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Jens Keller über mögliche Abgänge: "Müssen entscheiden, ob es Sinn macht zu bleiben"

Der S04-Trainer ist sich der Größe seines Kaders und daraus resultierender Härtefälle bewusst. Entscheidungen stehen an - die Augen hält man offen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Hassan Talib Haji

Locker und entspannt nahm der FC Schalke 04 die Saisonvorbereitung vor einer knappen Woche auf. Allerdings mit einem Rumpfkader, da einige WM-Fahrer wie Klaas-Jan HuntelaarJulian Draxler und Benedikt Höwedes noch um den Titel kämpfen. Das königsblaue Trio steht im Halbfinale der Weltmeisterschaft in Brasilien und wird nach Turnierende den verdienten Urlaub antreten.

Trainer Jens Keller wird einen großen Kader haben, sollten alle Spieler wieder am Ernst-Kuzorra-Weg eintrudeln. Der eine oder andere Kicker dürfte auf seiner Position jedoch kaum zum Einsatz kommen, da die Konkurrenz zu stark ist und der Übungsleiter genug Alternativen hat.

"Wir haben aktuell, wenn alle an Bord sind, einen relativ großen Kader", resümierte Keller. Das Schalker Aufgebot umfasst, Neuzugang Eric Maxim Choupo-Moting eingeschlossen , 31 Spieler. Dass der Revierklub noch Abgänge verzeichnen wird, gilt als sehr wahrscheinlich. Felipe Santana, Christian Fuchs oder auch Tranquillo Barnetta wären solche Streichkandidaten, denen der Verein bei passendem Angebot keine Steine in den Weg legen würde.

Streichkandidaten müssen Entscheidung fällen

Keller erklärte zwar, dass es von seiner Seite aus keinen Spieler gibt, "bei dem ich sage, dass der weg muss". Zwangsläufig wird es aber Abgänge aufgrund der Kadergröße geben. Die Akteure, deren Einsatzchancen ohnehin sehr gering sind, müssen sich Gedanken machen. "Jeder Einzelne wird für sich selbst entscheiden müssen, ob es Sinn macht, zu bleiben und ob er eine Chance hat, zu spielen", machte der 43-Jährige die aktuelle Situation jedem deutlich.

Die niederländische Tageszeitung De Telegraaf berichtete darüber, dass der FC Liverpool großes Interesse an Klaas-Jan Huntelaar habe. Dessen Vertrag läuft im Sommer 2015 aus und danach wäre der Stürmer ablösefrei. Manager Horst Heldt sieht diesen Spekulationen allerdings gelassen entgegen: "Es gibt keine außergewöhnlichen Transferaktivitäten. Wir haben also keine Anfragen für Huntelaar, Draxler oder einen anderen Leistungsträger - was wir natürlich auch nicht wollen." Im Gegenteil: Schalke 04 möchte den Vertrag mit Huntelaar verlängern. Die Gespräche werden nach seinem Urlaub fortgesetzt.

Heldt lässt Augen und Ohren offen

Ob es jedoch noch Zugänge geben wird, ließ Heldt offen: "Das kann ich nicht richtig beantworten. Wir halten Augen und Ohren auf dem Transfermarkt offen." Angesichts der Tatsache, dass Rechtsaußen Jefferson Farfan operiert und monatelang wegen einer Knieverletzung ausfallen wird, könnten die Knappen noch aktiv werden. Zwingend notwendig wäre das aber nicht.

"Jefferson hat ja auch schon während der letzten Saison gefehlt, und wir haben das kompensieren können. Vor allem mit Leon Goretzka, jetzt ist Sidney Sam dazugekommen. Wir haben noch Draxler, Obasi und Clemens - alles Leute, die auf den Außen spielen können. Das Fehlen von Jeff ist und bleibt aber sehr schmerzhaft für uns", führte der 44-Jährige aus.

Der Kader der Königsblauen wird sich noch verändern. Der eine oder andere Kicker dürfte sich einen neuen Verein suchen, wie es Adam Szalai mit dem Weggang zur TSG Hoffenheim bereits getan hat. Horst Heldt hat noch viel Arbeit vor sich.

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