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Joselu wird zum Objekt der Begierde: Das Feilschen hat begonnen

Torjäger Joselu hat Eintracht Frankfurt beim 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach aus der Abstiegszone geschossen. Jetzt beginnt das Gefeilsche um den starken Spanier ...

Frankfurt. Joselu hatte sich ein paar Stunden im Voraus einfach selbst beschenkt. Und das vorgezogene Geburtstagspräsent des neuen Torjägers machte alle bei Eintracht Frankfurt erst einmal richtig glücklich. "Jetzt ist er endlich da, wo ich ihn haben will", sagte Trainer Armin Veh nach dem 1:0 (1:0) gegen Borussia Mönchengladbach über seinen umjubelten Siegtorschützen. Wohlwissend, dass der Verbleib des von 1899 Hoffenheim ausgeliehenen Spaniers mit jedem weiteren Volltreffer unwahrscheinlicher wird.

Joselu nahm diese Diskussion nach dem "Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt" (Vorstandschef Heribert Bruchhagen) schulterzuckend zur Kenntnis. Viel lieber beschrieb er die Ereignisse am Vorabend seines 24. Geburtstages: "Perfecto". Mit seinem siebten Bundesliga-Saisontreffer (16.) - dem vierten in den vergangenen drei Partien - hatte er sich zuvor an die Spitze der mannschaftsinternen Torschützenliste geschossen.

Joselu: "Ich liebe die Fans"

Und der frühere Profi von Real Madrid (insgesamt elf Saisontore), der bei den "Königlichen" bereits an der Seite von Weltfußballer Cristiano Ronaldo spielte, machte der Eintracht zumindest leise Hoffnung auf seinen Verbleib am Main. "Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich spüre, dass die Fans mich mögen, und ich liebe die Fans. Alles weitere wird man nach der Runde besprechen müssen", sagte Joselu, der noch bis Saisonende von Hoffenheim ausgeliehen ist - für eine stattliche Gebühr von 700.000 Euro.

Interpretiert man die jüngste Ansage aus dem Kraichgau allerdings richtig, dann dürfte die Zeit des beidfüßigen und kopfballstarken Stürmers im Hessischen bald abgelaufen sein. "Wir gehen davon aus, dass er im nächsten Sommer bei uns aufschlägt", sagte Hoffenheims Manager Alexander Rosen am Mittwochabend über Joselu, der in Frankfurt "einen Schritt vorangekommen" sei.

Hübner: "Bemühen uns, ihn zu halten"

Einfach so ziehen lassen wollen die Eintracht-Verantwortlichen Joselu aber nicht. "Wir bemühen uns, ihn zu halten", kündigte Sportdirektor Bruno Hübner an. 2012 war der Iberer (Vertrag bis 2016) für eine Ablöse von sechs Millionen Euro von Real Madrid, wo er meist in der U23-Mannschaft spielte, nach Hoffenheim gewechselt.

Nach anfänglichen Problemen mit dem Defensivverhalten hat sich Joselu nach Meinung von Veh "toll" entwickelt. "Er hat Fähigkeiten, die nicht viele Stürmer haben", meinte der Frankfurter Coach und prophezeite: "Joselu kann noch besser werden."

Falls er nach der Saison die Bankenmetropole verlässt, würden die Eintracht-Fans auch die ausgefallene Jubelgeste des 24-Jährigen vermissen. Joselu feiert jeden seiner Treffer mit angedeuteten Schlitzaugen - ein Gruß an seine Freudin Melanie, die einst als Model in China gearbeitet hat.

Während sich die Hessen auch dank Joselu fast aller Abstiegssorgen entledigten und einen Acht-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 haben, kassierten die Gladbacher in Sachen Europa einen Dämpfer. Sportdirektor Max Eberl blieb trotzdem gefasst. "Man sollte nach dem Spiel nicht irgendwelche Tendenzen ableiten. Die Mannschaft, die den Fehler mehr gemacht hat, hat das Spiel verloren", meinte der Ex-Profi nach der schwachen Leistung der Borussen.

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