Spielbericht Confederations Cup: Brasilien – Südafrika
Brasilien steht im Finale des Confederation Cups. Die Selecao zeigt sich gegen Südafrika in einer schwachen Verfassung und siegt durch ein spätes Joker-Tor von Dani Alves knapp mit 1:0 (0:0). Starke Südafrikaner verabschieden sich hingegen aus dem Turnier und müssen das Finale nun vom TV-Gerät aus verfolgen.
25.06.2009 23:27:21
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Von Dennis WEINACHT
Johannesburg. Brasilien steht im Endspiel des Confederation Cups gegen die USA. Im Halbfinale schaffen die Südamerikaner den knappen Erfolg gegen starke Südafrikaner. Ob es verdient war, bleibt strittig.
PERSONAL & TAKTIK
Carlos Dunga änderte seine Mannschaft nur einmal im Vergleich zur letzten Partie: Für den verletzten Juan durfte Luisao in der Innenverteidigung ran. Ansonsten spielte die Mannschaft wie in den letzten Spielen auch. Robinho, Luis Fabiano und Kaka waren also wieder für die kreativen Momente im Offensivspiel zuständig.
Joel Santana musste ebenfalls eine Änderung in der Startaufstellung vornhemen. Für den gesperrten Dikgacoi durfte im defensiven Mittelfeld Tshabalala ran. Der Mann mit dem melodischen Namen sollte dem Spiel seine Note verleihen und für einige Ausrisse in der Offensive sorgen. Im Sturm stand mit Bernard Parker der bisher einzige Torschütze der Bafana Bafana.
SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE
Zu Beginn des ersten Durchgangs wirkten die Südafrikaner taktisch sehr gut eingestellt, konnten jedoch keine Akzente nach vorne setzen. Die ersten Minuten verliefen so, wie es von den meisten erwartet wurde: Die Bafana Bafana versuchte zunächst geordnet zu stehen, um im späteren Spielverlauf die Chancen zu suchen. Das sollte auch gelingen. So vergab Gaxa die erste gute Chance, als er am langen Pfosten des brasilianischen Gehäuses vorbei schoss (13.). Nach 22 Minuten dann der absolute Wach-Macher: Nach einer Freistoß-Flanke kam Mokoena zum Kopfball, den er aber aus kurzer Distanz knapp über das Tor des Titelverteidigers setzte.
Nun waren Fans und Spieler endgültig wach in einem Spiel, das nun immer mehr in Richtung der Südafrikaner kippte. So vergab Tshabalala noche ein gute Freistoßchance (30.) und auch der ehemalige Dortmunder Steve Pienaar verfehlte mit seinem Versuch aus der Distanz das Gehäuse nur knapp (44.). Auf Seiten der Brasilianer konnte nur Kaka hin und wieder ein wenig Torgefahr verstreuen. So vergab er die beste Chance der Favoriten, als er das Tor nach 38 Minuten mit einem Schuss aus der zweiten Reihe nur knapp verfehlte.
Insgesamt hatten die Hausherren sich das Remis aber zur Pause verdient. Sie waren spielerisch absolut auf dem selben Niveau wie die schwachen Brasilianer und konnten zudem mehr Torgefhar ausstrahlen. Die Selecao um den Kapitän Lucio musste sich hingegen noch extrem steigern. Sonst drohte auch der zweite Außenseiter im Halbfinale zu überraschen.
SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit begannen die spielerisch versierten Brasilianer sehr schwach. Der Spielaufbau war extrem harmlos und Julio Cesar hielt nach 58 Minuten sogar das 0:0 fest, als er bei einem abgefälschten Schuss von Modise sensationell reagierte. Insgesamt hatte Südafrika nun ganz klar die Spielkontrolle gewonnen. Sie dominierten den Weltmeister von 2002 in nicht geahnter Art und Weise. Die Selecao kam nun nicht einmal mehr über die Mittellinie. Das war extrem schlecht von Kaka und Co.
Das Spiel verflachte aber im weiteren Verlauf immer mehr. Südafrika stand in der Defensive sehr solide, Brasilien hatte aber in der Abwehr aber auch nicht unbedingt große Probleme. Nach 70 Minuten agierten die Mannschaften auf einem sehr ähnlichen Niveau, was aber dem Unterhaltungswert der Begegnung nicht gerade zuträglich war. Auch wenn die Fans im weiten Rund noch mitgingen, so war die Partie längst nicht mehr der absolute Knaller. Aber noch musste eine Viertelstunde gegangen werden. Und bei der konditionellen Verfassung der Bafana Bafana war nun auch eine Verlängerung denkbar.
Aber soweit sollte es nicht kommen. Denn der eingewechselte Daniel Alves zimmerte drei Minuten vor dem Ende noch einen Freistoß an der Strafraumgrenze in die Maschen (87.). Erst fünf Minuten zuvor war er in die Partie gekommen und dann schloss er diesen Freistoß mit aller Entschlossenheit ab – sensationell.
SCHLÜSSELSPIELER
Die Schlüsselspieler waren im Großen und Ganzen die Defensivspieler, die das Spiel kontrollierte. Es war nicht viel Platz für spielerische Highlights. Es ging rein um den Kampf und um taktische Disziplin. Lucio und Co. bewiesen diese bis zum Ende. Gerade weil die Abwerreihen so gut standen, musste am Ende eine Standardsituation für die Entscheidung sorgen.
SCHLÜSSELSZENEN
Es gab im gesamten Spiel nicht viele entscheidende Szenen. Sicherlich war das Tor am Ende der wichtigste Moment der Partie. Außerdem gab es eine starke Paraden von Selecao-Keeper Julio Cesar, der damit erst den Sieg ermöglichte. Südafrika fehlte in einigen Schlüsselzenen bei Kontern die Erfahrung, um ein Tor zu erzielen.
SPIELER DES SPIELS: DANI ALVES
Er kam spät in die Partie und konnte dann in der entscheidenden Situation einen kühlen Kopf bewahren. Mit aller Entschlossenheit trat er beim wichtigen Freistoß an und feuerte das Leder stark in die Maschen. Dafür hatte ihn Trainer Carlos Dunga eingewechselt. Das war sehr gut gemacht vom Spieler des FC Barcelona.
FAZIT
Insgesamt muss sich Brasilien noch im Finale steigern. Südafrika spielte sehr gut mit und brachte den Weltmeister von 2002 an den Rande einer Niederlage. Dennoch sollte es am Ende nicht reichen. Der Gastgeber verabschiedet sich mit einer starken Leistung gegen einen enttäuschenden Favoriten aus dem Turnier.
Schiedsrichter: Massimo Busacca (Schweiz)
Spielnote: 5, von zehn möglichen Punkten erhält das Spiel fünf Zähler. Die Partie war spannend und hatte einige Chancen zu bieten. Dennoch fehlten am Ende auch oft die letzten genialen Ideen, so dass nicht mehr Treffer fallen konnten.
STATISTIK
Anstoß: 25.06.2009, 20.30 Uhr
(MEZ)
Ort: Ellis Park Stadium, Johannesburg
(Südafrika)
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