann nach der besten Saisonleistung das Sachsenderby zu Hause gegen Erzgebirge Aue völlig verdient mit 4:0 (2:0) und zog in der Tabelle nach dem zweiten Sieg in Folge an den Erzgebirglern vorbei.

Lucas Röser (21.), Rico Benatelli (44.), Florian Ballas (47.) und Erich Berko (75.) trafen beim höchsten Heimsieg der Dynamos in der laufenden Saison. Aue muss sich allmählich Sorgen machen. Aus den letzten acht Spielen holten die Veilchen gerade mal einen Sieg und rutschen immer tiefer in die Abstiegszone.

Vor 30.453 Zuschauern in der ausverkauften Dresdener Arena machte Dynamo von Beginn an Druck. Zweimal scheitert der siebenmalige DDR-Meister am Gebälk. Zunächst traf Berko (4.) per Volleyschuss die Unterkante der Latte, im Anschluss köpfte Kapitän Marco Hartmann (16.) den Ball an den Pfosten. Kurz zuvor hatte Aues Keeper Martin Männel mit einer Großtat das 0:1 nach einem Kopfball von Ballas vereitelt.

In der 21. Minute war dann aber auch Aues Schlussmann machtlos. Nach einer Flanke von Haris Duljevic kam Stürmer Lucas Röser völlig unbedrängt zum Kopfball und nickte per Aufsetzer zum 1:0 ein. Es war bereits der fünfte Saisontreffer des Angreifers, der in der vergangenen Saison noch für die SG Sonnenhof Großaspach in der 3. Liga auf Torejagd gegangen war.

In der Folge ließ Dresden ein bisschen die Zügel schleifen, und die Gäste kamen besser ins Spiel. Allerdings fand Aue in der Offensive gegen die körperlich starken Hausherren kein Mittel. Kurz vor der Pause wurde Dynamo wieder stärker. Mittelfeldspieler Rico Benatelli, von 2013 bis 2105 für Aue aktiv, erzielte mit einem platzierten Flachschuss kurz vor der Pause das 2:0.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit setzte Dresden seinen Power-Fußball fort und sorgte früh für klare Verhältnisse. Nach einer Ecke stieg der erneut aufgerückte Ballas am höchsten und köpfte zum 3:0 ein. Berko machte mit seinem Kopfballtor in der 75. Minute alles klar für die Hausherren.

VfL Bochum - Union Berlin 2:1 (1:1)

Tore: 0:1 Polter (4.), 1:1 Stöger (40.), 2:1 Hinterseer (87.)

Union Berlin hat im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg erneut wichtige Punkte verloren. Die Mannschaft von Trainer Jens Keller unterlag beim VfL Bochum nach 1:0-Führung 1:2 (1:1) und wartet seit drei Spielen auf einen Sieg. Während Berlin nun drei Zähler hinter dem Relegationsplatz liegt, verschaffte sich Bochum im Tabellenkeller nach zuletzt vier Unentschieden hintereinander Luft.

Torjäger Sebastian Polter (4.) brachte Union mit seinem zehnten Saisontreffer in Front, Bochum kassierte damit im vierten Spiel in Serie ein Gegentor in den ersten zehn Minuten. Beim Ausgleich durch Kevin Stöger (40.) hatte der VfL Glück, dass Toni Leistner den Ball unhaltbar für Torwart Jakob Busk abfälschte. Lukas Hinterseer (87.) belohnte eine starke kämpferische Leistung des VfL mit seinem vierten Tor.

Vor 13.119 Zuschauern im Vonovia Ruhrstadion hatte Pechvogel Leistner, der Polters Tor mit einem langen Ball vorbereitet hatte, die größte Chance zur abermaligen Gästeführung. Doch obwohl er per Kopf aus fünf Metern völlig freistehend zum Abschluss kam, brachte er den Ball nicht im Tor unter (54.).

Die Szene spiegelte die Kräfteverhältnisse allerdings nicht adäquat wider: Union war keinesfalls die bessere Mannschaft, bettelte phasenweise förmlich um die Niederlage. Bochum, das kurzfristig auf Robbie Kruse (Bauchmuskelzerrung) verzichten musste, hielt mit viel Leidenschaft dagegen.

Darmstadt - Regensburg 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Grüttner (52.)

Erstliga-Absteiger Darmstadt 98 rutscht in der 2. Bundesliga immer tiefer in die Krise. Das Team von Trainer Torsten Frings verlor am in Hessen verschneiten 16. Spieltag 0:1 (0:0) gegen Jahn Regensburg - es war das zehnte Spiel der Lilien ohne Sieg in Folge. Jahn-Kapitän Marco Grüttner (52.) brachte die seit Wochen starken Gäste in Führung.

An Kombinationsfußball war vor 14.650 Zuschauern in Darmstadt aufgrund der widrigen Bedingungen nicht zu denken. Temperaturen um den Gefrierpunkt, dichter Schneefall und ein deshalb "weißer" Rasen zwangen beide Teams meist zu langen Bällen. Selten kamen diese aber in der Spitze an. Die Gäste, die in den vorausgegangenen vier Spielen zehn Punkte geholt hatten, kamen in der Anfangsphase etwas besser mit dem Wetter zurecht.

Im Darmstädter Tor feierte der zuvor lange verletzte Daniel Heuer Fernandes sein Comeback. In der 33. Minute war er gegen den heranstürmenden Grüttner zur Stelle. Die Angriffsbemühungen der Lilien stockten meist früh in der gegnerischen Hälfte. Viele Aktionen entstanden zufällig, weil der Ball versprang. Entsprechend fiel die Jahn-Führung in der zweiten Halbzeit nach einem Freistoß.

Holstein Kiel - Fortuna Düsseldorf 2:2 (0:1)

Tore: 0:1 Raman (43.), 1:1 Schindler (55.), 2:1 Drexler (70.), 2:2 Hennings (85.)

Holstein Kiel hat die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga erfolgreich verteidigt, die mögliche Herbstmeisterschaft jedoch zunächst verpasst. Der Aufsteiger kam im Spitzenspiel gegen Verfolger Fortuna Düsseldorf zu einem 2:2 (0:1) und blieb damit im neunten Ligaspiel nacheinander ungeschlagen. Die Fortuna wartet dagegen bereits seit fünf Partien auf einen Sieg, bleibt nach 16 Spieltagen aber mit einem Punkt Rückstand im Windschatten des Spitzenreiters.

Der starke Benito Raman (43.) hatte Düsseldorf vor 11.748 Zuschauern im Holstein-Stadion verdient in Führung gebracht, Kingsley Schindler (55.) und Dominick Drexler (70.) drehten die Partie, ehe Rouwen Hennings (85.) zum Endstand traf. Kiel vergab trotz deutlicher Überlegenheit in der zweiten Halbzeit den zehnten Saisonsieg. Zweimal hatten die Störche Pech: Aaron Seydel (28./50.) traf die Latte und den Außenpfosten - die Aluminiumtreffer Nummer 12 und 13 in dieser Saison.

Die Düsseldorfer kamen nach dem Seitenwechsel kaum noch vor das Tor der Hausherren und haderten mit Schiedsrichter Martin Petersen (Stuttgart), der ihrer Meinung nach Rafael Czichos (57.) mit Gelb-Rot hätte vom Platz stellen müssen. Auch der Foulelfmeter von Marvin Ducksch, den Drexler im Nachschuss verwandelte, zog Diskussionen nach sich. Hennings belohnte die Fortuna in der Schlussphase für ihren aufopferungsvollen Kampf.

1. FC Nürnberg - SV Sandhausen 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Leibold (68.)

Der 1. FC Nürnberg hat seine Aufstiegsambitionen in der 2. Fußball-Bundesliga untermauert. Das Team von Trainer Michael Köllner gewann am 16. Spieltag durch ein Tor von Tim Leibold (69.) mit 1:0 (0:0) gegen den SV Sandhausen und verteidigte den Relegationsplatz zumindest vorerst erfolgreich.

Mit nun 29 Punkten rückten die Franken zudem an das Spitzenduo Holstein Kiel (32) und Fortuna Düsseldorf (31) heran. Sandhausen steckt mit 21 Punkten hingegen im Tabellenmittelfeld fest.

Nürnberg bemühte sich vor 23.586 Zuschauern direkt um Spielkontrolle und verzeichnete mehr Ballbesitz. Sandhausen stand jedoch gut und attackierte den Club früh, sodass sich die Gastgeber nur mit viel Mühe an den Strafraum durchspielten konnten. Edgar Salli (8.) und Ewerton (38.) kamen jeweils per Kopf zu den besten Chancen, SVS-Torwart Marcel Schuhen parierte jedoch glänzend.

Durch die Konzentration auf die Defensive litten bei Sandhausen die offensiven Bemühungen, Manuel Stiefler vergab nach einem Freistoß eine gute Gelegenheit aus kurzer Distanz (42.). Auch nach dem Seitenwechsel blieb Nürnberg die engagiertere Mannschaft, Leibold erzielte nach einem schnellen Gegenstoß die verdiente Führung.

MSV Duisburg - Greuther Fürth 2:0 (2:0)

Tore: 1:0 Oliveira Souza (40.), 2:0 Tashchy (44.)

Die SpVgg Greuther Fürth steckt aufgrund ihrer Auswärtsschwäche weiter im Tabellenkeller der 2. Fußball-Bundesliga fest. Der Tabellenvorletzte unterlag bei Aufsteiger MSV Duisburg mit 0:2 (0:2) und wartet weiter auf den ersten Auswärtssieg der Saison. Cauly Oliveira Souza (40.) und Boris Taschtschy (44.) trafen für die Zebras, die sich in die obere Tabellenhälfte verbesserten.

Vor 12.017 Zuschauern hatten allerdings die Gäste die erste große Chance des Spiels. Einen Schuss von Marco Caligiuri (28.) rettete MSV-Angreifer Stanislav Iljutcenko kurz vor der Linie. Der starke Iljutcenko leitete auch den Führungstreffer der Gastgeber ein, als er sich im Zweikampf mit Fürths Torhüter Sascha Burchert behauptete und den Ball zu Moritz Stoppelkamp weiterleitete. Dessen Flanke köpfte Oliveira Souza zu seinem fünften Saisontor ein. Taschtschy legte noch vor der Pause auf Vorarbeit von Iljutcenko mit seinem sechsten Saisontreffer nach.

Fürth wurde im zweiten Durchgang offensiver. Khaled Narey (47.) vergab aber die Chance zum Anschlusstreffer. Den Gästen mangelte es insgesamt an Durchschlagskraft.

Arminia Bielefeld - FC St. Pauli 5:0 (1:0)

Tore: 1:0 Putaro (38.), 2:0 Dick (53.), 3:0 Hartherz (62.), 4:0 Kerschbaumer (77.), 5:0 Klos (85.)

Arminia Bielefeld schnuppert nach einem Kantersieg in der 2. Bundesliga an den Aufstiegsrängen. Das Team von Trainer Jeff Saibene setzte zum Auftakt des 16. Spieltags mit einem 5:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli ein dickes Ausrufezeichen und liegt nun auf Platz fünf zumindest vorübergehend nur noch einen Punkt hinter dem 1. FC Nürnberg, der Relegationsrang drei inne hat.

Durch die Tore von Leandro Putaro (38.), Florian Dick (53.), Florian Hartherz (62.), Konstantin Kerschbaumer (77.) und Fabian Klos (85.) ist Bielefeld seit vier Spielen ungeschlagen. Die Gäste aus Hamburg rutschen hingegen nach der siebten Partie ohne Sieg in Serie immer weiter ins Niemandsland der Tabelle ab.

Mit einem lauten "Aufwachen!" musste Saibene, der seine Startelf im Vergleich zum 2:0 beim 1. FC Kaiserslautern in der Vorwoche unverändert gelassen hatte, seiner anfangs lethargischen Mannschaft schon nach neun Minuten Beine machen. Der Weckruf zeigte Wirkung: Klos (14./16.), Andreas Voglsammer (19.) und Putaro (22.) vergaben vor den 22.826 Zuschauern gute Möglichkeiten für Bielefeld in einer nun munteren Partie. 

Wenig später machte es Putaro dann besser und traf per Drehschuss von der Strafraumgrenze zur verdienten Führung. In der zweiten Hälfte traf erst Dick mit einem wuchtigen Dropkick nach einem abgewehrten Eckball, Hartherz, Kerschbaumer und Klos mit seinem ersten Pflichtspieltreffer seit 788 Minuten sorgten dann für die Entscheidung.

1. FC Heidenheim - 1. FC Kaiserslautern 3:2 (0:0) 

Tore: 1:0 Wittek (56.), 1:1 Spalvis (58.), 2:1 Schnatterer (67., Foulelfmeter), 2:2 Borrello (80.), 3:2 Schnatterer (90.+1)

Rote Karte: Spalvis (Kaiserslautern) nach einer Tätlichkeit (66.)

Ein krasser Fehler von Torhüter Marius Müller hat den Absturz des 1. FC Kaiserslautern in die Drittklassigkeit beschleunigt. Der Keeper boxte sich beim 2:3 (0:0) beim 1. FC Heidenheim in der Nachspielzeit nach einem Freistoß von Marc Schnatterer aus fast 30 Metern den Ball ins eigene Tor (90.+1).

Die Pfälzer hatten zuvor in Unterzahl durch den Ausgleichstreffer des Australiers Brandon Borrello (80.) neue Hoffnung geschöpft. Als Tabellenletzer liegt Kaiserslautern nach nur einem Sieg in den vergangenen sieben Spielen sieben Punkte hinter dem Relegationsplatz.

Zuvor hatte Lukas Spalvis im Mittelpunkt gestanden: Erst glich der Mittelfeldspieler nur eine Minute nach dem Rückstand durch Mathias Wittek (56.) für den FCK zum 1:1 aus (57.). Dann aber verursachte der Litauer mit einem Foul an Arne Feick einen Elfmeter. Anschließend verpasste er seinem Gegenspieler einen Kopfstoß und sah die Rote Karte (66.). Den Foulelfmeter verwandelte Schnatterer zum Heidenheimer 2:1 (67.).

Die Gastgeber, mittlerweile seit fünf Spielen ungeschlagen, kletterten mit 21 Punkten auf den achten Tabellenplatz. Für Kaiserslautern wird die Lage immer hoffnungsloser.

Kommentare ()