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Joachim Löw
Joachim Löw
Joachim Löw
Spitzname:Jogi
Geburtsdatum:03.02.1960 (Age 54)
Geburtsort:Bonn
Nationalität:Deutschland
Größe:181 cm.
Gewicht:76 Kg.
Position:Trainer
Trikotnummer:-
Nationalmannschaft: Deutschland
Joachim Löw - Germany (Firo)

Frankfurt. „Alle sind derzeit ersetzbar, nur nicht Joachim Löw“, hatte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kürzlich angesichts der ausstehenden Vertragsverlängerung mit dem Bundestrainer gesagt. Diese Aussage beschreibt schon den Stellenwert des Coach innerhalb des Verbandes. Auch in der Nationalmannschaft soll Löw trotz der jüngsten Querelen einen ausgezeichneten Ruf genießen. Und so wäre es nur allzu schwer, würde er bereits im Sommer wieder die Segel streichen und das höchste deutsche Traineramt zur Verfügung stellen. Denn fachlich zählt der 50-Jährige zu den Besten seiner Zunft.

Als Spieler nicht überragend...

Dabei hatte sich das noch vor Jahren gar nicht abgezeichnet. Als Spieler war der heutige Bundestrainer sicherlich kein schlechter, aber dennoch war er zumeist nur in der zweiten Reihe zu nennen. Das liegt vermutlich auch daran, dass er insgesamt nur 52 Mal in der Bundesliga zum Einsatz kam. Ansonsten spielte er für den SC Freiburg vornehmlich in der zweiten Liga (252 Spiele). Was viele nicht wissen: Löw ist mit insgesamt 88 Treffern (sieben in der Bundesliga und 81 in der zweiten Liga) bis heute Rekordtorschütze der Breisgauer. Mit der Nationalmannschaft hatte er aber dennoch als Spieler nie etwas am Hut. Lediglich wenige Einsätze in den Junioren-Delegationen stehen zu Buche.

...als Trainer auch nicht

Als Trainer lief es Anfangs beim VfB Stuttgart gut. Er gewann mit dem Verein etwa den DFB-Pokal und zog ein Jahr später in das Endspiel des Europapokals der Pokalsieger ein. Dennoch wurde er nach dieser Saison entlassen, obwohl in der Liga noch der vierte Platz erreicht werden konnte. Für Löw begann eine lange Reise. Sie sollte ihn unter anderem in die Türkei führen, nach Österreich und auch noch einmal nach Deutschland. Allerdings hielt es ihn beim Karlsruher SC nur 18 Spiele. Dabei gelang nur ein Sieg – Löw musste gehen. Immer wieder heuerte er bei Vereinen im Ausland an, schaffte dabei aber nie den Sprung zu einem Top-Trainer. Oft gab es auch Missverständnisse und sportliche Erfolge reichten nicht aus. Bei Austria Wien etwa wurde er 2004 trotz einer Tabellenführung entlassen.

„Klinsi“ als Retter

Ewig wollte Löw so auch nicht weitermachen. Er wollte endlich langfristig irgendwo bleiben und erfolgreich arbeiten. So folgte er dem Ruf von Jürgen Klinsmann und wurde nach der Europameisterschaft 2004 Co-Trainer beim DFB. Und dann schlug der Zufall zu: Nach der Weltmeisterschaft 2006 und dem „Sommermärchen“ in Deutschland wurde Joachim Löw mitten in aller Euphorie neuer Nationaltrainer, nachdem Klinsmann sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Schon in der Zeit, als beide zusammen die Nationaelf trainierten, eilte Löw der Ruf als genialer Taktiker voraus. Viele sagten sogar, dass ihm der sportliche Erfolg zuzuschreiben sei, „Klinsi“ mehr ein Motivator gewesen war.

EM 2008 als Durchbruch

Er widerlegte diese These bei der Europameisterschaft 2008 nicht. Da bewies Löw, dass er auch als Bundestrainer in erster Reihe bestehen kann. Mit der deutschen Nationalmannschaft schaffte er den Einzug ins Endspiel und kam so selbst zu internationaler Anerkennung. DFB-Pokalsieg, Endspiel im Europapokal der Pokalsieger – der Durchbruch als Trainer war aber erst am Abend des Finales erreicht. Aber selbst bei diesem großen Ereignis präsentierte sich Löw als ruhiger und abgeklärter Trainer, der sich offenbar nicht allzu wichtig nimmt und abgeklärt seines Amtes waltet. Eine Ausstrahlung, die nach Meinung seiner Spieler gerade vor wichtigen Spielen den Unterschied machen kann.

Seine Vorgaben sind leicht, aber wichtig

Aber neben seiner Art, die Spieler zu betreuen zählt natürlich auch sein unglaubliches Verständnis für den Fußball zu seinen Stärken. Taktisch weiß er, wie man Teams einstellen muss. Er ist ein Meister darin, Partien vorzubereiten und seine Spieler für den Gegner fit zu machen. Das schafft er durch Disziplin, Fleiß und vor allem auch die notwendige Geduld. Denn eines hat der Bundestrainer seinen Spielern und ganz Deutschland eindrucksvoll vorgelebt: Mit harter Arbeit kann man einiges erreichen. Auch wenn womöglich das Vertrauen in die eigene Person und das Talent nicht immer außerordentlich groß sind. Und so scheint es als extrem bedauerlich, sollte der Bundestrainer im Sommer wirklich seinen Hut nehmen. Auch wenn er dieses Mal bis zur nächsten großen Aufgabe sicherlich keinen ganz so steinigen Weg mehr hätte.