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Bob Bradley
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| Bob Bradley – Saison-Statistik | ||||||
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| Liga | team | Spiele | Tore | Assists | GK | RK |
Washington. Irgendwie ist Bob Bradley, der ehemalige Trainer von Chicago Fire, den MetroStars und Chivas und jetzige Nationalcoach der USA, ein typischer Amerikaner. Begriffe wie „Team Spirit‟ und „Blutsbrüder‟ stehen bei ihm hoch im Kurs, er ist der Vertreter der amerikanischen Variante der „Mia-san-mia‟-Philosophie. Sunil Gulati, Boss des amerikanischen Fußballverbandes, nannte ihn gar einen Fußball-Intellektuellen: „Ich kenne niemanden, der das Spiel genauer analysiert und so intensiv lebt wie Bob‟, sagte Gulati nachdem die Wahl für den Posten des Nationaltrainers auf Bradley gefallen war.
Erst mal nur zwischendurch
Aber auch diese Lobhudelei ist typisch amerikanisch, denn es war beileibe nicht so, dass Bradley die erste Wahl für den Posten als Nachfolger von Bruce Arena gewesen wäre. Er war eigentlich „nur‟ Coach der U23, den Posten als Nationalcoach hatte er zunächst nur interimistisch inne. Viel lieber hätte man in den USA einen Namen mit internationalem Renommee gehabt: José Pekerman zum Beispiel, oder Gérard Houllier, Sven-Göran Eriksson oder auch Jürgen Klinsmann. Das alles kam aber nicht zustande, und so machte man aus der Not eine Tugend und beförderte Bradley kurzerhand vom Interims- zum Headcoach.
Rekorde, Rekorde
So falsch war diese Wahl ja nun auch wieder nicht. Immerhin ist Bob Bradley der Trainer, der als erster 100 Siege in der MLS verbuchen konnte und ist zweimaliger Coach of the Year. Sein Palmares der neun Saisons, die er als MLS-Coach verbrachte, liest sich sowieso recht beeindruckend: Mit seinem ersten Team Chicago Fire gewann er gleich in der ersten Saison das Double aus MLS Cup und US Open Cup (den er zwei Jahre später noch einmal nach Chicago holte) und brachte die MetroStars (heute New York Red Bulls) und die Chivas aus Los Angeles aus dem Keller an die Ligaspitze. Kurz und gut: Einen erfolgreicheren US-Amerikaner gab es für den Posten in der Nationalmannschaft einfach nicht.
Der Theoretiker
Dabei war der 52-jährige Fußballlehrer aus Montclair, New Jersey, selbst niemals Profi. Seinen ersten Trainerjob erhielt der Princeton-Absolvent schon im Alter von 22 Jahren an der Ohio University. Von da an ging es - typisch amerikanisch eben - stetig aufwärts. Von der Virginia University (als Assistent des ehemaligen US-Coaches Bruce Arena) zurück nach Princeton und schließlich in die MLS.
Das Problem USA
Einfach hat es der Mann aus New Jersey in seinem Amt natürlich nicht. Nicht nur, dass die Qualität der Spieler längst nicht so gut ist wie andernorts; Bradley kann sich auch kaum aus einheimischen Ressourcen bedienen, sondern muss sich vor allem auf seine Legionäre verlassen. Auch da will er vor allem eines: Kerle. „Zuallererst will ich, egal wo ein Spieler beschäftigt ist, sehen, dass er Spielzeit hat‟, verriet er seine Strategie einmal dem US-Magazin Sports Illustrated, „dass er sich in seinem Team Respekt verdient und dass er sich als Spieler seinen Platz im Team erobert. Natürlich gibt es da unterschiedliche Niveaus - aber wie gesagt, es geht darum, dass ein Spieler in seinem Umfeld seinen Weg machen kann. Dann erst muss man sehen, wie er sich in der Nationalmannschaft schlägt.‟ So ganz verkehrt scheint dieser Ansatz nicht zu sein, denn immerhin haben sich die USA für Südafrika qualifizieren können.
Übrigens ...
... falls jemandem der Name Bradley bekannt vorkommen sollte: Michael Bradley, der Mittelfeldmann von Borussia Mönchengladbach, ist Bob Bradleys Sohn - und amerikanischer Nationalspieler.
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Erst mal nur zwischendurch
Aber auch diese Lobhudelei ist typisch amerikanisch, denn es war beileibe nicht so, dass Bradley die erste Wahl für den Posten als Nachfolger von Bruce Arena gewesen wäre. Er war eigentlich „nur‟ Coach der U23, den Posten als Nationalcoach hatte er zunächst nur interimistisch inne. Viel lieber hätte man in den USA einen Namen mit internationalem Renommee gehabt: José Pekerman zum Beispiel, oder Gérard Houllier, Sven-Göran Eriksson oder auch Jürgen Klinsmann. Das alles kam aber nicht zustande, und so machte man aus der Not eine Tugend und beförderte Bradley kurzerhand vom Interims- zum Headcoach.
Rekorde, Rekorde
So falsch war diese Wahl ja nun auch wieder nicht. Immerhin ist Bob Bradley der Trainer, der als erster 100 Siege in der MLS verbuchen konnte und ist zweimaliger Coach of the Year. Sein Palmares der neun Saisons, die er als MLS-Coach verbrachte, liest sich sowieso recht beeindruckend: Mit seinem ersten Team Chicago Fire gewann er gleich in der ersten Saison das Double aus MLS Cup und US Open Cup (den er zwei Jahre später noch einmal nach Chicago holte) und brachte die MetroStars (heute New York Red Bulls) und die Chivas aus Los Angeles aus dem Keller an die Ligaspitze. Kurz und gut: Einen erfolgreicheren US-Amerikaner gab es für den Posten in der Nationalmannschaft einfach nicht.
Der Theoretiker
Dabei war der 52-jährige Fußballlehrer aus Montclair, New Jersey, selbst niemals Profi. Seinen ersten Trainerjob erhielt der Princeton-Absolvent schon im Alter von 22 Jahren an der Ohio University. Von da an ging es - typisch amerikanisch eben - stetig aufwärts. Von der Virginia University (als Assistent des ehemaligen US-Coaches Bruce Arena) zurück nach Princeton und schließlich in die MLS.
Das Problem USA
Einfach hat es der Mann aus New Jersey in seinem Amt natürlich nicht. Nicht nur, dass die Qualität der Spieler längst nicht so gut ist wie andernorts; Bradley kann sich auch kaum aus einheimischen Ressourcen bedienen, sondern muss sich vor allem auf seine Legionäre verlassen. Auch da will er vor allem eines: Kerle. „Zuallererst will ich, egal wo ein Spieler beschäftigt ist, sehen, dass er Spielzeit hat‟, verriet er seine Strategie einmal dem US-Magazin Sports Illustrated, „dass er sich in seinem Team Respekt verdient und dass er sich als Spieler seinen Platz im Team erobert. Natürlich gibt es da unterschiedliche Niveaus - aber wie gesagt, es geht darum, dass ein Spieler in seinem Umfeld seinen Weg machen kann. Dann erst muss man sehen, wie er sich in der Nationalmannschaft schlägt.‟ So ganz verkehrt scheint dieser Ansatz nicht zu sein, denn immerhin haben sich die USA für Südafrika qualifizieren können.
Übrigens ...
... falls jemandem der Name Bradley bekannt vorkommen sollte: Michael Bradley, der Mittelfeldmann von Borussia Mönchengladbach, ist Bob Bradleys Sohn - und amerikanischer Nationalspieler.
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