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Der 11. Spieltag in Zahlen: Geheimfavorit geht anders

Die Fenneks mischen die WM auf, während Portugal seiner Underdog-Rolle gerecht wird. Belgien schwächelt auch, kann schon statistisch gesehen aber gar nicht verlieren.

Rio de Janeiro. Algerien ballert wild um sich und schreibt ganz nebenbei WM-Geschichte. Portugal ist und bleibt einfach kein Geheimfavorit und Belgien kann statistisch gesehen gar nicht verlieren. Der 11. Spieltag der WM in den OPTA-Zahlen

Das war abzusehen: Der Last-Minute-Treffer Portugals ein Schock für die USA? Unerwartet? Aus heiterem Himmel? Von wegen! Statistik-Füchse wissen nämlich längst, dass die Paarung CR7 und Co. gegen die US-Boys für absolute Ausgeglichenheit steht. Das 2:2 war das insgesamt zweite Remis bei zwei Siegen USA und zwei Siegen Portugal. Die aktuelle Tordifferenz: 7:7.

Lang, lang ist's her: Und außerdem: Die US-Boys hatten doch schon ihr erstes Gruppenspiel gegen Ghana erfolgreich bestritten. Und da gleich ein zweiter Sieg hinterher? Come on! Nicht mit den Amerikanern. Zwei Siege in Folge - das gab es in der WM-Geschichte der Staaten genau einmal. Bei der ersten Weltmeisterschaft 1930. In den ersten beiden Spielen.

Geheimfavorit ist anders: Die Portugiesen wurden - wie zugegeben gefühlt jede zweite Mannschaft - vor dem Turnierstart als Geheimfavorit gehandelt. Und in Deutschland freute man sich nach dem furiosen  4:0-Auftaktsieg gegen die Iberer umso mehr. Bei genauerer Betrachtung sollte der Dreier gegen Cristiano Ronaldos Mannen aber eher kleinlaut unter "Arbeitssieg" verbucht werden. Schließlich gewann Portugal nur eins seiner letzten neun WM-Spiele. Bei vier Niederlagen und vier Remis wurde lediglich Nordkorea 2010 mit 7:0 weggeschossen. Trotzdem: Geheimfavorit geht anders.

Einmal Zielwasser, bitte: Wo wir gerade schon bei Cristiano Ronaldo sind: Auch der frischgebackene Weltfußballer trägt nicht unbedingt dazu bei, dass seine Nationalelf auf einer fußballerischen Erfolgswelle schwimmt. Nach sieben Torschüssen aus dem Spiel gegen die USA hat der Real-Angreifer jetzt insgesamt 62 Mal bei einer WM auf das gegnerische Tor geschossen. Die mehr als magere Ausbeute: Zwei Trefferchen….

Erfolgsgarant Thibaut: Der nächste Geheimfavorit ist Belgien, doch auch die Roten Teufel stolpern eher schlecht als recht durch das Turnier. Dass das Achtelfinale trotzdem schon nach zwei Spielen klargemacht wurde, hat zwei Gründe. Der eine steht im Tor, heißt Thibaut Courtois und fungiert neben seiner Rolle als einer der besten Keeper der Welt auch als Glücksbringer für die Truppe von Marc Wilmots. Mit dem Schlussmann von Atletico Madrid verloren die Belgier noch nicht ein einziges Spiel. In 19 Spielen gab's 13 Siege und sechs Unentschieden.

Bank-Power: Ein weiterer Grund für den Erfolg der roten Teufel sind die Einwechselspieler. Das Siegtor gegen Russland durch Divock Origi - es war der erste Schuss aufs Tor von Belgien, und das in der 88. Minute - war bereits das dritte Jokertor der Belgier. So ein glückliches Händchen beim Wechseln hat sonst nur Ottmar Hitzfeld bei der Schweiz, bei der ebenfalls schon drei Bankspieler trafen.

Algerien on fire: Was der Algerier gegen den Südkoreaner veranstaltete, war ganz großes Kino. Mit 4:2 zerpflückte der Underdog die Bundesligastars Son, Ji, Koo und Co. und hat nun beste Chancen auf die Runde der letzten 16. Die vier Tore der Algerier gehen übrigens in die WM-Geschichte ein. So viele Treffer waren noch keinem afrikanischen Team gelungen.

Noch mehr Geschichte: Doch nicht nur das! Das 4:2 war der erste Sieg Algeriens bei einer WM seit 1982 gegen Chile (3:2) und der höchste Triumph der Afrikaner aller Zeiten. Zuvor hatte man wenn dann immer mit einem Tor Vorsprung gewonnen.

Verteidigen a la Korea: Gegen Südkorea schoss Algerien doppelt so viele Tore wie in seinen sieben letzten Partien bei WM-Endrunden zusammen.

Angreifen a la Korea: Auf der anderen Seite enttäuschten die Südkoreaner natürlich auf ganzer Linie. Die hochgelobte Offensive um Leverkusen-Star Heung-Min Son brachte es fertig, in der ersten Hälfte kein einziges Mal aufs Tor zu schießen. Algerien dagegen feuerte alleine im ersten Abschnitt zwölf Mal. Am Ende stand's nach Schüssen 15:8. Zum Vergleich: Gegen Belgien gaben die Nordafrikaner in 90 Minuten drei Schüsse ab.

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