Vorschau Confederations Cup: Brasilien – Südafrika

Am Donnerstag stellt sich die spannende Frage: Wer folgt der USA ins Endspiel des Confederation Cups? Gibt es etwa auch im zweiten Halbfinale eine Überraschung, indem sich Südafrika gegen Brasilien durchsetzt? In jedem Fall dürfen die Fans eine spannende Partie erwarten, die sicherlich auf hohem Niveau geführt wird. Denn auch die Außenseiter wollen sich vor eigenem Publikum nicht ihrem Schicksal ohne Gegenwehr beugen.

Miranda, Melo, Brazil-United States (PA)
Von Dennis WEINACHT

Johannesburg. Die USA konnte beim Confederations Cup schon für eine faustdicke Überraschung sorgen. Die Mannschaft schaffte gegen Spanien den Einzug ins Endspiel und nun muss noch der Gegner ermittelt werden. Dieser wird entweder Südafrika oder Brasilien heißen. Gibt es auch hier das Scheitern des Favoriten?

PERSONAL & TAKTIK

Beide Nationaltrainer werden wohl an den Taktiken der Teams nicht viel verändern. Bei den Südafrikanern ist aber noch unklar, ob Joel Santana mit einem flexiblen 4-5-1 – System oder aber einer 4-4-2 – Taktik spielen lässt. In jedem Fall ist Thembinkosi Fanteni im Angriff gesetzt. Ihm zur Seite würde bei der offensiveren Variante Bernard Parker stehen, der normalerweise bei Roter Stern Belgrad unter Vertrag steht. Sollte nur eine echte Sturmspitze aufgestellt werden, würde Parker im Mittelfeld eine besondere Rolle als Spielgestalter zu kommen.

Carlos Dunga wird auf der Gegenseite wohl nur eine Änderung vornehmen. Der ehemalige Leverkusener Juan fällt nach einer Blessur aus und muss in der Abwehr ersetzt werden. Die Mannschaft spielte nach dem holprigen Start zuletzt zweimal recht gut, weshalb es ansonsten keiner Änderung bedarf. Im Sturm wird der Trainer wieder besonders auf Robinho und Luis Fabiano hoffen. Gegen tiefstehende Afrikaner werden vor allem die Angreifer ihre spielerische Klasse unter Beweis stellen müssen. Sonst könnte das Erreichen des Endspiels schwer werden.

FORMKURVE & AUSGANGSLAGE

Die Ausgangslage vor diesem Spiel ist klar geregelt: Wer siegt steht im Endspiel! Dabei sind die Brasilianer natürlich klarer Favorit. Die Mannschaft setzte sich in einer schweren Gruppe mit Italien, der USA und Ägypten sicher durch, wurde am Ende Erster. Südafrika spielte in den Gruppenspielen ebenfalls nicht schlecht, hatte mit dem Irak und Neuseeland aber auch zwei recht schwache Mannschaften als Konkurrenten. Die Mannschaft kam auch ohne den Sieg gegen ein vermeidlich starkes Team ins Halbfinale.

Denn zuletzt gab es eine 0:2-Niederlage gegen Spanien. Zuvor konnten jedoch gegen den Irak ein torloses Remis und gegen Neuseeland ein 2:0-Erfolg eingefahren werden. Das reichte letztlich zum Einzug in die nächste Runde. Brasilien musste da schon schwerere Hürden nehmen. Das 4:3 gegen Ägypten zum Start in dieses Turnier war holprig, das 3:0 gegen die USA dann schon besser und das 3:0 gegen Italien war der vorläufige Höhepunkt. Die Südamerikaner sind bestens in Form und wollen so ins Endspiel.

DIREKTER VERGLEICH

Spektakulär und unvergessen war eine Begegnung aus dem Jahr 1996. Damals trafen die beiden Mannschaften in Johannesburg aufeinander. Der Favorit aus Brasilien musste sich dabei schnell mit einem 0:2-Rückstand konfrontiert sehen, bewies aber danach Moral und gab zu keinem Zeitpunkt auf. Das Resultat: Rivaldo, Bebeto und Romario sorgten mit ihren Treffern noch für einen 3:2-Sieg der Selecao.

SCHLÜSSELSPIELER

Bei den Mannschaften wird es auf die beiden kreativen Spieler ankommen: Kaka und Bernard Parker. Bei dem Brasilianer wird sich die wirkliche Klasse dann zeigen, wenn er auch gegen tiefstehende Gegner zur Entfaltung kommen kann. Das wird für ihn eine große Herausforderung sein, an der er sich messen lassen muss. Die Qualität besitzt er dafür aber in jedem Fall, was ihn zum Hoffnungsträger seiner Farben macht.

Hoffnung wird auf Seiten der Südafrikaner noch mehr benötigt, als bei den Brasilianern. Denn fußballerisch sind die Gastgeber selbstverständlich deutlich unterlegen. Umso wichtiger wird es sein, dass Parker hin und wieder für Entlastung sorgen kann. Er erzielte die bisher einzigen beiden Treffer seiner Mannschaft im laufenden Turnier. Unabhängig davon, ob er im Halbfinale seinen Platz im Sturm oder im Mittelfeld findet, soll er für die kreativen Momente seiner Mannschaft zuständig sein.

DUELL DES SPIELS

Das Duell des Spiels findet dieses Mal maßgeblich auf den Trainerbänken statt. Dort treten die beiden Brasilianer Carlos Dunga und Joel Santana gegeneinander an. Beide Übungsleiter stellten ihre Mannschaften zuletzt vor allem auch im taktischen Bereich sehr gut ein. Nun wartet für beide wieder eine schwere Aufgabe: Dunga muss seine Spieler gegen einen defensiven Gegner mit starken spielerischen Ansätzen einstellen, Santana muss seiner Mannschaft hingegen die komplizierten Wege zur Sensation darlegen. Für beide wird es also eine schwere Aufgabe und erst am Donnerstag wird man wissen, wer seine Hausaufgaben besser erledigt hat.

AUFGESPIEßT

Joel Santana (Nationaltrainer, Südafrika): „Ich bin stolz, Brasilianer zu sein, und es für mich eine große Ehre gegen mein Land anzutreten.“

Carlos Dunga (Nationaltrainer, Brasilien): „Südafrika ist eine Mannschaft in der Entwicklung, doch wir wissen, dass sie für uns eine schwere Prüfung sein werden. Sie sind athletisch, schnell und haben das Publikum hinter sich. Doch wir werden vorbereitet sein.“

PROGNOSE

Südafrika wird in dieser Partie sehr lange dagegenhalten und vor eigenem Publikum starken Widerstand leisten. Letztlich aber wird es nicht reichen, weil die Brasilianer bis zur letzten Minute alles geben und letztlich mit 2:0 gewinnen können. Dennoch ist die Leistung ein Achtungserfolg für die Gastgeber und ein gelungener Abschied vom eigenen, sehr treuen Publikum.

STATISTIK

Schiedsrichter: Massimo Busacca (Schweiz)
Anstoß: 25. Juni 2009, 20.30 Uhr (MEZ)
Ort: Ellis Park Stadium, Johannesburg (Südafrika)

Eure Meinung: Wer kann sich in diesem Duell durchsetzen?


 
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