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Wiese löst Vertrag bei 1899 Hoffenheim auf

Der Ex-Nationaltorhüter hat seinen Vertrag beim Bundesligisten am Dienstag aufgelöst. Dies gaben die Kraichgauer offiziell bekannt.

Sinsheim. Seine Verpflichtung galt als Transfercoup, am Ende wurde sie zum großen Missverständnis: Nach gut anderthalb Jahren und einer schier endlosen Hängepartie hat Torhüter Tim Wiese seinen hochdotierten Vertrag bei 1899 Hoffenheim aufgelöst. Dies bestätigten die Kraichgauer am Dienstagnachmittag.

Über die Details der Vereinbarung gab der Klub keine Auskunft. Die Gespräche seien aber von beiden Seiten stets mit dem Ziel und klaren Willen geführt worden, eine vernünftige Lösung für alle Beteiligten zu finden, teilte der Verein mit. "Wir sind sehr erleichtert, dass uns dies gelungen ist und wir ein weiteres schwieriges Thema zufriedenstellend gelöst haben", sagte Peter Rettig, Vorsitzender der 1899-Geschäftsführung

Wiese will "Zukunft in aller Ruhe zu überdenken"

Wiese bezeichnet die gefundene Übereinkunft als "eine Grundlage", die ihm "neue Optionen und Perspektiven" schafften. Der 32-Jährige will die veränderte Situation zunächst einmal dazu nutzen, "nach einer für mich und meine Familie nicht gerade leichten Zeit den Blick nach vorne zu richten und meine Zukunft in aller Ruhe zu überdenken".

Rettig dankte Wiese ausdrücklich für die Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten. In den Gesprächen habe er "Tim als stets fairen Sportsmann kennengelernt".

Wiese, dessen Arbeitspapier noch bis zum 30. Juni 2016 Gültigkeit besessen hätte, soll eine Abfindung im mittleren einstelligen Millionenbereich erhalten. Mit geschätzten 3,5 Millionen Euro Jahresgehalt gehörte der ehemalige Nationalkeeper, der im Februar 2012 gegen Frankreich sein bis dato letztes Länderspiel bestritten hatte, bei den Hoffenheimern zu den Top-Verdienern.

Und eigentlich wollte der Ex-Bremer nach seinem Wechsel am 1. Juli 2012 mit der TSG auch sportlich noch einmal voll angreifen, sich unter anderem für die WM-Endrunde 2014 in Brasilien empfehlen. Unter den Hoffenheimer Trainern Markus Babbel, Marco Kurz und Markus Gisdol wurde Wiese zwar erst zum Kapitän ernannt, später allerdings im Eiltempo zur Nummer drei degradiert und letztlich auf die Tribüne verbannt. Nach der Abschiebung in die sogenannte "Trainingsgruppe 2" sorgte der Profi, der die Erfahrung von 269 Bundesliga- und 55 Europacupspielen aufweist, in Hoffenheim zudem vielmehr durch Eskapaden abseits des Platzes für Schlagzeilen.

Ein Sorgenkind weniger

Nach Joselu, Stephan Schröck, Eren Derdiyok und Tobias Weis hat der Klub von Mäzen Dietmar Hopp nun also ein weiteres prominentes Sorgenkind aus dem "Kreis der Aussortierten" weniger. Eine Lösung im "Problemfall Wiese" hatte sich dabei bereits im Trainingslager der Kraichgauer in Murcia/Spanien abgezeichnet.

"Wir haben immer gesagt, dass wir an Lösungen interessiert sind. Es muss aber für die Spieler, den aufnehmenden Verein und für uns tragbar sein", berichtete Profifußball-Direktor Alexander Rosen dort unlängst mit Blick auf Wiese und Co. dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Wir sind permanent in Gesprächen und im Austausch mit den Beratern."

Immer wieder war Wiese zuvor vorgeworfen worden, seinen millionenschweren Vertrag in Hoffenheim nur aussitzen zu wollen. Angebote aus Russland hatte er abgelehnt ("Ich wollte da nicht hin") und vielmehr auf eine weitere Möglichkeit bei seinem damaligen Arbeitgeber gepocht.

Bereits Ende vergangenen Jahres war das Tischtuch aber längst zerschnitten. Nach der Auflösung der umstrittenen "Trainingsgruppe 2" verzichtete Wiese auf das Training mit der U23 und äußerte stattdessen den Wunsch nach einem "gesonderten Einzeltraining". Der Klub entsprach dem Anliegen, Wiese trainierte wie ein Verrückter und nahm sechs Kilogramm zu. "Reine Muskelmasse", wie er betonte.

Und trotz des Kampfgewichts von rund 100 kg und fehlender Spielpraxis zählt sich Wiese noch immer zu den besten Keepern der Bundesliga. "Höchstens zwei bis drei Spiele würde ich benötigen, um wieder der Alte zu sein", sagte er.

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