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Warum spielt Paul Pogba im Moment so schlecht?

Nach tollen eineinhalb Jahren bei Juventus ist der junge Mittelfeldstar nicht mehr konstant. Liegt es am Werben der Topklubs?

KOMMENTAR
Von Peter McVitie

In den letzte beiden Jahren hat Paul Pogba unter Beweis gestellt, dass er absolut in der Lage ist, eines Tages zur Elite der Fußballer weltweit zu zählen. Immer wieder wurde der zentrale Mittelfeldspieler für seine Ballbehandlung, seine Schnelligkeit, den Abschluss und sein Passspiel gerühmt. In den vergangenen drei Monaten ist von alldem allerdings nur noch wenig übrig. Ob es damit zusammenhängt, dass einige der größten Vereine der Welt versuchen, ihn von Juventus Turin wegzulocken?

Bereits in seiner ersten Saison nach dem Wechsel von Manchester United nach Turin im Sommer 2012 etablierte er sich als Leistungsträger bei den Bianconeri. Auch in dieser Saison lief es zunächst gut und ihm gelangen in der ersten Halbserie sechs Tore und vier Vorlagen in allen Wettbewerben. Die Lobeshymnen rissen nicht ab.

"Der kommende Star"

Seine Vorstellungen für Klub und Nationalmannschaft blieben auch einigen der größten Namen im europäischen Fußball nicht verborgen. "Pogba ist einzigartig. Vor ihm liegt eine glänzende Zukunft. Er ist ein kompletter Mittelfeldspieler", schwärmte Real Madrids Trainer Carlo Ancelotti. "Ob er zu Real sollte? Wieso nicht! Er ist neben (Marco) Verratti und Isco einer der besten jungen Mittelfeldspieler."

Louis van Gaal, Coach der Niederlande, nannte ihn "einen ganz besonderen Fall" und für Ruud Gullit ist er "der kommende Star".

Das viele Lob kommt nicht von ungefähr und nach eineinhalb Jahren in Diensten von Juventus buhlten einige der namhaftesten Klubs Europas um den 21-Jährigen. Darunter Real Madrid, Manchester United und Paris Saint-Germain. Und sie alle sind bereit, eine horrende Ablöse für ihn zu bezahlen. Gut möglich, dass die Liste der Interessenten noch länger wird.

Als die Avancen aus dem Ausland im Januar immer heftiger wurden, stand sogar ein kurzfristiger Wechsel Pogbas noch im Winter im Raum. Juventus stellte aber klar, dass es keinen Abschied zu diesem Zeitpunkt der Saison geben und sich seine Zukunft im Sommer entscheiden werde. Nun wirkt es so, als hätten sich all diese Spekulationen negativ auf seine Leistungen ausgewirkt.

Tiefpunkt in Neapel

Pogba hat längst nicht mehr den großen Einfluss auf das Juve-Spiel, wie er ihn noch zuvor ausgeübt hat. Beim Torschuss hat er stark nachgelassen und sein Passspiel ist unpräzise und kommt fahrig daher. Zuvor kreierte er bemerkenswert viele Chancen, auch das ist nicht mehr so zu sehen. Bestes Beispiel war sein Auftritt am Sonntag beim 0:2 gegen Napoli. Pogba nahm kaum an der Partie teil. Er spiele im Stadio San Paolo nur 16 Pässe und setzte damit einen neuen persönlichen Minusrekord in der Liga. Zudem kam von diesen 16 Pässen auch nur etwas mehr als die Hälfte an. Außerdem wird er kritisiert, weil er in der Defensive nicht mehr so stark mitarbeitet wie noch einige Monate zuvor.

Mit seinen 21 Jahren steckt er noch in seiner Entwicklung und er wird sein Spiel noch ändern. Da ist es normal, durch eine schwache, inkonstante Phase zu gehen. Leider haben PSG und Madrid dazu wohl ihren Teil beigtragen, indem sie ihm schöne Augen machten.

Dass dies für ihn verlockend ist, steht doch außer Frage. Die Klubs, die um ihn werben kämpfen aktuell um das Halbfinale im prestigeträchtigsten Wettbewerb Europas. Pogba und Juventus müssen dagegen in der Europa League ran und können sich da noch einen Bonus zum nahezu sicheren Titel in der Serie A hinzuverdienen. Er hat sich noch nicht eindeutig zu seinen Plänen geäußert. Aber dass er ins Grübeln kommt, erscheint nachvollziehbar.

Allerdings wäre Pogba auch gut beraten, wieder Konstanz in seine Leistungen zu bringen und wichtig für die Mannschaft zu werden, ehe er über einen Abschied vom Juventus Stadium nachdenkt. Ein Spieler, der in Zukunft um den Ballon d'Or kämpfen möchte, darf sich nicht so leicht von Spekulationen und Wechselgerüchten ablenken lassen.

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