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Ottmar Hitzfeld
Ottmar Hitzfeld
Ottmar Hitzfeld
Geburtsdatum:12.01.1949 (Age 65)
Geburtsort:Lörrach
Nationalität:Deutschland
Position:Trainer
Trikotnummer:-
Bundesliga: Ottmar Hitzfeld, Bayern München (AFP)
Bern. Was war das für ein Jubel an den Fußballstammtischen, als im Sommer 2008 bekannt wurde: Ottmar Hitzfeld - als Spieler Meister und Cupsieger mit Basel; als Trainer Cupsieger mit Aarau; Cupsieger, Supercupsieger und Meister mit den Grasshoppers Zürich; Meister, Supercupsieger, Champions League- und Weltpokalgewinner mit Dortmund; Meister, Ligapokal-, DfB Pokal-, Weltpokal- und Champions League Sieger mit Bayern München - wird Trainer der Schweizer Nationalmannschaft. Südafrika, wir kommen! Die Qualifikation für die WM 2010 ist nur noch Formsache. Die Schweiz wusste, dass sie sich glücklich schätzen konnte, einen wie den Lörracher auf der Bank zu haben. Die Fußballwelt verstand den Schritt des heute 61-Jährigen eher weniger. „Uli Hoeneß hatte mir gesagt: ‚Was willst du da, da kannst du ja nichts erreichen.’‟, erzählte Hitzfeld nach der erfolgreichen WM-Quali und fügte mit einem süffisanten Lächeln hinzu: „Jetzt sind wir bei den besten Mannschaften der Welt.‟

Der kleine große Unterschied

Was ist es denn, das den Unterschied zu Hitzfelds Vorgänger Jakob „Köbi‟ Kuhn ausmacht, der die Schweiz ja immerhin zur EM 2004 und zur WM 2006 geführt hatte? Mit dem „General‟ verschwand der Alpenmief, und es hielt internationales Flair Einzug. Hier kam einer, der schon alles gesehen hatte, was es im Fußball zu sehen gibt, einer, der in der Schweiz schon seit je unheimlich beliebt war - einer, den man im Alpenland quasi als Einheimischen betrachtet. Ein Beispiel? Schweizer hassen es, wenn Deutsche versuchen, Schwyzerdüütsch zu sprechen. Doch wenn Hitzfeld sagt, „das Spiel isch e grosse Herusforderig gsi‟, dann ist das die normalste Sache der Welt. Er ist halt einer, dessen Kompetenz und Integrität man in der Eidgenossenschaft nicht anzweifelt, weil er über den Tellerrand dessen, was mit einem Schweizer Team nach menschlichem Ermessen möglich ist, hinausschaut. Seit Hitzfeld versucht man nicht mehr, sich über einen eventuellen zweiten Platz für ein Turnier zu qualifizieren, da wird sich qualifiziert, und zwar möglichst auf direktem Weg. „Wir haben unsere Winner-Mentalität schon verbessert‟, befand denn der Lörracher auch gegenüber dem Schweizer Blick - etwas, das dem Team zuvor ziemlich abging.

Der große große Unterschied

Mit Ottmar Hitzfeld kam aber auch ein frischer Wind in bestehende Strukturen und Gesetzmäßigkeiten. Plötzlich hieß es: Wer im Verein nicht regelmäßig spielt, hat in der „Nati‟ schlechte Karten, egal, wie sein Name lautet (was letztlich Spieler wie Alex Frei, Hakan Yakin oder Ludovic Magnin dazu bewogen hat, in die Axpo Super League zurückzukehren). Persönliche Animositäten gehörten ebenfalls der Vergangenheit an: Blaise N'Kufo, der bei Köbi Kuhn offenbar aus persönlichen Gründen unten durch war, stand nun wieder im Aufgebot. Und sein Fachwissen stellte der Mathematiklehrer Hitzfeld unter Beweis, als er zum Beispiel einen Marco Padalino aufstellte, der zuvor bestenfalls Serie-A-Kennern ein Begriff war. Vorbei der olympische Gedanke, dass dabei sein alles ist: „Das Wichtigste ist das Ergebnis, alles andere ist Schönfärberei, ein Muster ohne Wert‟, so der General. Und die Ergebnisse stimmten (meistens).

Unkündbar

Es ist schon so: Ottmar Hitzfeld geht entweder von selbst oder gar nicht. Dass man ihn feuern könnte, ist eigentlich undenkbar, weiß man doch im Verband ganz genau, dass man einen wie ihn nicht mehr bekommen wird. Konsequenterweise richtet sich denn die Kritik bei schlechten Spielen auch auf die Mannschaft und nicht auf den Trainer. Kritik am Trainer ist auch nicht nötig, denn Hitzfeld ist einer, der sich selbst hinterfragt und Fehler auch eingesteht. „Ich habe bei jenem Spiel vielleicht ein falsches Zeichen gesetzt. Indem ich Alex Frei aufgestellt habe‟, befand der Lörracher in der Analyse des Horror-Kicks gegen Luxemburg (1:2 auf heimischem Boden). „Ich dachte, jetzt kann er sich gegen Luxemburg warm schießen.‟ Er ist eben einfach glaubwürdig und in höchstem Maß kompetent - einer, wie ihn die Schweiz noch nie hatte und wohl auch nie wieder haben wird.