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Der DFB sowie englische Medien und Politiker distanzieren sich von der Schmiergeldaffäre und den Reaktionen des FIFA-Präsidenten.

London. Die Luft wird immer dünner für Joseph Blatter. Der FIFA-Präsident hatte sich mit einer skandalösen Ausrede aus der Schmiergeld-Affäre retten wollen - Vertreter des DFB sowie englische Politiker zeigten ihre Erschütterung über diese Reaktion und die Enthüllung der Korruption.

Mutterland fordert Rücktritt

Die Schmiergeldaffäre nimmt immer größere Ausmaße an, die Fußball-Welt fühlt sich bestätigt, aber auch geschockt. Und nicht nur die Fußball-Welt, in England appellieren nun selbst Politiker zu einem Rücktrick von FIFA-Chef Sepp Blatter.

„Wenn Blatter von Schmiergeldern wusste und mit ihrer Verschleierung einverstanden war, muss er zurücktreten. Fifa-Sponsoren, Sportführer und Politiker in der ganzen Welt müssen für einen Wandel bei der Fifa und Blatters Abgang eintreten“, twitterte der Kopf einer Parlamentarier-Gruppe. Ebenso wie der Unterhaus-Abgeordnete Damian Collins appelliert er auch an den englischen Fußballbund, Druck auf den Fußball-Verband (FA) auszuüben. „Auch für die FA ist es Zeit, sich für Veränderungen bei der Fifa einzusetzen.“

DFB reagiert

Im Gegensatz zur FA kommentierte der DFB in Person von Präsident Wolfgang Niersbach bereits die Geschehnisse der vergangenen Tage. Dabei stimmt er eine klare Distanzierung von der FIFA und Blatter an.

„Ich spreche für das gesamte DFB-Präsidium, wenn ich sage: Wir sind erschüttert. Es ist ein schockierender Fakt“, gestand er bei einer Schiedsrichtertagung in Altensteig-Wart. „Diese Dinge, die über Jahre als Spekulation, als Gerücht, als Verdacht durch die Welt waberten, sind nun amtlich geworden.

Unverständnis über Blatter

„Genau so schockiert bin ich über die Reaktion des Fifa-Präsidenten. Wenn nicht unbedeutende Entscheidungsträger der Fifa offensichtlich Geld kassiert haben und dann gesagt wird, es war damals nicht verboten, ist das eine Reaktion, von der wir als DFB uns nur total distanzieren können“, fügte er bezüglich der Blatter-Ausrede hinzu.

Die Hauptschuld sieht Niersbach jedoch nach wie vor bei den beiden Haupttätern Joao Havelange und Ricardo Teixeira: „Wenn so eine Situation passiert, ist zuerst der Betroffene gefragt. Die Frage nach einem Rücktritt kann nur der Betroffene selbst beantworten.“

Deutschland entfernt sich

Neben Niersbach hatten zuvor schon Ligapräsident Reinhard Rauball und FIFA-Exekutivmitglied Theo Zwanziger einen Konfrontationskurs mit dem Weltverband und Sepp Blatter eingeschlagen.


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