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David Trezeguet erfüllt sich nach seiner Karriere in Europa einen Kindheitstraum. Seit einem Jahr spielt der 34-jährige in seiner Heimat Argentinien für River Plate.

Buenos Aires. Ende 2011 schien die Karriere von David Trezeguet sich einem blassen Ende zu nähern. Nach erfolgreichen Jahren beim AS Monaco, bei Juventus Turin und in der französischen Nationalmannschaft hatte er an eine durchschnittliche Spielzeit für Hercules in Spanien gerade ein enttäuschendes Engagement in den Vereinigten Arabischen Emiraten anhängt.

Stadionatmosphäre in Argentinien entfacht alten Wunsch

Er wurde mit Frankreich Welt- und Europameister, betonte aber immer, sich als Argentinier zu fühlen. Bei einem Stadionbesuch in seinem Heimatland entfachte eine alte Liebe: „Ich wollte unbedingt die argentinische Leidenschaft für den Fußball live erleben“, erinnert sich „Trezegol“. „Seit meiner Kindheit wollte ich im Trikot von River Plate auflaufen.“ Der ehemalige Spielerberater seines Vaters Jorge, selbst Ex-Profi in Argentinien und Frankreich, stellte den Kontakt zum Rekordmeister des Landes her. Und innerhalb weniger Wochen war der spektakuläre Wechsel nach Buenos Aires perfekt.

David Trezeguet wurde 1977 in Frankreich geboren, weil sein Vater, der heute als Späher für Juventus arbeitet, dort beim FC Rouen unter Vertrag stand. Nur ein Jahr später kehrte die Familie allerdings nach Argentinien zurück und bereits im Kindesalter schloss sich David dem kleinen Vorstadtverein Platense an. Für el calamar („der Tintenfisch“), so der Spitzname des Klubs aus dem Norden von Buenos Aires, debütierte David im zarten Alter von 16 Jahren in der ersten argentinischen Liga. Aber er absolvierte nur eine Handvoll Spiele, bevor er zum AS Monaco wechselte.

Als Jugendlicher der Wechsel nach Frankreich – und wenig später Welt- und Europameister

Seine ganze Familie begleitet ihn 1995 bei diesem großen Schritt. David sprach kein Wort Französisch und wurde dennoch vom Fußballverband in die Jugendnationalmannschaft eingeladen. Für die argentinische Auswahl war er sowieso aus dem Blickfeld geraten und aufgrund eines französischen Ururgroßvaters konnte er die Staatsangehörigkeit beantragen und.

Der technische Fußball der Ligue 1 lag ihm und mit Thierry Henry bildete er ein legendäres Sturmduo für die „Equipe Tricolore“. Nach dem Weltmeistertitel 1998, erzielte Trezeguet 2000 im Finale der Europameisterschaft das Golden Goal. Kurz darauf wechselte er für 23 Millionen Euro zu Juventus, wo er nach eigener Aussage vor allem taktisch reifte und so zu einem der erfolgreichsten Stürmer Europas der letzten 15 Jahre wurde.

Zweimal 2. Liga: Für Juventus und auch für River Plate

Die Fans der alten Dame haben ihm nicht vergessen, dass er das Team nach dem Zwangsabstieg in die Serie B nicht im Stich ließ. Und auch in Argentinien startete er für sein River Plate in der zweiten Liga. Die „Millonarios“ waren im Juli 2011 erstmals abgestiegen kämpften während der Verpflichtung von Trezeguet gerade für das alternativlose Kommando Wiederaufstieg.

Und Trezegol erarbeitete sich schnell einen Platz im Herzen aller River Fans. Mit 13 Toren in 18 Spielen war er in der Rückrunde 2012 maßgeblich am Aufstieg beteiligt. Bereits heute geschichtsträchtig: Seine beiden Treffer am letzten Spieltag im ausverkauften Estadio Monumental gegen Almirante Brown, die River Plate die Zweitligameisterschaft sicherte.

„Diese Leidenschaft der Fans! Das ist Fußball!“

Im Juli 2012 kam es beinahe zu einer Rückkehr zu Juventus, aber Trezeguet zog die intensiven Emotionen des argentinischen Fußballs einer weiteren Aufbesserung der Rente vor. Im Torneo Inicial 2012, der Hinrundenmeisterschaft (in Argentinien werden pro Jahr zwei Meisterschaften ausgetragen), machte ihn der Trainer gar zum Kapitän. Aber die Tormaschine stockte ein wenig. Kleinere Verletzung und mehrfache Reisen nach Frankreich, wo noch immer seine ganze Familie lebt, ließen seine Leistungen schmälern. In der Sommerpause traf er allerdings in einem Testspiel unter großem Jubel in der Schlussminute zum Siegtreffer gegen den ewigen Rivalen Boca Juniors. Ein neuer Schub für die Liebesbeziehung zwischen River und Trezeguet. „Wenn wir mit dem Mannschaftsbus zum Stadion fahren und ich die Gesichter der Anhänger im Auto oder auf den Motorrädern sehe, oder all diese rappelvollen Fanbusse…da fühlt man etwas Besonderes: Das ist Fußball!“, schwärmt er unaufhörlich.

Er träumt von einer Meisterschaft mit den Rot-Weißen und schmiedet bereits Pläne für die Zeit nach seiner aktiven Karriere. „Ich würde gerne Manager bei River werden“, äußerte Trezeguet zuletzt.

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