thumbnail Hallo,

"Das elfte Wunder" in Madrid: Transfer von James Rodriguez perfekt

Der Transfer des WM-Shootingstars James Rodríguez zu Real Madrid ist perfekt. Der 23-Jährige ist nach Toni Kroos ein weiteres, sehr teures Puzzlestück für die neuen "Galaktischen".

Madrid. James Rodriguez setzte in der spanischen Mittagssonne sein breitestes Grinsen auf und streckte den Daumen nach oben. Ja, ich werde ein Königlicher! Dann stieg er in die schwarze Limousine und unterschrieb seinen millionenschweren Sechsjahresvertrag beim spanischen Rekordmeister Real Madrid - der Transfer des WM-Shootingstars zu den neuen "Galaktischen", die auch Weltmeister Toni Kroos prägen will, ist perfekt. Am Abend präsentierte er sich im Estadio Bernabeu den zahlreichen Fans.

"Das elfte Wunder", titelte die Sportzeitung Marca überschwänglich und zog dem 23-Jährigen, der für eine Ablösesumme von angeblich 80 Millionen Euro vom französischen Erstligisten AS Monaco kommt, in weiser Voraussicht schon in den Dienstag-Ausgaben ein weißes Trikot an. Der Kolumbianer soll beim Champions-League-Sieger ein Jahresgehalt von sieben Millionen Euro netto kassieren. Er erhält die Rückennummer 10, die seit dem Abschied von Mesut Özil zum FC Arsenal 2013 frei war. Rodriguez ist nach dem Transfer von Kroos die zweite spektakuläre Verpflichtung der Königlichen für die neue Saison.

Für den deutschen Nationalspieler überwies Real rund 30 Millionen Euro an den deutschen Rekordmeister Bayern München, kommen soll zudem noch Torwart Keylor Navas (UD Levante). Auch der Name des bei der WM verletzten kolumbianischen Starstürmers Radamel Falcao fällt immer wieder rund um das Bernabeu. Gehen könnten hingegen Weltmeister Sami Khedira, der auf dem Wunschzettel des FC Arsenal stehen soll, und der argentinische WM-Finalist Angel di Maria.

Tanzt in Madrid bald ein neues "Weißes Ballett"?

"Mit James komplettiert Madrid ein Team mit der Lizenz zum Träumen", schrieb Real-Hausblatt Marca. Die Offensivabteilung mit Rodriguez, Kroos, Weltfußballer Cristiano Ronaldo, Gareth Bale, Karim Benzema und Luca Modric sucht in Europa ihresgleichen - wie einst jene "Galaktischen" um Zinedine Zidane, Brasiliens WM-Held Ronaldo, David Beckham und Luis Figo.

Rodriguez passt perfekt in das königliche Konzept des Spektakels. Sein Volley-Schuss im WM-Achtelfinale gegen Uruguay wurde zum "schönsten Tor" der Endrunde gewählt, mit sechs Treffern wurde er Torschützenkönig, obwohl Kolumbien nur das Viertelfinale erreichte. Dass er im Fürstentum zuvor nur eine passable Saison ohne Glanz gespielt hatte - geschenkt.

Allein durch seine Auftritte während der WM verdoppelte der in Cucuta geborene Rodriguez seinen Marktwert, Monaco hatte vor der vergangenen Saison "nur" 45 Millionen Euro an den FC Porto überwiesen. Madrid war nach dem Credo "je teurer, desto besser" gerne bereit, sehr tief in die Tasche zu greifen. Wie im Vorjahr mit Bale (91 Millionen Euro), oder 2009 mit Ronaldo (94 Millionen).

Khediras Verkauf soll Bilanz aufhübschen

Allerdings sollte der neuerliche Transferwahnsinn in Spanien - auch der FC Barcelona gab bereits über 100 Millionen Euro aus - bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) die Alarmglocken schrillen lassen. Die Klubs werden erklären müssen, wie sie dennoch im finanziellen Gleichgewicht bleiben können.

Allein deshalb würde Madrid Khedria, der rein sportlich im bestens besetzten Real-Mittelfeld einen Platz haben sollte, wohl keine Träne nachweinen. Die kolportierten 25 bis 30 Millionen Euro für den Defensivspieler würden die Transferbilanz aufhübschen - und den Weg freimachen für noch mehr Spektakel im Sturm.

Dazugehörig