thumbnail Hallo,

Der FIFA-Präsident scheint keine Lösungen für die umstrittenen Welt-Turniere zu haben. Im Fall seiner FIFA-Sperre zeigt sich der Kaiser versöhnlich.

München. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (78) findet anscheinend auch innerhalb der Funktionärs-Kreise keine Antworten auf die drängenden Fragen um die Weltmeisterschaften in Russland 2018 und Katar 2022. "Er hat sehr ausweichend geantwortet", berichtete Franz Beckenbauer (68) nach den Gesprächen hinter verschlossenen Türen im Camp Beckenbauer am Montag und Dienstag: "Aber was kann er auch tun? Die aktuelle Situation kann sich in den nächsten Jahren ändern."

Aus der Ukraine-Krise "jetzt schon irgendwelche Schlüsse zu ziehen, wäre verkehrt", meinte Beckenbauer mit Blick auf die Endrunde in vier Jahren. Katar 2022 werde zudem "untersucht (durch die FIFA-Ethikkommission, d. Red), da wird der Abschluss kommen und man wird sehen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist".

Mit Sperre abgeschlossen

Mit seiner provisorischen Sperre kurz vor der WM in Brasilien hat Beckenbauer abgeschlossen - zumindest was sein persönliches Verhältnis zu Blatter angehe. "Mit der FIFA weiß ich nicht, aber mit Sepp Blatter auf jeden Fall", sagte der Kaiser: "Ich hätte eine andere Reaktion erwartet, weil mit Freunden geht man nicht so um."

Blatter aber habe vor der WM "andere Dinge zu tun gehabt", sagte Beckenbauer: "Aber ich hätte aus seinem Umfeld erwartet, dass man mit mir spricht - das hat man nicht getan und das hat mich verärgert."

Beckenbauer war von der FIFA zunächst für 90 Tage provisorisch für sämtliche Aktivitäten im Fußball gesperrt worden, da er im Zusammenhang mit Bestechungsvorwürfen bei der Vergabe der WM 2022 an Katar Fragen der Ethikkommission zunächst nicht beantwortet hatte. Die Sperre wurde zwei Wochen später aufgehoben, nachdem Beckenbauer den Fragenkatalog beantwortet hatte.

"Wir haben das auf der anderen Seite unterschätzt", sagte er nun: "So ganz unschuldig sind wir auch nicht."

Dazugehörig