45 Minuten reichen nicht
Im Finale gegen Brasilien lagen die USA zur Halbzeit bereits überraschend mit 2:0 vorne, obgleich der Gegner das eigene Tor berannte. Doch wie schon gegen Italien reichten 45 Minuten nicht, um den Gegenüber aufzuhalten. Brasilien erzielte drei Tore – und gewann.
Von Christoph VOGEL
Johannesburg. Die USA zeigten gegen Brasilien bei der 2:3-(2:0)-Niederlage im Finale des Confederation Cups eine gute Partie und hatten die Hände schon am Pokal – allerdings nur bis zum Pausenpfiff. In der zweiten Halbzeit zeigte sich der Rekordweltmeister zielsicher und die USA muss den Titel nun dem Gegner überlassen mit der Erkenntis, dass 45 gute Minuten nicht reichen.
Déja-vu Erlebnis
Es schien, als ob die USA ihre weiße Weste aus den letzten Partien bewahren könnten, denn nach dem 3:0 gegen Ägypten und dem 2:0 gegen Europameister Spanien lag man auch gegen Brasilien zur Pause mit 2:0 vorne. Doch dann wurden schmerzliche Erinnerungen an die Partie gegen Italien wach, als sie zur Pause ebenfalls überraschend mit 1:0 führten, in der zweiten Spielhälfte allerdings einbrachen und noch drei Treffer kassierten. Die Parallelen sind erkennbar.
Sturmlauf der Brasilianer
Auch gegen Spanien gingen die USA mit einer unerwarteten Führung in die Kabine, mit dem Unterschied, dass am Ende der 90 Minuten der Finaleinzug zu Buche stand. Doch der Sturmlauf der Brasilianer in der zweiten Hälfte war einfach zu immens, obgleich Keeper Tim Howard und seine Vorderleute ihr Bestes gaben, um die Techniker vom Zuckerhut namens Luis Fabiano, Kaká und Co vom Tor fernzuhalten. Im Falle vom baldigen Madrilenen gelang dies einmal nicht, doch obwohl dessen Kopfball hinter der Linie war, entschied Schiri Martin Hansson nicht auf Tor.
Kein Fußball-Entwicklungsland
Mit dem Tor von Lucio kurz vor Schluss war dann der Widerstand gebrochen und auch drei Minuten Nachspielzeit halfen der USA nicht mehr, sich in die Verlängerung zu retten. Letzten Endes war der Sieg der Brasilianer zwar verdient, aber Trainer Bob Bradley und sein Team werden sich trotzdem ärgern, dass ein Fußballspiel eben jene berühmten 90 Minuten dauert. Dennoch dürfen sich die Nordamerikaner damit rühmen gezeigt zu haben, dass sie mit den führenden Fußballnationen mithalten können und keineswegs ein „Entwicklungsland“ in Sachen Soccer (so die Bezeichnung in den USA) sind – und sei es heute auch nur eine Halbzeit...
Eure Meinung: Hätten die USA in der zweiten Halbzeit mehr in die Offensive investieren müssen?
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