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Der scheidende Trainer beginnt eine Auszeit. Bis zum regulären Ende seines Kontrakts in Mainz (2015) darf er nicht ohne Ablöse bei einem neuen Klub anheuern.

Mainz. Bundesligist FSV Mainz 05 hat den Vertragsstreit mit Noch-Trainer Thomas Tuchel offenbar in der erwartenden Form beendet. Nach Informationen der Bild-Zeitung wird der 40-Jährige, der noch bis Ende der kommenden Saison bei den Rheinhessen unter Vertrag steht, ein Jahr unbezahlten Urlaub nehmen. Sollte ein anderer Klub den Coach in dieser Zeit verpflichten wollen, müsste eine frei verhandelbare Ablösesumme an den FSV fließen.

Tuchel hatte nach dem letzten Spieltag der abgelaufenen Saison erklärt, dass er trotz seines laufenden Vertrags nicht mehr für die Mainzer arbeiten wolle. Die FSV-Verantwortlichen um Manager Christian Heidel hatten allerdings betont, dass sie Tuchels Vertrag nicht auflösen werden.

Tuchel-Kritik von Strutz

Am Montag erhob der Mainzer Klubchef Harald Strutz noch einmal heftige Vorwürfe in Richtung Tuchel. "Ich bin nicht sein Feind. Aber er und ich sind sehr unterschiedliche Menschen. Wir haben völlig unterschiedliche Auffassungen von Respekt, Loyalität und Vertrauen", sagte Strutz der Bild.

Anders als beim Präsidenten hinterlässt Tuchel bei seinen Spielern viele positive Spuren. "In den fünf Jahren ist es nie monoton gewesen. Es gab immer wieder etwas Neues", lobte beispielsweise Abwehr-Routinier Nikolce Noveski im Kicker.

Dass sich Tuchels tägliche Trainingsarbeit von der in anderen Vereinen sehr unterscheidet, bestätigt Youngster Johannes Geis. Vergangenen Sommer kam er aus Fürth und "hatte Schwierigkeiten mit den Spielformen. Extrem enge Spielfelder, nur ein bis zwei Ballkontakte, das war nicht einfach", beschreibt der Mittelfeldakteur.

"Junge, mach Fehler"

Auch die mentale Stärker seiner Spieler habe Tuchel stets positiv beeinflusst, ihnen die Angst vor Misserfolgen genommen. Geis erinnert sich: "Als ich nach Mainz kam, hat Herr Tuchel zu mir gesagt: Junge, mach Fehler, du darfst das. Aber trau dich was."

05-Innenverteidiger Niko Bungert bezeichnet den scheidenden Coach derweil als "größten Fußball-Fachmann, den ich je kennengelernt habe." Tuchel sei es gelungen, "dass ihm alle blind folgen. Wir müssen dankbar sein, ihn fünf Jahre als Trainer gehabt zu haben", betont Bungert.

In der Zwischenzeit haben die Mainzer den 42 Jahre alten Dänen Kasper Hjulmand als neuen Trainer verpflichtet. Hjulmand wird am Montagnachmittag der Öffentlichkeit vorgestellt.

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