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FIFA-Präsi Blatter kritisierte seinen Kollegen Platini und betonte, dass der Rest der UEFA-Führungsriege in Bezug auf die Torlinientechnologie anderer Meinung als der Franzose sei.

Zürich. FIFA-Präsident Joseph Blatter sieht UEFA-Präsident Michel Platini als einzigen Gegner der Torlinientechnologie, die beim Confederations Cup im Sommer offiziell eingeführt werden soll.

„Die Meinungsverschiedenheit besteht nicht mit der UEFA, sie besteht mit Platini. Nur mit Platini", erklärte Blatter der spanischen Tageszeitung AS und ergänzte: „Die Verbände, die Schiedsrichter, die Spieler, alle wollen Torlinientechnologie.“

Dabei hofft der Schweizer, dass der UEFA-Präsident noch zur Einsicht kommt: „Wenn Platini es nicht will, ist das seine persönliche Sache. Aber das wird sich ändern.“ Auch Blatter war einst als Gegner der Technologie bekannt, bis bei der letzten Weltmeisterschaft ein regulärer Treffer des Engländers Frank Lampard im Spiel gegen Deutschland nicht anerkannt wurde.

„An diesem Tag sah ich die Dinge deutlich. Der Ball war weit über der Linie. Ich hatte eine schwierige Nacht nach diesem Vorfall, ich war überwältigt“, erinnerte sich der FIFA-Präsident.

Schiedsrichter laut Blatter erfreut

Damals habe er beschlossen, der Technologie eine Chance zu geben: „Ich habe mir selbst gesagt ,wenn wir ein unfehlbares System finden, das mindestens 99 Prozent der Phantomtore verhindert, werden wir es akzeptieren‘. Jetzt haben wir mehrere Systeme zur Auswahl.“

Für die Schiedsrichter sei die Torlinientechnologie eine willkommene Unterstützung: „Alle Schiedsrichter freuen sich über diese Hilfe, denn Phantomtore sind die Fehler, die sie ein Leben lang begleiten. Es ist nicht wie ein Fehler mit einer Karte oder einem Elfmeter. Das ist ernst.“

Elfmeterschießen gegen den „Geist des Fußballs“

Neben der Einführung technischer Hilfsmittel zur Fehlervermeidung denkt Blatter darüber nach, wie Elfmeterschießen im Finale einer Weltmeisterschaft verhindert werden könnten. Eine Alternative sei ein Wiederholungsspiel: „Ich denke, das ist eine gute Idee, aber ich weiß nicht, ob es möglich wäre. Es ist nicht einfach, denn das Finale sollte an dem Tag entschieden werden, für den es angesetzt wurde.“

Trotzdem müsse dringend eine Lösung gefunden werden. „Warum? Weil Elfmeter nicht dem Geist des Fußballs entsprechen. Sie machen einen Mannschaftssport zu einem Eins-gegen-Eins-Duell“, erklärte der 77-Jährige. Profitieren würden davon nur die Medien: „Elfmeterschießen sind gut für das Fernsehen, weil die Zuschauerzahlen durch die Decke gehen.“

Spanien gut genug für direkte Qualifikation

Die Richtlinie, dass der amtierende Weltmeister nicht mehr automatisch für die nächste Weltmeisterschaft qualifiziert ist, hält Blatter dagegen auch nach über zehn Jahren noch für richtig. „Die Entscheidung wurde auf Wunsch der Länder getroffen, die den Wettbewerb gewonnen haben. Sie wollten nicht für vier Jahre auf Wettbewerbsfußball verzichten, was durch die automatische Qualifikation passiert wäre“, sagte Blatter.

Dass Spanien so unter Umständen nicht an der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien teilnehmen könnte, befürchtet der Schweizer nicht: „Wir wissen, dass Spanien aktuell in einer schwierigen Situation ist. Sie könnten durch die Playoffs gehen. Aber Spanien ist Weltmeister und hat genug Qualität, um sich als Gruppensieger zu qualifizieren.“

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