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Seine enttäuschende Saison in Manchester hat der Mittelfeldspieler hinter sich gelassen, um sich auf die WM zu konzentrieren. Aber wie geht es anschließend für ihn weiter?

Manchester. Shinji Kagawa hat im Moment keinen Kopf für seine Klubkarrriere. Für den 25-Jährigen genießt die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft mit der japanischen Nationalelf höchste Priorität. Ob er anschließend bei Manchester United bleibt oder sich einen neuen Klub sucht, steht noch in den Sternen.

Vor zwei Jahren war er von Borussia Dortmund ins Old Trafford gewechselt. Die Erwartungen waren hoch und Kagawa euphorisch. Mittlerweile hat sich das gelegt und man muss konstatieren, dass seine Laufbahn aktuell stagniert.

Tauschdeal mit Mats Hummels?

Gut möglich, dass wir Kagawa in der kommenden Spielzeit wieder im Signal-Iduna-Park sehen.

Einen Eins-zu-Eins-Spielertausch gibt es im Fußball nur selten. Aber bei United gibt es Gedankenspiele, Kagawa in eine Offerte an den BVB einzubinden, um Louis van Gaals Wunschverteidiger Mats Hummels auf die Insel zu lotsen. Kagawa war stets einer der Lieblingsschüler Jürgen Klopps und so soll den Schwarz-Gelben ein möglicher Hummels-Abgang schmackhaft gemacht werden.

Mehrere Klubs haben in den vergangenen Wochen Interesse an dem offensiven Mittelfeldakteur bekundet. Aber Kagawa und sein Berater haben mit niemandem gesprochen oder gar verhandelt.

Kommt es tatsächlich zu einer Wechsel zu seinem Ex-Verein, dann wird er nicht nur an den Ort zurückkehren, an dem er seine größten Erfolge feierte, sondern er dürfte auch vermutlich endlich wieder auf seiner Lieblingsposition im offensiven Mittelfeld auflaufen.

Probleme unter Moyes

Dass es am Anfang auf der Insel für ihn schwierig würde, das überraschte nicht. Nahzu jeder Neuzugang braucht etwa eine Saison, um sich an das Spiel in der Premier League zu gewöhnen. Zudem wurde er mehrfach von Verletzungen aus dem Tritt gebracht. Sir Alex Ferguson prophezeite jedenfalls vor ziemlich genau einem Jahr, er werde eine "viel bessere" zweite Saison haben.

Doch unter Fergusons Nachfolger David Moyes wurde es noch viel schwieriger. Wie zum Beispiel auch Wilfried Zaha oder Robin van Persie traf Kagawa Fergusons Abschied hart. Ein Jahr, nachdem er ihn zu United gelockt hatte, war der Trainer nun weg.

Viele Spieler der Red Devils haben eine miese Saison hinter sich und Kagawa gehört nun zu jenen Kickern, deren Zukunft ungewiss ist. Im Gegensatz zu einigen älteren Mannschaftskameraden, die ihren Zenit bereits überschritten haben, ist er jedoch kein Auslaufmodell. Sondern ein Spieler mit enormem Potenzial, das nur darauf wartet, herausgekitzelt zu werden.

In den zwei Jahren in Manchester hat er weder unter Ferguson noch unter Moyes dauerhaft auf seiner Lieblingsposition gespielt.

Shinji, der Musterprofi

Trotz seiner geringen Einsatzzeiten auf falschen Positionen hat sich Kagawa stets vorbildlich verhalten. Die Trainer in Carrington sind von seinem ungebrochenen Eifer und seiner Lust auf das Training begeistert. Er verlor nie ein böses Wort, auch wenn vor einigen Wochen ein paar englische Journalisten ein auf japanisch geführtes Interview falsch übersetzten und damit auf Schlagzeilenjagd gingen.

Ein wenig Unzufriedenheit klang dann aber droch durch, als er kürzlich sagte: "Ich bin trotz dieses Jahres motiviert geblieben, denn ich hatte ja auch die Weltmeisterschaft, auf die ich mich freuen konnte."

Ob der neue United-Trainer Louis van Gaal einen Platz für Kagawa haben wird, muss abgewartet werden. In den vergangenen Tagen wurde bereits reichlich über die Besetzung des von van Gaal favorisierten 4-3-3 spekuliert. In der vorgezogenen Rolle im Dreier-Mittelfeld wäre Kagawa jedenfalls gut aufgehoben.

Legt man die aktuellsten Transfergerüchte rund um den englischen Rekormeister zugrunde, dann werden Toni Kroos und Cesc Fabregas wohl nicht kommen. Juan Mata könnte dagegen nach Barcelona wechseln. In dem Falle wäre Kagawa vor van Gaals Lieblingsspieler Kevin Strootman (AS Rom) sicher eine gute Option für die Offensivzentrale. Alles ist möglich.

Die Perspektive muss nun stimmen

Sicher ist indes: Kagawa wird nur in Manchester bleiben, wenn van Gaal ihn mit einer führenden Rolle in seinem neuen United betraut. Falls nicht, spricht vieles für einen Rückkehr nach Deutschland. Auch Gehaltseinbußen wären dann kein Argument.

Jetzt geht es für ihn erstmal zur WM und da warten auf Japan in der Vorrunde Kolumbien, Griechenland und die Elfenbeinküste. "Ich sehe die WM nicht als Schaubühne, auf der ich mich für van Gaal empfehlen kann", sagte er kürzlich. "Wir wussten schon länger, dass er es werden würde. Jetzt ist die Weltmeisterschaft und mit allem anderen beschäftige ich mich später."

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