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Porto Allegre. Am 31.10.1963 wurde er als Carlos Caetano Bledorn Verri geboren, doch schon bald sollte ihn die ganze Welt nur noch unter dem Namen Carlos Dunga kennen. Als Führungsperson auf und neben dem Platz spielte er eine Hauptrolle beim WM-Sieg Brasiliens 1990. Aber Dunga ist kein typischer Brasilianer, Dunga ist anders: Kein Firlefanz, keine unnötigen Kabinettstückchen, sondern eine klare Linie.
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Von ganz unten nach ganz oben
Dunga wurde in ärmlichen Verhältnissen in Rio Grande do Sul in der Nähe von Porto Allegre geboren. Wie für so viele Straßenkinder in Brasilien bot der Fußball die einzige Chance, diesem Elend zu entfliehen. Dunga schaffte den Aufstieg und unterschrieb 1987 seinen ersten Vertrag in Europa. Über Pisa, Florenz und Pescara ging es 1993 zum VfB Stuttgart nach Deutschland. Darauf spielte er sogar drei Jahre in Japan bei Jubilo Iwata, ehe er im Jahr 2000 seine Karriere bei Internacional ausklingen ließ. Dort, wo er einst 1980 seine Laufbahn begonnen hatte.
Arbeiter statt Zauberer
Überall dort, wo Dunga spielte, übernahm er die Führungsposition im Mittelfeld. Überragend war sein Stellungsspiel und Spielübersicht, weswegen er nur höchst selten in Fouls verwickelt war. Seine Passgenauigkeit suchte seinesgleichen. Doch alles in allem zog Dunga das Spiel nicht durch Brasilianische Zaubereinlagen an sich, sondern durch hohe Intelligenz und nüchterner Defensivarbeit.

Austausch unter Kollegen: José Mourinho und Carlos Dunga
1998 am Gipfel der Welt
Seine größte Zeit allerdings hatte Dunga in „seiner“ Selecao, die zwar für jeden Brasilianer ein Heiligtum ist, doch für ihn über allem Stand. Im Jahr 1983 führte er die U20-Brasiliens als Kapitän zum Weltmeister-Titel gegen Argentinien. Es sollte der Vorgeschmack für eine große Laufbahn sein. Bei der WM 1990 gehörte Dunga fest zum Stammpersonal, doch zum Titel sollte es erst vier Jahre später in den USA reichen. Inzwischen war Dunga zum Kapitän gereift und erlebte mit dem Sieg nach Elfmeterschießen gegen Italien eine seiner größten Stunden. Vier Jahre später, 1998 in Frankreich, dem letzten großen Turnier Dungas, verlor Brasilien im Finale gegen die Gastgeber.
Nach seinem Karriereende im Jahre 2000 suchte Dunga etwas Abstand vom aktiven Geschäft und widmete sich seiner Stiftung „Dunga for Kids“, die sich neben der fußballerischen Ausbildung des Nachwuchses auch um die schulische Laufbahn sorgte. Sechs Jahre lang hörte man nur noch selten von Dunga – bis zum 25.7.2006. An diesem Tag berief Verbandspräsident Ricardo Texeira Dunga zum Nationaltrainer. „Die Fans wollten in der Nationalelf einen Trainer, der mitfiebert – nun haben sie ihn,“ erklärte Texeira damals nach der WM 2006 in Deutschland, die mehr als enttäuschend für die Brasilianer gegen Frankreich endete.

Kritiker werden ausgeblendet
Unter Dunga startete Brasilien in die WM-Qualifikation für Südafrika. Eine Reise voller Hindernisse. Den vielleicht größten Gegner fand er dabei aber in den eigenen Reihen: Nicht alle Fans der Selecao konnten mit den zum Teil unpopulären Entscheidungen des Nationaltrainers leben. „Jede Region und jede Zeitung würde gerne die Spieler selber nominieren, aber ich werde weiter meinen Weg gehen,“ entgegnete Dunga zuletzt seinen Kritikern in einem Interview auf FIFA.com.
Keine Scheu vor großen Namen
Ronaldinho ist das jüngste und zugleich wohl bekannteste „Opfer“ Dungas, der mehr auf mannschaftsdienliche Spieler als extrovertierte Einzelspieler setzt. Der Trainer Dunga ähnelt also sehr dem Spieler Dunga. Trotz allen Ärgers macht ihm die Arbeit weiterhin viel Spaß: „Nichts davon ist neu unmittelbar vor einer Weltmeisterschaft. Die Fragen und auch die Antworten werden dieselben bleiben. Der Druck auf den Nationaltrainer der Selecao ist immer sehr hoch“. Ronaldinho jedenfalls bekam die harte Hand des Trainers zu spüren und muss sich mit dem Gedanken anfreunden, die Gruppenspiele gegen Nordkorea, Elfenbeinküste und Portugal vom Fernsehsessel aus zu schauen.
Eure Meinung: Führt Dunga die Selecao 2010 in Südafrika zum Weltmeistertitel?
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Brasilien U23




