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Platini kontert auf die Aussagen von Blatter. Der Transfer von Gareth Bale sei demnach "Geschichte unserer Welt" und in Europa wird es keine Hegemonie geben.

Dubrovnik. UEFA-Boss Michel Platini hat die nebulösen Andeutungen von FIFA-Boss Joseph S. Blatter zu möglicher Korruption bei der Vergabe der WM 2022 an den Wüstenstaat Katar gekontert. "Ich glaube, mit seiner sehr, sehr, sehr großen Erfahrung hat Herr Blatter es gemerkt, dass es politischen Einfluss gegeben hat", sagte Platini am Freitag in Dubrovnik: "Schön, dass er es jetzt gemerkt hat."

Der scheinbar übermächtige FIFA-Präsident hatte im Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit von "direkten politischen Einflüssen" bei der höchst umstrittenen Vergabe gesprochen. "Europäische Regierungschefs" hätten ordentlich mitgeschraubt an der Entscheidung, sagte Blatter.

Platini erwiderte nun, er glaube nicht, "dass alle Europäer für Katar gestimmt haben". Die Aussagen seines einstigen Ziehvaters "haben mich schon etwas überrascht", sagte der frühere Weltklassespieler.

Brisant waren die Aussagen vor allem deshalb, weil Platini, der für Katar stimmte, nur Tage vor der Wahl im französischen Élysée-Palast einem Treffen mit dem damaligen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und dem früheren Emir von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani, beiwohnte.

Kein Alleingang des deutschen Fußballs

Platini glaubt nicht an eine langanhaltende Erfolgsära des deutschen Fußballs in Europa. "Es gibt im Fußball keine Hegemonie", sagte der Franzose. "Vor sechs Jahren waren es die Italiener, dann die Engländer. Der Fußball entwickelt sich schnell, das Spektakel läuft ab - so ist das nun mal."

Einzige Aufgabe, Madrids Zahlungsfähigkeit zu prüfen

Der Franzose hat sich höchst philosophisch zum 100-Millionen-Rekordtransfer des Walisers Gareth Bale (24) zu Real Madrid geäußert - den "Königlichen" aber Absolution erteilt. "Das ist die Geschichte unserer Welt", fügte er hinzu. "Zu meiner Zeit gab es keine Transfers, dann kam Maradona, dann Zidane, dann Cristiano Ronaldo - alles wurde sehr, sehr teuer. Und jetzt ist es Bale."

Die Aufgabe der UEFA sei es, "zu kontrollieren, dass Madrid das Geld auch wirklich hat", sagte der Franzose: "Ich kann persönlich immer noch denken, dass ist sehr teurer, da geht es vielleicht auch um eine moralische Frage. Aber als UEFA-Präsident muss ich nur darauf achten, dass Real dieses Geld besitzt."

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