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"King Klinsmann" träumt nach CONCACAF Gold Cup-Sieg vom WM-Titel

Der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat mit dem Erfolg beim CONCACAF Gold Cup seinen ersten Titel als Coach gefeiert. Nun träumt er sogar vom WM-Sieg mit dem US-Team.

Chicago/Köln. Jürgen Klinsmann tobte wie ein Wachhund im Zwinger. In der Loge unter dem Stadiondach des Soldier Fields von Chicago trommelte der ehemalige Bundestrainer mit den Fäusten gegen die Glasscheibe, er malträtierte einen Fernseher und gestikulierte immer wieder fuchsteufelswild in Richtung seines Assistenten Andreas Herzog. Der Aushilfstrainer jedoch konnte noch nicht mal ansatzweise die Konturen seines Chefs Klinsmann wahrnehmen.

Als nach ewig langen 95 Minuten dann endlich der erlösende Schlusspfiff ertönte, als die USA nach einem 1:0-Finalsieg gegen Panama zum fünften Mal als Gold-Cup-Sieger feststanden, stürzte Klinsmann wie in Trance die Stufen Richtung Spielfeld hinunter und herzte im Überschwang der Gefühle nach und nach seine Spieler, die ihrerseits den Coach mit einer Champagnerdusche überraschten. "Das war ein überwältigendes Gefühl. Ich muss mich bei der Mannschaft und Andi Herzog bedanken, dass dieser Traum wahr wurde", sagte "King Klinsmann" nach seinem ersten Titel als Coach.

"Es war grausam, dass ich nicht auf der Bank sitzen konnte. Ich bin fast verrückt geworden und habe vor Anspannung sogar auf den Fernseher eingeschlagen", sagte der für das Endspiel gesperrte Welt- und Europameister nach der Siegerzeremonie schweißgebadet dem Sport-Informations-Dienst (SID). Klinsmann betonte aber, dass der CONCACAF-Titel noch nicht das Ende der Fahnenstange für ihn und seine Mannschaft sein dürfe.

"Mein Traum ist es, irgendwann mal mit dieser Mannschaft Weltmeister zu werden" 

"Der Fußball ist in den USA angekommen, aber die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Mein Traum ist es, irgendwann mal mit dieser Mannschaft Weltmeister zu werden", sagte der zweimalige deutsche Fußballer des Jahres, der zwei Jahre zuvor den Posten des US-Nationalcoaches von Bob Bradley übernommen hatte. Zunächst musste er, wie auch zu Beginn seiner Amtszeit als Bundestrainer 2004, viel Kritik einstecken.

Als US-Kapitän DaMarcus Beasley unter dem Jubel der 57.920 Zuschauer den monströsen Pokal in Empfang nahm, wirkte Klinsmann vielleicht auch deshalb ähnlich gedankenverloren wie Franz Beckenbauer 1990 nach dem WM-Triumph der deutschen Mannschaft in Italien. Abseits des Konfetti-Gewitters applaudierte er nach dem neuerlichen Rekordsieg seinem Team, das beginnend mit dem 4:3 gegen Deutschland Anfang Juni elf Erfolge in Serie gefeiert hat. Er ließ dabei offensichtlich die beiden abgelaufenen Jahre noch einmal Revue passieren.

Klinsmann stolz auf die Entwicklung seines Teams

"Wenn man verliert, wird man kritisiert. Das gehört zum Fußball. Wir haben aber immer gesagt, dass wir mit dieser Mannschaft einen Entwicklungsprozess vorantreiben wollen. Zunächst steht die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien auf dem Programm, und dann müssen wir den nächsten Schritt gehen", sagte ein stolzer Klinsmann und fügte an. "Beim Gold Cup haben meine Spieler gesehen, was möglich ist. Sie haben die nächste Stufe erreicht und sich diesen Erfolg redlich verdient."

Das "goldene Tor" für Klinsmanns Elf hatte nur 48 Sekunden nach seiner Einwechslung England-Profi Brek Shea von Stoke City nach Vorbereitung des früheren Bundesliga-Spielers Landon Donovan erzielt. Der ehemalige Leverkusener wurde nach dem Schlusspfiff zudem als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. "Er hat sensationell gespielt", sagte Klinsmann über den 31-Jährigen, der als einziger US-Akteur alle sechs Gold-Cup-Partien von Beginn an bestritten hat.

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