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Einige wichtige Akteure der Liga sind in diesen Tagen nicht bei ihren Klubs, um sich auf die neue Saison vorzubereiten, sondern in London. Ein Blick auf Usami, Dominguez und Co.

London. Es ist für jeden Sportler ein Traum: Einmal im Zeichen der fünf Ringe beim größten Sportereignis der Welt zu starten: Olympia wirft seinen Schatten voraus, das Fußballturnier ist bereits vorzeitig gestartet. Dabei müssen einige Bundesliga-Vereine auf wichtige Spieler verzichten, die einem Start in London nicht widerstehen konnten, wollten oder durften.

Bundesliga-Block bei Japan

Beispielsweise Hoffenheim wird Takashi Usami beim zweiten Trainingslager vermissen: Der Japaner ist für sein Land bei den Spielen und will dort beweisen, dass Hoffenheim mit dem Bayern-Bankdrücker eine wichtige Verstärkung an Land gezogen hat. Die Kollision der Vorbereitung mit dem Turnier hält er nicht für ein Problem, wie er dem Kicker verriet: „Ich freue mich auch auf Olympia. Dass sich daraus Nachteile im Kampf um den Stammplatz ergeben, glaube ich nicht.“

Dieselbe Nation, dieselben Ziele: Gotoku Sakai spielte eine herausragende Rückrunde für den VfB Stuttgart. Auch er folgte nun dem Ruf aus der Heimat – der Linksverteidiger, der ebenso auf rechts spielen kann, und gebürtige New Yorker hat Großes mit Japan vor. Und der überzeugende Auftaktsieg gegen Mitfavorit Spanien wies bereits den Weg. Doch auch ihn werden die Schwaben nicht gerne ziehen lassen haben.

Sein Namensvetter Hiroki Sakai ist ebenfalls Außenverteidiger, allerdings nur auf der rechten Seite, und wechselte mit vielen Vorschusslorbeeren just zu Hannover 96, um dann gleich wieder abzureisen. Sakai ist ein weiterer Vertreter aus Deutschlands Eliteliga, der mit den Kollegen aus dem Land der aufgehenden Sonne um Medaillen kämpft.


Gotoku Sakai - Spiele statt Stuttgart

Der vierte Japaner bei Olympia ist ebenfalls neu in der Bundesliga: Hiroshi Kiyotake. Der offensive Mittelfeldspieler, den Nürnberg für eine Million Euro holte, kommt von Cerezo Osaka, demselben Verein, von dem einst Shinji Kagawa auszog, mit Dortmund die Bundesliga zu erobern. Dazu kommt noch Yuki Otsu von Borussia Mönchengladbach, der gegen Spanien das Siegtor erzielte und der den Bundesliga-Block der Japaner komplettiert.

Gladbach - der Eine blieb, der Andere ging

Eben dort in Gladbach halten sich Abschiedsschmerz und Freude die Waage: Gerade noch verhindern konnte man die Abstellung von Granit Xhaka, wie bei Bayern Xherdan Shaqiri ebenfalls bleiben durfte, doch ein anderer Neuzugang ist in London: Alvaro Dominguez. Von Gladbach als Dante-Ersatz geholt, will er mit Spanien ganz oben aufs Treppchen, doch die erwähnte Auftaktniederlage war ein erster Dämpfer. Dominguez stand in der Startelf, holte sich Gelb ab und wird es nun dem A-Nationalteam nachmachen wollen, das in Südafrika trotz Niederlage im ersten Spiel gegen die Schweiz noch Weltmeister wurde.

Wolfsburg-Leihe Ja-Cheol Koo ist mit Südkorea am Start. Der Leihspieler aus der Autostadt und Lebensversicherung der Augsburger in der Rückrunde fehlt daher in der Vorbereitung für die Süddeutschen, die auf den Südkoreaner bauen und hoffen, dass er trotz des Turniers fit ist, wenn die Liga losgeht. Der Abstellung von Mohamed Amsif, dem zweiten Keeper hinter Simon Jentzsch, kann man da schon entspannter begegnen

Der Innenverteidiger-Backup Timm Klose aus Nürnberg ist für die Schweiz mit von der Partie, ebenso wie Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio. Bei ihm lässt Magath Großmut walten: „Ich finde es gut, dass Diego dabei ist. Für einen Torwart ist Vorbereitung im Verein nicht so wichtig wie für einen Feldspieler, der sich eher mit seinen Mannschaftskollegen einspielen muss.“ Einleuchtend. Die Wölfe stellen darüber hinaus mit dem 19-jährigen Linksverteidiger Ricardo Rodriguez einen weiteren Eidgenossen ab.


Die Eins bei der Schweiz - Wolfsburgs Diego Benaglio


Keine Reisestrapazen

Noch weniger ins Gewicht fällt die Abstellung von Werders Abwehr-Youngster Francois Affolter, der ebenfalls im Schweizer Aufgebot steht, sich bei den Bremern mit seinen 21 Jahren jedoch noch nicht nachhaltig ins Gedächtnis gespielt hat. Trotz Naldos Abgang ist man mit Sokratis, Lukimya, der aus Düsseldorf kam, und Prödl in der Vorbereitung ohnehin auf der Position gut besetzt.

Allen Olympiafahrern ist wohl gemein, dass so ein Turnier sicher eine Erfahrung fürs Leben sein oder eventuell einen echten Leistungsschub geben kann. Zudem finden die Spiele nicht in irgendeinem fernen Winkel der Welt statt; der Reisestress nach London dürfte sich in Grenzen halten. Darüber hinaus ist für die Fußballer spätestens am 11. August alles schon wieder vorbei. Die Normalität im Verein kehrt dann schnell wieder ein. Bis zum Ligastart ist dann sogar noch etwas Zeit und alle haben sicher besondere Erlebnisse im Gepäck, die sie über eine lange Saison tragen könnten.

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