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Sven Goran Eriksson
Sven Goran Eriksson
Sven Goran Eriksson
Geburtsdatum:05.02.1948 (Age 68)
Geburtsort:Torsby
Nationalität:Schweden
Position:Trainer
Trikotnummer:-
Sven Goran Eriksson (Getty Images)
Yamoussoukro. Kaum ein Trainer dieser Welt verkörpert den Erfolg so stark wie der Schwede Sven-Göran Eriksson. Dabei war der heute 62-Jährige alles andere als ein begnadeter Spieler. Schon mit 27 Jahren musste er seine wenig ruhmreiche Karriere als Rechtsverteidiger beim schwedischen Provinzverein KB Karlsgoga aufgrund einer schweren Knieverletzung beenden. Über die zweite Liga im „Tre Kronor“-Land kam er nie hinaus.

Doch dann begann seine große Zeit. Nur ein Jahr nach seiner Sportinvalidität übernahm er bei seinem Heimatklub Degerfors IF für eine Spielzeit als Co-Trainer. Seine immensen Fähigkeiten wurden beim Drittligisten schnell erkannt, sodass er für zwei Jahre das Amt des Chefcoaches übernahm. Eine Zeit, die Eriksson ausreichte, um den Verein von der dritten in die erste Liga zu führen!

Göteborg zum UEFA-Cup-Sieger gemacht

Dies entging auch den großen nationalen Klubs nicht. Der 18-malige schwedische Meister IFK Göteborg rief nach dem damals 31-jährigen Übungsleiter. Und der führte den Hauptstdtklub zu seiner größten und erfolgreichsten Zeit, eroberte sowohl Meisterschaft und Pokal als auch im Jahr 1982 den UEFA-Cup, womit er europaweit für Furore sorgte und sich einen Namen machte. 1982 führte der Weg des als ruhig und besonnen geltenden Eriksson auf die iberische Halbinsel zu Benfica Lissabon. Auch dort genügten dem Taktikmeister, der es auch perfekt versteht, seine Spieler mental an die Leistungsgrenze zu führen, drei Jahre für eine spektakuläre Titelsammlung. National zweimal der Titel und einmal der Pokal sowie das UEFA-Cup-Finale 1983 waren die beeindruckende Ausbeute.

Sampdoria-Ära als Ansporn für neue Heldentaten

Ein Jahr darauf führte der Weg des Skandinavers dann erstmals in die ewige Stadt. Mit dem AS Rom gelang ihm der Triumph im nationalen Pokalwettbewerb 1986. Anschließend zog es in innerhalb des „Stiefels“ in Richtung Toskana, wo er eine für ihn dürre Zeit ohne große Erfolge verlebte. Doch in dieser Zeit wurde die Gier nach Titel beim recht kleinen und unscheinbar wirkenden Schweden noch mehr angeheizt. Bei seiner Rückkehr zu Benfica Lissabon ließ er eine weitere portugiesische Meisterschaft und das Endspiel im Europacup der Landesmeister folgen. Längst zählte er zu den Größten der europäischen Trainergarde, der einst so unscheinbare Junge, der sich mit unermüdlichem Willen und ungeheurem Talent aus der Tiefe der schwedischen Provinz hinaufgearbeitet hat. Doch das Märchen sollte seinen Lauf nehmen.

Tolle Rückkehr nach Rom

Nach einem fünfjährigen Intermezzo bei Sampdoria, führte sein Weg zurück nach Rom, diesmal zu Lazio. Noch heute schwärmen die Laziali vom strategisch besten Trainer der Welt, der sie 1999 sowohl zum Europacup der Pokalsieger und zum europäischen Supercup sowie ein Jahr darauf zur nationalen Meisterschaft führte. Zudem gelang ihm zweimal der Sieg in der Coppa Italia. Auch der Titel „Trainer des Jahres“ wurde ihm nicht verwehrt (2000). Für viele Medien, die ihn liebevoll „Svenni“ nannten, war zu dieser Zeit klar: Eriksson ist einer der besten und modernsten Trainer der Welt.

Fünf Jahr bei den „Three Lions“

Dies dachte sich auch der englische Verband und machte ihn im November 2000 zum „Three-Lions-Coach“. Mit fünf Siegen en suite gelang ihm der beste Start eines englischen Nationaltrainers aller Zeiten. Der 5:1-Erfolg bei Erzrivale Deutschland ließ auch seine letzten Kritiker verstummen. Doch bei den großen Turnieren waren die Leistungen seines Teams sehr bescheiden, auch der von ihm unter seinen früheren Mannschaften praktizierte Offensivfußball mit System blieb weitestgehend aus. Stattdessen rückte Eriksson ins Visier des Boulevards. Im Jahr 2002 hatte er eine Affäre mit einer schwedischen TV-Moderatorin, zwei Jahre später tauchten Bilder auf, bei denen Eriksson mit Offiziellen des FC Chelsea zu sehen ist, Wechselgerüchte zu den „Blues“ machen die Runde. Daraufhin reagierte der nationale Verband mit einem neuen hochdotierten Vertrag, der dem Schweden 7,5 Millionen Euro einbrachte, womit er zum bestbezahlten Fußballtrainer weltweit aufstieg. Als Geldgeil wurde er nun vielerorts verschrien.

„Der geile Sven“


Und als wäre dies noch nicht genug, stolperte Eriksson nochmals erheblich, indem eine Affäre mit einer Sekretärin des englischen Fußballverbandes publik wurde. Das Boulevard verlieh im kurzerhand den Spitznamen „Horny Sven“, der geile Sven. Das Fass endgültig zum Überlaufen brachte dann ein Interview mit einem als Scheich verkleideten Reporter. Dieser plante angeblich Aston Villa zu übernehmen und bot ihm an, als Berater und Trainer für großes Geld bei ihm einsteigen zu können. Unter Alkoholeinfluss ließ sich Eriksson dazu verleiten über einzelne Spieler herzuziehen. Als Konsequenz des folgenden Medienwirbels kündigte Eriksson an, sein Amt nach der Weltmeisterschaft 2006 niederzulegen, was dann auch geschah. Aus dem einst so besonnenen, anerkannten Supertrainer wurde plötzlich ein Mann der aufgrund seiner Skandale die Boulevardzeitungen füllte.

Erfolglos in Manchester und Mexiko

Große sportliche Erfolge konnte Eriksson seit seiner Zeit bei Lazio zudem kaum bieten. Was folgte waren zwei Entlassungen aufgrund nicht erfüllter Erwartungen bei Manchester City und als Trainer der mexikanischen Nationalmannschaft. Anschließend übernahm er im Juli 2009 die Rolle als Sportdirekor beim englischen Viertligisten Notts County, löste dann aber seinen langjährigen Kontrakt auf, weil der Verein von einem Investoren-Konsortium übernommen wurde.

Mit den Ivorern zur Wende?


Und nun also versucht Eriksson mit der Elfenbeinküste, die ihn nach langem hin und her zum Nachfolger des Bosniers Vahid Halilhodzic ernannte, bei der WM 2010 in Südafrika mit Didier Drogba, den Toure-Brüdern Yaya und Kolo sowie deren Kollegen zum Erfolg zu kommen. Vielleicht gelingt es dem Trainerfuchs ja, an alte Erfolge anzuschließen und „Les Elephants“ als erstes afrikanisches Team in ein WM-Finale zu führen. Taktisch hat er allemal das Zeug dazu die Supertechnikern auf den richtigen Weg zu führen. Die Frage ist nur, ob die Zeit bis zum Weltturnier dafür ausreichend ist. Und: Skandale sollte Eriksson tunlichst vermeiden, dann nimmt nicht mehr nur der Boulevard vom einstigen Erfolgscoach Notiz.

Eure Meinung: Ist Eriksson der richtige Trainer für die Elfenbeinküste bei der WM?