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Der Franzose wird nächstes Jahr bei der Wahl zum Präsidenten des Fußball-Weltverbands kandidieren. Am Montag erfolgte die Ankündigung.

London. Der Kampf um die Präsidentschaft der FIFA wird möglicherweise zu einem Dreikampf: Am Montag warf der Franzose Jérôme Champagne mit seiner Ankündigung, in 16 Monaten in Zürich kandidieren zu wollen, als Erster den Hut in den Ring.

Der Schweizer Amtsinhaber Joseph S. Blatter (77), der seit 1998 an der Spitze des Milliarden-Unternehmens FIFA steht, hat sich ebenso noch nicht definitiv erklärt wie UEFA-Boss Michel Platini (58), ein Landsmann Champagnes.

"Wir brauchen eine andere FIFA, die demokratischer ist, mehr Respekt zeigt, sich besser darstellt und mehr tut", sagte Champagne vor Medienvertretern in einem Hotel in London. Er wolle das Ansehen der von Korruptionsskandalen gebeutelten FIFA wieder herstellen, betonte er.

Unterstützung von Pelé

Champagne zeigte außerdem eine Videobotschaft von Brasiliens Fußball-Ikone Pelé (73), der sich für den Franzosen einsetzt.
"Ich kann nicht abseits stehen in einer Debatte, die so wichtig ist für die Zukunft des Fußballs. Ich unterstütze Jérôme Champagne und dessen Visionen", sagte der dreimalige Weltmeister. Die FIFA müsse die Dinge, die gut in der Vergangenheit gewesen seien, fortsetzen, aber die FIFA "muss sich zum 21. Jahrhundert und der heutigen Welt bekennen", betonte Pelé.

Der FIFA-Präsidentschaftskandidat Champagne wird wohl in Kürze dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) einen Besuch abstatten. "Wir werden uns auf seinen Wunsch hin zeitnah zu einem persönlichen Gespräch treffen, in dem er mir seine Pläne und Ziele im Detail erläutern möchte. Erst wenn klar erkennbar ist, welche Kandidaten sich mit welchen Inhalten um das Amt des FIFA-Präsidenten bewerben, kann und wird sich der DFB positionieren", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in einer ersten Stellungnahme.

Er kenne Champagne seit vielen Jahren "und schätze ihn und seine Arbeit". Der DFB war am Montagmorgen von Champagne selbst vorab über dessen Pläne unterrichtet worden.

Ungewissheit bei Blatter und Platini

Der bald 78-jährige Blatter will sich noch vor der WM in diesem Jahr in Brasilien entscheiden, ob er für eine fünfte Amtszeit zur Verfügung steht. Als möglicher Gegenkandidat wird sein einstiger "Ziehsohn" Platini gehandelt, der allerdings auch erst im Verlauf des Jahres bekannt geben möchte, ob er sich 2015 in der FIFA zu Wahl stellt. Das Verhältnis zwischen Blatter und Platini ist seit geraumer Zeit stark belastet.

Champagne gilt im Fußball als gut vernetzt. Im Jahr 2010 hatte sich die FIFA von ihm getrennt, allerdings hatte er als langjähriger Berater stets eine gute Beziehung zum Walliser Blatter gehalten. Bei der WM 1998 in Frankreich gehörte Champagne zum Organisationskomitee, ab 1999 arbeitete er für die FIFA. Er war stellvertretender Generaldelegierter für Sonderprojekte und schließlich bis zu seinem Ausscheiden 2010 Direktor für internationale Beziehungen.

Champagne hatte in Oman, Kuba, den USA und Brasilien auch Erfahrung im diplomatischen Dienst gesammelt. Der Franzose, der einst für France Football als freier Journalist gearbeitet hatte, war außerdem als Berater im internationalen Fußball tätig, unter anderem für die Verbände des Kosovo, von Palästina und Nord-Zypern.

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