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Aaron Hunt wird nach dem Spiel beim 1. FC Nürnberg für sein Fair Play gelobt. Werder Bremen wäre es aber lieber, er würde seinen Vertrag mal bald verlängern.

Bremen. Eine Viertelstunde war noch zu spielen, es stand bereits 2:0 für Werder Bremen beim 1. FC Nürnberg, da wollte Aaron Hunt noch einen Elfmeter provozieren. Die Umsetzung des Vorhabens gelang grandios, es war die hohe Schule der Schauspielkunst. Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) pfiff nach dem Zweikampf zwischen Hunt und Verteidiger Javier Pinola auch sofort. Ausgeführt wurde der Elfmeter aber nicht. Hunt hatte ein schlechtes Gewissen bekommen. Er beichtete - Gräfe gab Schiedsrichterball.

"Ich wollte den Kontakt", berichtete Hunt hinterher erstaunlich freimütig, "er war auch da, aber ich habe doch eher eingefädelt." Der Kapitän des SV Werder handelte. "Es war schnell klar für mich, dass ich da die Wahrheit sage. So wollen wir kein Spiel gewinnen, auch, wenn es der Abstiegskampf ist", sagte Hunt. Von Pinola gab es danach einen dankbaren Händedruck. Er müsse "den Hut ziehen" vor Hunt, betonte der Nürnberger Mike Frantz, "das zeigt, warum er Kapitän ist".

Mal abgesehen davon, dass Hunt der Frage auswich, was er getan hätte, wäre das Spiel nicht bereits entschieden gewesen: Über seine Bedeutung für Werder Bremen gibt es derzeit keine zwei Meinungen. Kapitän ist er, und er zeigt entsprechend Führungsqualitäten. Beim 1:0 vor einer Woche gegen den Hamburger SV leitete er den Siegtreffer mit einem schicken Hackentrick ein, gegen den 1. FC Nürnberg wuchtete er den Ball vor dem Führungstreffer durch den starken Franco Di Santo (40.) an die Latte.

Hunt wegen Vertragsverlängerung im Zwiespalt

Kein Wunder also, dass Bremen lieber heute als morgen den Vertrag mit Hunt verlängern würde. Werder will, wie das immer umschrieben wird, finanziell bis an die Schmerzgrenze gehen, um den 27-Jährigen zu halten. Hunt jedoch, und das tat er auch in Nürnberg kund, befindet sich weiter im Zwiespalt. Er müsse "eine grundsätzliche Entscheidung" treffen, erläuterte er: "Ein Leben lang" Werder, "oder nochmal was Neues". Nein, "ausschließen will ich nichts", auch nicht einen Wechsel ins Ausland.

Trainer Robin Dutt sagte, er könne "sogar verstehen", wenn Hunt nach dann 13 Jahren Bremen was anderes machen wolle. Ein bisschen wird wohl eine Rolle spielen, wie die Perspektive bei Werder ist. Und nach dem Spiel beim 1. FC Nürnberg lässt sich sagen: Die Abstiegszone ist weit weg. Hunt betonte aber: "Wir sind immer noch mittendrin. Und wir haben am Ende noch ein schweres Programm, deshalb müssen wir schauen, dass wir die Siege jetzt holen."

Überzeugend war der Sieg in Nürnberg nicht. Dutt nannte ihn eine "sehr, sehr schöne Geschichte", weil auch er wusste: Der Club war besser. "Nürnberg hat mehr investiert in das Spiel", sagte Hunt, "aber wir waren sehr effektiv vor dem Tor." Einmal durch Di Santo, einmal durch Philipp Bargfrede (68.). Einen geschundenen Elfmeter brauchte es deswegen wirklich nicht mehr.

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