Klub-WM: FC Arsenal stört die Vorbereitung des FC Bayern München

Arsenal störte die Vorbereitung von Bayern München auf die Klub-WM. Die Verantwortlichen mahnten vor dem Halbfinale am Dienstag zur Konzentration.
Agadir. Pep Guardiola forderte volle Konzentration auf die große Unbekannte Guangzhou Evergrande, doch dann lenkten gute, alte Bekannte den Fokus vom FC Bayern München doch auf die Champions League. Das schwere Los für das Achtelfinale der Königsklasse gegen den FC Arsenal sorgte im Luxushotel Tikida Golf Palace von Agadir für lange Gesichter, daran änderte auch das Urlaubsflair unter Palmen nichts. "Arsenal ist nicht gerade ein Wunschgegner", sagte Kapitän Philipp Lahm mit ernstem Blick.

Guardiola dürfte diese Konstellation gar nicht gefallen, soll doch die Klub-WM in Marokko den krönenden Abschluss des Triple-Jahres bringen. Da passte es überhaupt nicht, dass die Vorbereitung auf das Halbfinale am Dienstag (20.30 Uhr MEZ) gegen den chinesischen Meister von einem Spiel gestört wurde, das erst im Frühjahr stattfindet. "Diese WM", hatte Guardiola betont, "haben meine Spieler noch nie gespielt. Das muss Anreiz genug sein. Und das will ich auch in ihren Gesichtern, in ihren Augen sehen."

Arsenal wird eine Herausforderung

Am Montag war in diesen Gesichtern jede Menge Respekt vor Arsenal zu erkennen, dem Spitzenreiter der englischen Premier League mit Mesut Özil und Per Mertesacker. Lahm wertete es zwar als "gutes Omen", dass sich die Bayern im Jahr des Champions-League-Triumphes im Achtelfinale gegen die Gunners durchgesetzt hatten, "aber Arsenal ist besser geworden. Das ist für uns der härteste Gegner."

Sportvorstand Matthias Sammer bemühte sich ganz im Sinne Guardiolas, die Aufmerksamkeit auf Guangzhou zu lenken. "Der Fokus", behauptete er, "liegt auf diesem Turnier hier." Trotz Arsenal und trotz eines Ambientes, das mehr an vorgezogene Weihnachtsferien denn an Fußball erinnert. "Die Sonne hier hat mir gutgetan, das sieht man auch farbtechnisch", flachste Sammer und deutete auf seinen kahlen, leicht geröteten Schädel.

Aber das sei Nebensache. Er habe sich vom brasilianischen Abwehrchef Dante, der allen von der Bedeutung der Klub-WM in seinem Heimatland berichtet hatte, "schon anstecken lassen. Das hat sehr, sehr hohen Stellenwert." Guardiola, 2009 und 2011 mit dem FC Barcelona "Weltmeister", meinte: "Die Leute zu Hause sagen nicht: 'Oh, wow, die Klub-WM.' Aber wenn du da bist, verstehst du, wie schön es wäre, den Titel zu gewinnen." Die Bayern könnten bei der zehnten Auflage der erste deutsche Vereinsweltmeister werden.

Respekt vor Marcelo Lippi

Über die erste Hürde, die sich ihnen am Dienstag an der Atlantikküste in den Weg stellt, weiß Sammer, "wer der Trainer ist, und, dass sie eine gute Mannschaft mit zwei, drei überragenden Spielern haben". Dieser Trainer heißt Marcello Lippi, er hat Italien 2006 zum Weltmeister gemacht und Guangzhou zum Titel in der asiatischen Champions League geführt. "Lippi ist einer der besten Trainer der Welt", sagte Guardiola.

Die Bayern seien zwar "immer Favorit, aber wir müssen jeden Gegner respektieren". Zumal Guangzhou in den südamerikanischen Offensivkräften Darío Conca, Elkeson und Muriqui über drei gute Kicker verfügt. Dass die Münchner nach dem kräfteraubenden Programm der vergangenen Wochen ausgelaugt sein könnten, ließ Sammer nicht gelten. "Wenn dem Körper ein Prozent fehlt, musst du das eine Prozent aus dem Kopf holen."

Um den Köpfen eine Pause zu gönnen, hat Guardiola für Donnerstag freigegeben. Die Profis sollen sich ein bisschen im wunderschönen Marrakesch umschauen, wo am Samstag das Endspiel stattfindet. "Das ist wichtig", sagte Guardiola über das bisschen Auslauf für die gestressten Stars.

Bei denen ist die Botschaft des Trainers offenbar angekommen. Spielführer Lahm nannte das Turnier "sehr, sehr wichtig. Die Champions League wird bei uns immer einen höheren Stellenwert haben, aber ich hätte auch die Klub-WM gerne auf meiner Autogrammkarte." Außerdem gehe es "um einen Haufen Geld, und alle Kontinente schauen zu". Für den Turniersieg schüttet die FIFA 3,65 Millionen Euro aus - ein nettes Weihnachtsgeld, auch für den "FC Krösus".

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