AC Mailands Kevin-Prince Boateng: Fußball braucht einen „schwarzen Mourinho“

Der gebürtige Berliner hat ereignisreiche Tage hinter sich: Erst war er Gast der UN in Genf, dann traf er sich mit Sepp Blatter – und bekleidet jetzt gar ein offizielles FIFA-Amt.
Zürich. Kevin-Prince Boateng steht als erstes Mitglied der FIFA-Task Force gegen Diskriminierung fest. Im Rahmen der zweitägigen Sitzung des Exekutivkomitees traf sich FIFA-Präsident Joseph Blatter mit dem Profi des AC Mailand zu einem Gespräch und bot ihm den Posten an. Boateng akzeptierte.

„Hocherfreut, dass er ja gesagt hat“

„Es war mir eine Freude, Kevin-Prince Boateng heute zu treffen“, so Blatter via Twitter am Freitag. „Ich habe ihn eingeladen, ein Teil der FIFA-Task Force gegen Diskriminierung zu werden. Ich bin hocherfreut, dass er ja gesagt hat.“

„Die FIFA braucht starke Persönlichkeiten, die wie Kevin-Prince Boateng Erfahrung und Glaubwürdigkeit mitbringen“, so Blatter weiter.

„Ich möchte helfen“

„Ich möchte helfen und gegen den Rassismus kämpfen. Ich bin dankbar für die Einladung und die Unterstützung der Menschen für mich und mein Handeln“, bedankte sich Boateng, der am Donnerstag in Genf bei einer UN-Tagung zum Thema „Rassismus und Sport“ weilte

Bereits im Vorfeld des Treffens mit Blatter sprach Boateng mit der BBC über sein Anliegen: „Wenn der Fußball multikultureller wird, werden mehr Menschen und Länder einbezogen, und das kann helfen.“



Boateng hofft auf „schwarzen Mourinho“ und „pakistanischen Guardiola“

„Lasst uns hoffen, dass es bald einen schwarzen Mourinho und einen pakistanischen Guardiola gibt“, warb Boateng bildlich gesprochen für mehr Vielfalt im Weltfußball.

Zuvor wurde in der zweitägigen Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees am Mittwoch und Donnerstag ein erstes loses Konzept der wenige Wochen zuvor ins Leben gerufenen Task Force umrissen. Das komplette Programm soll dann im Mai beim FIFA-Jahreskongress auf Mauritius vorgestellt werden.

Wettbewerbsausschluss, Punktabzüge, Zwangsabstieg

Dazu gehört auch ein Sanktionskatalog, der in Zürich erstmals zur Sprache kam. So soll es ein dreistufiges Strafmaß geben, das Vereinen bei rassistischem Verhalten seiner Anhänger drohe: Wettbewerbsausschluss, Punktabzüge und Zwangsabstieg.

„Wir haben darüber im Strategischen Ausschuss geredet“, sagte Blatter der BBC und ergänzte: „Es wäre nicht schön, die Spieler bestrafen zu müssen, aber irgendwo müssen wir etwas machen, das über finanzielle Sanktionen hinausgeht.“ Auf seinem Twitter-Account wurde Blatter konkreter: „Punktabzüge oder Disqualifikation“.

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