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Die beiden Bosse beklagen "modernes Sklaventum" in dem Emirat und gehen das unrühmliche Thema nun gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund an.

Nürnberg. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (62) und Liga-Boss Reinhard Rauball (66) haben auf dem Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in aller Schärfe einhellig die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für viele Gastarbeiter im Vorfeld der WM-Endrunde 2022 in Katar kritisiert.

DGB soll helfen

"Hiervor werden wir unsere Augen nicht verschließen und haben dieses konkrete Thema deshalb in engem Schulterschluss mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund bei der FIFA platziert", sagte Niersbach, der den Weltverband FIFA zu einer lückenlosen Aufklärung der Vorfälle in Katar aufforderte, in Nürnberg. Rauball betonte, man könne es nicht dulden, wenn in dem Emirat bei Bauarbeiten an WM-Projekten sklavereiähnliche Bedingungen herrschen.

"Es ist klar, eine WM darf nicht auf einem System aufbauen, das sklavenähnlich ist", sagte Rauball. Der Präsident von Borussia Dortmund machte deutlich, dass er es als Verfechter der Grund- und Menschenrechte nicht dulden könne, dass diese am persischen Golf teilweise mit Füßen getreten werden. Als erster FIFA-Offizieller zog derweil Theo Zwanziger Schlüsse, gegenüber den Kieler Nachrichten kündigte der einzige deutsche Vertreter des FIFA-Exekutivkomitees ein Treffen mit Menschenrechtsorganisationen und Vertretern des Europäischen Parlaments noch im November an.

Niersbach: "FIFA wird Antworten geben müssen"

Niersbach bezeichnte die WM in Katar als "eine Herausforderung im internationalen Bereich, wie ich sie auf meinem Berufsweg noch nicht erlebt habe". Die Problematik im Zusammenhang mit dieser WM-Endrunde sei belastend für den ganzen Fußball: "Wenn ein neuer Termin im Winter gefunden werden muss, was auch nach meiner Einschätzung alternativlos ist, wären die Auswirkungen auf der ganzen Welt zu spüren", sagte der DFB-Präsident, der die Verantwortung aber an den Weltverband weitergab: "Die Zuständigkeit liegt eindeutig bei der FIFA. Sie wird bis zum Jahreswechsel 2014/2015 Antworten geben müssen auf viele brennende Fragen."

Niersbach machte aber auch klar, dass er nicht daran glaubt, dass Katar die WM noch entzogen und an ein anderes Land vergeben wird: "Die Entscheidung ist so gefallen, das müssen wir zunächst mal so hinnehmen." Für Rauball geht es derweils offenbar nur noch um Schadenbegrenzung, was ihn aber fürchterlich aufregt: "Es ist mehr als ärgerlich, wenn der europäische Vereinsfußball als Reparaturbetrieb für eine offensichtlich falsche Entscheidungen herhalten muss." Damit sprach er die Konsequenzen einer Verlegung der WM-Endrunde aus klimatischen Gründen in den Winter an, die eine Umgestaltung der Spielpläne in ganz Europa nötig machen würde.

EURE MEINUNG: Sollte man Katar die WM entziehen oder wie kann man die Verhältnisse dort verbessern?

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