Roque Santa Cruz
Roque Santa Cruz
Roque Santa Cruz
Vollständiger Name: Roque Luis Santa Cruz Cantero
Spitzname:Roque-Gol
Geburtsdatum:16.08.1981 (Age 30)
Geburtsort:Asunción
Nationalität:Paraguay
Größe:191 cm.
Gewicht:80 Kg.
Position:Angriff
Trikotnummer:16
Roque Santa Cruz - Paraguay-Ecuador
(jor) Asuncion. „Ich Roque!“ Mit diesem Song besangen die Sportfreunde Stiller im Jahr 2004 ihren Lieblingsfußballer. Und wenn einem Spieler ein Lied von einer so renommierten Band zuteil wird, muss ein Besonderer sein. Kein 08/15-Spieler, sondern einer, der durch Hochs und Tiefs ging. Einer, der bewegte Karrierejahre hinter sich hat. Genau, wie das Stehaufmännchen Roque Santa Cruz. Bei der U-20-Weltmeisterschaft im April 1999 stieß der Stürmer, der in seiner Heimat bei Olimpia Asuncion im Alter von 15 Jahren debütierte, den Bayern-Scouts erstmals in die Augen. Und die Verantwortlichen der Münchner unternahmen alles in ihrer Macht stehende, sich die Rechte am Ausnahmetalent aus Paraguay zu sichern.

Hoeneß: „Die zähesten Verhandlungen, die ich je erlebt habe“


Doch die Verhandlungen, den Deal unter Dach und Fach zu bringen, gestalteten sich extremst schwierig. „Das war der Wahnsinn“, erinnert sich der heutige Bayern-Präsident Uli Hoeneß. In seiner über 30-jährigen Managertätigkeit bezeichnet dieser den „Fall Santa Cruz“ als „die zähesten Verhandlungen, die ich je erlebt habe.“ 14 Stunden dauerte es, ehe man mit Asuncions Klubboss, welcher mit einem Gewehr zu den Gesprächen kam, Einigkeit erzielte. Fünf Millionen Euro wechselten ihren Besitzer für den Youngster.

Wenige Wochen später – es war Juli 2009 – traf der damals 17-jährige Roque am Flughafen München ein. Dabei hatte er nichts außer einem Rucksack, einer Hängematte und einer Gitarre. Sein Start an der Isar war viel versprechend. In seiner ersten Spielzeit erzielte Paraguays Fußballer des Jahres 2009 fünf Treffer in elf Partien und holte umgehend das Double mit den Bayern.

Tod eines geliebten Menschen


Aber anschließend holte er sich nicht nur viele weitere Titel mit dem deutschen Rekordmeister, sondern auch unzählige Verletzungen. Zwei Innenbandrisse, ein Mittelhandbruch, ein Meniskusschaden und eine Sprunggelenksverletzung waren nur die Spitze des Eisbergs seiner Leidensgeschichte. Es schien, als könne der so robust wirkende Körper des Paraguayers dem Spitzensport nicht standhalten. Und als ob ihn das Verletzungspech noch nicht genug gebeutelt hätte, musste er am 30. Januar 2005 seinen größten Schicksalsschlag hinnehmen. Es war der Tag, an dem sein jüngerer Bruder Oscar Daniel bei einem Autounfall sein Leben lassen musste. Das Gefühl der völligen Leere bestieg den Familienmenschen. Nicht viele rechneten mit einem Comeback des sensiblen Roque.



Doch der ist ein Kämpfer und kam zurück – und wie! In der Herbstsaison 2005 präsentierte sich der beidfüßige 1,91-Mann in bestechender Form, erarbeite sich einen Stammplatz im Starensemble des FCB. Doch Santa Cruz wäre nicht Santa Cruz, käme nicht schon bald das nächste Tief. Und dieses ließ in Form eines Kreuzbandrisses am 29. Oktober 2005 nicht lange auf sich warten.

Die Insel ruft

Nach einer abermaligen Genesung konnte der trotz seiner Größe technisch ausgesprochen versierte mittlerweile 64-malige Nationalspieler bei den Münchnern nie mehr richtig Fuß fassen. Letztlich kam er aus verschiedensten Gründen und Rückschlägen in der bayerischen Hauptstadt einfach nicht über den Status des ewigen Supertalents hinaus. Eine sowohl für den FC Bayern als auch für Santa Cruz unbefriedigende Situation. Eine Luftveränderung musste also her. So war es nicht verwunderlich, dass Hoeneß im Sommer 2007 einem fünf Millionen Angebot der Blackburn Rovers zustimmte. Bezeichnend, dass es sich um exakt dieselbe Summe handelte wie acht Jahre zuvor für den 17-jährigen Roque. Letztlich weinten ihm nicht viele Bayern-Fans nach, galt er doch nicht bei wenigen aufgrund seines etwas phlegmatischen Spielstils als Söldner ohne Kämpfermentalität. Und so einer versucht sein Glück nun ausgerechnet in der knallharten Premier League, dachten sich viele.

Zweifel, die Santa Cruz auf der Insel blitzschnell zu beseitigen wusste. Nicht weniger als 19 Treffer erzielte er in seiner Premierensaison für das Team aus dem Nordwesten Englands, was Rang vier in der Torjägerliste der stärksten Liga der Welt bedeutete.

In der Folgespielzeit ereilte den zweimaligen WM-Teilnehmer (2002 und 2006) jedoch wieder der Verletzungsteufel. Von den ständigen Blessuren außer Tritt gebracht, ließ der Mann, der auch über die spanische Staatsbürgerschaft verfügt, lediglich vier Tore in 20 Partien folgen.

Für 21,2 Millionen Euro zum Scheich


Und dennoch wurde Santa Cruz, dessen Torinstinkt und Ballfertigkeit unbestritten ist – von etlichen Top-Vereinen gejagt. Und so war es Scheich-Klub ManCity, der sich für 21,2 (!!) Millionen Euro die Dienste des paraguayischen Hoffnungsträger für die WM 2010 sicherte.

Dass er bei den „Citizens“ aufgrund von einer schwerwiegenden Verletzung sein Debüt erst am 7. Spieltag gab und überhaupt erst viermal in der Startelf stand, dürfte aufgrund seiner Vita keinen mehr wundern. Doch die, die ihn ein weiteres Mal abschreiben, machen einen Fehler. Denn - eines kann Roque wie kein anderer: aufstehen!

WUSSTET IHR, DASS...

... Santa Cruz 2006 vom kicker und der Welt zum attraktivsten Spieler der Weltmeisterschaft in Deutschland gekürt wurde?

ERFOLGE


Paraguayischer Meister 1998 und 1999

Deutscher Meister 2000, 2001, 2003, 2005 und 2006

DFB-Pokal-Sieger 2000, 2003, 2005 und 2006

Champions-League-Sieger 2001

Weltpokal-Sieger 2001

Fußballer des Jahres 1999 in Paraguay

Eure Meinung: Was haltet Ihr von Roque Santa Cruz?