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Der AC Mailand braucht im Sommer einen Umbruch. Spieler wie Balotelli und El Shaarawy sollten bleiben, andere Stars sollten gehen.

ANALYSE
Von Kris Voakes

Die Saison des AC Mailand gleicht einer Achterbahnfahrt. Am Ende der Spielzeit 2012/13 hatten die Rossoneri dank eines späten Doppelschlags gegen Siena noch das Ticket für die Champions League gelöst. Ein Glücksfall für den schwächelnden Topklub, doch Milan schlug daraus kein Kapital und steht nun vor dem Endspurt der Saison 2013/14 noch schlechter da.

Trainer Massimiliano Allegri musste nach einer Horror-Hinrunde seinen Hut nehmen und auch unter dessen Nachfolger Clarence Seedorf läuft es durchwachsen. Neben der schlechten Position in der Serie A (Rang acht) ist Milan aus Champions League und Coppa Italia längst ausgeschieden.

Der Zug in Richtung Königsklasse ist längst abgefahren und auch die Europa League werden die Mailänder vermutlich nicht erreichen. Die Verantwortlichen wissen, dass sich Einiges ändern muss und dass es einiger Investitionen in den schwächelnden Kader bedarf.

Spieler von großer Qualität sollen geholt werden und auf der anderen Seite werden Akteure gewiss abgegeben. Ein führender Ultra der Curva Sud verriet kürzlich gegenüber Diretta Stadio: "Eine Woche nachdem Seedorf anfing sagte er uns, er wolle drei Viertel der Spieler in seinem Kader nicht behalten."

Aber wer sollte gehen und wer sollte bleiben? Goal zeigt auf, von wem sich die Rossoneri besser trennen sollten.

SIE SOLLTEN GEHALTEN WERDEN



Über die Zukunft von Mario Balotelli ist in den letzten Wochen viel geschrieben und spekuliert worden. Ein Verkauf des Starstürmers brächte gewiss ein hübsches Sümmchen ein und damit könnten anderen Problemzonen behoben werden. Allerdings ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, ihn abzugeben. Womöglich werden nach der Weltmeisterschaft hohe Angebote für ihn eintrudeln. Doch für den Moment ist es sinnvoller, den talentiertesten Spieler zu behalten. Nur bei einer horrenden Offerte sollte ein Verkauf angestrebt werden.

Balotellis Sturmpartner Stephan El Shaarawy hat schwierige 18 Monate hinter sich. Wenn er endlich seine Verletzungsprobleme abschütteln kann, soll er mit Balotelli ein furchterregendes Duo bilden. Sein toller Start in die Saison 2012/13 hat bewiesen, dass Il Faraone ein wertvoller Spieler für Milan sein kann.

Youngster Mattia De Sciglio hat Vertrauen verdient, er könnte langfristig eine Außenverteidgerposition besetzen. Ignazio Abate hat über einen längeren Zeitraum gezeigt, dass auf ihn Verlass ist.

Kapitän Riccardo Montolivo hat in Mailand noch nicht die herausragende Form aus Fiorentina-Tagen abgerufen. Dennoch ist er eine Säule im Mailänder Spiel. Das gilt auch für Nigel de Jong und für zumindest eine weitere Saison ist Seedorfs Landsmann fest eingeplant.

Im Mittelfeld hat das einstige Supertalent Andrea Poli endlich den ersehnten Entwicklungsschritt gemacht, er hat das Zeug künftig auch in der italienischen Nationalelf ein Leistungsträger zu sein. Die Talente Bryan Cristante und Riccardo Saponara müssen gehalten und langfristig gebunden werden. Sie stehen für die Zukunft des Klubs und sollten künftig mehr Einssatzzeiten bekommen. Adel Taarabt hat seit seiner Ausleihe von den Queens Park Rangers einen glänzenden Eindruck hinterlassen. Bei ihm spielen aber auch finanzielle Gründe eine Rolle. Gut möglich, dass Seedorf, Adriano Galliani und Barbara Berlusconi entscheiden, seine mögliche Ablöse lieber anders zu investieren.

Ähnlich verhält es sich auch bei Adil Rami. Die Leihgabe des FC Valencia spielt stark. Es könnte sein, dass er nicht bleiben darf und der Verein sich stattdessen nach einer langfristigeren Lösung umsieht.

SIE SOLLTEN ABGEGEBEN WERDEN



Es gibt eine ganze Reihe von Spielern in den Mailänder Reihen, die ihre besten Tage hinter sich haben oder schlichtweg nicht genug Qualität für eine Mannschaft mit Milans Ambitionen besitzen.

Lange Jahre war Christian Abbiati die Nummer eins zwischen den Pfosten. Nun läuft sein Vertrag am Ende der Saison aus und das ist eine gute Gelegenheit sich von dem mittlerweile 36-Jährigen zu trennen. Auch sein Vertreter Marco Amelia wird nicht mehr benötigt. Er hat nicht die Klasse, neuer Stammkeeper in Milanello zu werden.

In der Defensive besteht am meisten Handlungsbedarf. Es geht los mit Philippe Mexes, der nicht mehr die Stärke alter Tage hat. Das gilt auch für Cristian Zapata und Daniele Bonera. Von Beiden muss Milan sich trennen.

Kevin Constant absolvierte unter Massimiliano Allegri auf dem linken Flügel ein paar ordentliche Partien, doch Spitzenklasse verkörpert er nicht. Für Cristian Zaccardo schließt sich vermutlich das Kapitel Mailand. Der ehemalige Wolfsburger war im rot-schwarzen Dress ein einziges Missverständnis.

Mittelfeldspieler Sulley Muntari ist seit Monaten auf Formsuche und die Winterverpflichtung von Chelseas Michael Essien brachte nicht den erwünschten positiven Effekt. Urby Emanuelson ist ein nützlicher Ergänzungsspieler, allerdings kann man sein Gehalt gewiss auch anders investieren. Valter Birsa ist über die Rolle eines Mitläufers nie hinausgekommen

Die Verantwortlichen versuchen bereits seit längerer Zeit Robinho an den Mann zu bringen. In diesem Sommer soll es so weit sein und der Klub kann das üppige Salär des Brasilianers einsparen. Vizekapitän Kaka hat nach seiner Rückkehr in die Lombardei überzeugt. Doch wenn Milan einen klaren Schnitt und Neuanfang machen möchte, dann muss auch der 32-Jähirge gehen. Angeblich fasst der Ex-Weltfußballer einen Wechsel in die MLS ins Auge.

Keisuke Hondas Verpflichtung mag aus Marketinggründen ein Erfolg gewesen sein, sportlich gelingt dem Japaner in Italien bis dato gar nichts. Stürmer Giampaolo Pazzini hatte in Mailand nur mäßigen Erfolg und wird in der Zukunft nicht mehr benötigt.

Die sportliche Leitung ist nun gefragt. Der Neuaufbau muss konsequent betrieben werden, damit bald wieder Erfolge auf dem Rasen eingefahren werden können.

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