thumbnail Hallo,

Der kanadische Wettmafia-Kenner Declan Hill bittet um eine Neubewertung des Falls ‚Robert Hoyzer‘. Gleichzeitig kritisiert er die FIFA hart für die Spielmanipulationen.

Köln. Geht es nach dem Wettmafia-Kenner Declan Hill, ist Robert Hoyzer ein Held. Dem Schiedsrichter, der 2005 Betrugsversuche zugegeben und Hintermänner aufgedeckt hatte, hätte besser zugehört werden müssen; die FIFA ihrerseits tut Hill zufolge nicht genug gegen die Spielmanipulationen.

Mit Hoyzer falsch umgegangen

„Robert Hoyzer ist ein Held!“ Mit dieser Aussage hat Wettmafia-Kenner Declan Hill in einem Interview mit dem Deutschlandfunk auf sich aufmerksam gemacht. Der Kanadier erklärte dort: „Robert Hoyzer hat sich aus der Deckung gewagt, um gegen die Sapina-Brüder auszusagen. Das, was wir jetzt hören, hat er bereits 2005 gesagt.“

Anfang Februar diesen Jahres hatte die Europol einen massiven Wettskandal publik gemacht, von dem 380 Spiele in Europa und 300 Spiele in Asien, Afrika und Amerika betroffen seien. „Hätten die Leute 2005 zugehört, anstatt ihn ins Gefängnis zu bringen, anstatt seinen Namen zu zerstören, dann hätten wir die Situation, die wir jetzt haben, verhindern können“, erklärte Hill.

Der damalige Schiedsrichter Robert Hoyzer hatte 2005 zugegeben, Spiele der 2. Bundesilga, des DFB-Pokals und der Regionalliga verschoben zu haben. Hoyzer wurde vom Landgericht Berlin letztlich zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten ohne Bewährung verurteilt.



FIFA tut zu wenig

Besonders besorgniserregend empfindet Hill die 300 verdächtigen Spiele in Asien, Afrika und Amerika. „Denn in diesem Fall haben die Ermittler auch von Länderspielen gesprochen. Und davon gibt es ja nicht allzu viele. Wenn man also sagt, dass 150 Länderspiele, wenn nicht sogar mehr, verschoben worden sind, dann ist das proportional sehr viel. Und das wirft wirklich die Frage auf, was eigentlich der Weltverband FIFA tut“, so der Wettmafia-Experte.

Besonders der mutmaßliche Anführer der betroffenen Wettbetrüger, Dan Tan, gegen den ein internationaler Haftbefehl vorliegt, solle endlich von Singapur ausgeliefert werden. „Aber momentan üben Interpol und FIFA keinen Druck auf Singapur aus“, klagte Hill.

Der Kanadier erklärte außerdem die Vorgehensweise der Betrüger: „Was nun die asiatischen Wettbetrugs-Makler machen, ist, dass sie um die Welt reisen und sich mit ortsansässigen Kriminellen zusammentun. Also: Die Locals manipulieren die Spiele und die Asiaten manipulieren den Wettmarkt.“

Einer dieser lokalen Ansprechpartner in Deutschland seien die Sapina-Brüder, gegen die Hoyzer 2005 ausgesagt hatte. Wenige Jahre später waren die Brüder bereits erneut in einen Manipulationsskandal verwickelt.

EURE MEINUNG: Hätte man mit Robert Hoyzer anders umgehen müssen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig