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Bruno Fernandes hatte Talent genug, um in Brasiliens Fußball-Nationalmannschaft das Tor zu hüten. Auf den früheren Liebling der Fans warten nun 22 Jahre Haft wegen einer Mordklage.

Belo Horizonte. Für Bruno Fernandes das Dores de Souza ist die einst schillernde Welt eines Fußballstars auf eine sechs Quadratmeter kleine Zelle zusammengeschrumpft. Statt das Tor eines Vereins sauber zu halten, wäscht der 28-Jährige heute die schmutzige Wäsche der Mitgefangenen in der Haftanstalt Nelson Hungria vor den Toren Belo Horizontes. Weil Mord für ihn die einfachste Lösung eines Problems war.

In den frühen Morgenstunden des vergangenen Freitags, symbolträchtig am Weltfrauentag, folgte Richterin Marixa Rodrigues dem Verdikt der sieben Geschworenen und verurteilte den Hauptangeklagten im Prozess um die kaltblütige Ermordung seiner Ex-Geliebten Eliza Samudio und die Entführung des gemeinsamen Sohnes zu 22 Jahren und drei Monaten Haft.

Verurteilung naht

Im „teuflischen Drama“ (Zitat Rodrigues) fehlt damit nur noch der letzte Akt: die Verurteilung des angeblichen Auftragsmörders Marcos dos Santos, dessen Prozess am 22. April beginnt. Der Ex-Polizist hatte die damals 25-Jährige am 10. Juni 2010 erdrosselt, zerstückelt und dann seinen Hunden zum Fraß vorgeworfen. Ohne Leiche kein Verbrecher, so der Plan der Bande.

Schließlich war Bruno zur Tatzeit längst unantastbares Idol der Millionen von Flamengo-Fans, verdiente beim Traditionsklub aus Rio de Janeiro umgerechnet 140.000 Euro im Monat, wollte von seinem Gehalt aber keinen Centavo für den problemlos zahlbaren Unterhalt von den damals vier Monate alten Bruninho abgeben, der angeblich während einer Sexorgie, bei der noch andere Spieler anwesend waren, gezeugt worden war.

Auf dem Weg zum Superstar

Bruno hatte als Elfmeterkiller entscheidenden Anteil an den drei Carioca-Titeln zwischen 2007 und 2009, meldete Führungsanspruch an und trug im Meisterjahr 2009 die Kapitänsbinde. Von Italiens Topklub AC Mailand lag bereits ein konkretes Angebot vor, das Tor zur Nationalelf kurz vor der WM 2010 stand weit offen. Bis er den Entschluss fasste, sich endgültig Eliza und ihrer ständigen Forderungen zu entledigen.

Auch wenn die Richterin den Ex-Torhüter, der wie viele Fußballer Brasiliens aus armen Verhältnissen stammt und zwischen Gewalt, Kriminalität und Drogen aufwuchs, als „gefühlskalt, gewalttätig und hinterhältig“ beschrieb, hatte er auf Frauen einen verführerischen Sog. So schaffte er es, dass seine Ex-Frau Dayanne Rodrigues, Mutter seiner zwei Töchter, sowie seine damalige Freundin Fernanda Gomes mithalfen, das Baby nach der Ermordung Elizas für wenige Tage zu verstecken.

Im vergangenen Jahr heiratete er im Gefängnis die Zahnärztin Ingrid Oliveira, eine der wenigen, die nun in den nächsten Jahren ihm alle 15 Tage Besuch abstatten dürfen. Bei guter Führung könnte er 2018 oder 2019 in den halboffenen Verzug wechseln. Für eine Fortsetzung der Karriere irgendwo in der Provinz wäre es dann noch nicht zu spät.

EURE MEINUNG: Kann ein Spieler nach einer Haftstrafe nochmal als Profi-Fußballer Karriere machen?

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