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Bayern Münchens Klub-WM-Gegner Guangzhou Evergrande wird von einem stinkreichen Bauunternehmer gepäppelt. Doch auch Millionen machen nicht immer glücklich.

Agadir. Lucas Barrios konnten auch rund 130.000 Euro Schmerzensgeld pro Woche nicht halten. Im vergangenen Sommer ist der frühere Dortmunder aus Guangzhou geflüchtet - nach gerade einmal 13 Monaten beim dortigen FC Evergrande. Wenn der chinesische Meister der Jahre 2011 bis 2013 am Dienstag im Halbfinale der Klub-WM auf Bayern München trifft, hoffen Millionen Fans in Fernost dennoch auf ihre "Gweilo", wie sie die Ausländer im Team nennen.

Neben einem südamerikanischen Trio auf dem Platz, in China auch die drei "Amigos" genannt, ist das der Trainer, Marcello Lippi. Der Mann, der Italien 2006 zum Weltmeister machte, ist nicht gerade günstig: Auf zehn Millionen Euro soll sich das Jahressalär des 65-Jährigen belaufen. Doch Lippi ist sein Geld wert. Im November holte Guangzhou als zweiter chinesischer Klub 23 Jahre nach Liaoning Hongyun den Titel in Asiens Champions League.

Der Triumph gegen den FC Seoul aus Südkorea bedeutete für die Mannschaft aus der südchinesischen Millionen-Metropole, die in Deutschland unter dem Namen Kanton besser bekannt ist, das Ticket nach Marokko. Dort, weiß Lippi, ist seine Elf gegen die übermächtigen Bayern krasser Außenseiter. "Wenn wir 100-mal gegen sie spielen, werden wir 99-mal verlieren", sagte er nach dem 2:0 im Viertelfinale gegen Al Ahly Kairo.

Geld allein macht nicht glücklich

Den Sieg hatten der Brasilianer Elkeson und Darío Conca aus Argentinien gesichert - zwei der drei "Amigos". Der Dritte im Bunde heißt Muriqui, ist ebenfalls Brasilianer und schoss Guangzhou mit 13 Treffern zum Titel in der Königsklasse.



Lippi dürfte zuvorderst an die drei "Freunde" gedacht haben, als er anfügte, der eine Sieg bei 100 Versuchen komme "vielleicht im nächsten Spiel" in Agadir. Vor allem für Conca, der stolze sieben Millionen Euro im Jahr einstreicht, wäre es ein besonderer Erfolg: Der 30-Jährige kehrt nach dem Turnier zu Fluminense nach Brasilien zurück. Das viele schöne Geld hat auch ihn nicht richtig glücklich gemacht. Zu fremd blieben ihm wie zuvor Barrios Land und Leute, zu schwach ist das Niveau in der Super League. Nur die Kasse stimmt.

Durch Großinvestitionen zum Klub-WM-Titel?

Bezahlt werden die ausländischen Stars und die anderen, darunter 13 chinesische und ein südkoreanischer Nationalspieler, von Xu Jiayin. Der Bauunternehmer, Chef der Firmengruppe Evergrande Real Estate, hat den Klub nach dem Zwangsabstieg in die 2. Liga (wegen der Verwicklung in einen Manipulationsskandal) 2010 für zwölf Millionen Euro gekauft. Seither investierte Xu rund 180 Millionen Euro, einen winzigen Teil davon in einen deutschen Physiotherapeuten.

Barrios ließ er sich elf Millionen Euro kosten, Conca acht, Elkeson sechs, Muriqui drei. Die Stars wohnen in seinen Immobilien, dürfen seine Yacht fahren und mit seinem Privatjet fliegen. Warum das alles? Der Fußball öffnet Türen bis in die hohe Politik, auch im kommunistischen China. Über seinen Fußballklub kann der Unternehmer Xu beste Lobbyarbeit betreiben.

Erfolg hilft. Pleiten wie das 1:7 in einem Testspiel gegen Real Madrid im August 2011 eher nicht. "Keiner verliert gerne, auch wir nicht", sagt Mittelfeldspieler Conca: "Wir wollen Weltmeister werden, das Selbstvertrauen haben wir."

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