Gareth Bale vor seinem "Heimspiel": "Kein besonderer Druck"

Wenn sich Real Madrid und Sevilla am Dienstagabend gegenüberstehen, wird es vor allem für den Waliser eine besondere Partie sein. Auch deshalb ist Unai Emery gewarnt.

Cardiff. Der UEFA-Supercup in Cardiff birgt vor allem für Gareth Bale etwas ganz Besonderes. Kaum sieben Kilometer vom Spielort entfernt ging der Königliche einst zur Schule. Nun will er sich mit Real Madrid so nah der Heimat auch die letzte europäische Krone aufsetzen, gegen den FC Sevilla.

"Ich wusste schon von dem Finale in Cardiff, bevor ich vor einem Jahr nach Madrid kam. Und das hat mich enorm beflügelt, mit Real die Champions League zu gewinnen", gab der 25-Jährige zu. Obwohl er in zehn Partien für Wales vier Tore im Cardiff City Stadium machte, spüre er "keinen besonderen Druck" treffen zu müssen. Es ist wieder ein Spiel, in dem ich 110 Prozent geben muss, um mein Bestes zu zeigen."

"Wichtig ist", fuhr er fort, "dass wir den Supercup gewinnen. Dabei ist es egal, wer das Siegtor schießt. Zwar ist es schön wieder daheim zu sein, aber der Sieg und der Pokal sind wichtiger." Wer am Ende jubelt, wird sich dann zum zweiten Mal zum Supercup-Sieger gekrönt haben. Sevilla errang die Trophäe 2006, Real Madrid vier Jahre davor. Wie auch dieses Mal, qualifizierten sich die Andalusier durch den Sieg in der Europa League für das Finale. Damals besiegten sie Barcelona deutlich 3:0. Ein gutes Zeichen?

Sevilla vorsichtig

Unai Emery will sich noch nicht so weit aus dem Fenster lehnen. "Wir sind in dem Finale, aber wir sind auch noch immer in der Vorbereitung", attestierte der Coach, der vor der neuen Saison nicht nur den Abgang von Spielmacher Ivan Raktitic kompensieren muss: "Einige Spieler haben noch nicht viel trainiert, aber wir sollten das Spiel genießen, wir haben es uns verdient und sind alle sehr aufgeregt."

Auf wen er ganz besonders achten muss, weiß der 42-Jährige selbstverständlich. "Während des Spiels muss du individuell und mit viel Hilfe gegen ihn verteidigen. Wir hoffen, ihn gut verteidigen zu können, aber dürfen auch die anderen Spieler nicht vergessen", riet er seinen Spielern und schmunzelt: "Sie sind ja auch mindestens genauso gut." Von seinen persönlichen bisherigen 13 Begegnungen gegen die Königlichen konnte Emery lediglich drei gewinnen, neun gingen verlieren.

All die Fakten um das Spiel interessieren Gareth Bale wenig. Der walisische Nationalspieler denkt an etwas ganz anderes. "Ein solch außergewöhnliches Ereignis kann Wunder bewirken", unterstrich der Waliser, der mit Real gerade von einer USA-Reise zurückkehrte: "Noch sind wir in erster Linie eine Rugby-Nation, aber das muss ja nicht für immer so bleiben."