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Wer hätte das gedacht: Marcelo Salas verhinderte einst den Transfer von Ronaldo zu Juve. Einige Dinge hätten sich in den letzten zehn Jahren vermutlich anders entwickelt.

Von Kris Voakes

Die Legende besagt, dass es die Spieler von Manchester United waren, die Sir Alex Ferguson dazumal zur Verpflichtung von Cristiano Ronaldo drängten. "Sie müssen ihn holen, Boss", sollen sie nach der 1:3-Pleite gegen Sporting Lissabon in einem Testspiel 2003 zur ihrem schottischen Vorgesetzten gesagt haben.

Nun war Ferguson nicht unbedingt derjenige, der sich gerne etwas sagen ließ, zumal ein Großteil des Deals zu diesem Zeitpunkt längst abgewickelt war. Dennoch: Es war jene Nacht in Lissabon, welche schließlich die Entscheidung Fergusons besiegelte. Er kaufte das 18 Jahre alte Talent für 15 Millionen Euro Ablöse.

Sechs Jahre später war Ronaldo die größten Attraktion des Fußballs. 118 Tore hatte er in 282 Partien für Manchester United erzielt. In seiner famosen Ballon-d'Or-Saison 2007/08 waren ihm gar 42 Treffer in 49 Begegnungen gelungen. Real Madrid gab später die Weltrekordsumme von 94 Millionen Euro für ihn aus und der Hype um ihn nahm noch weiter zu.

Salas war das Zünglein an der Waage

Aber spulen wir zurück ins Jahr 2003. Damals wäre Ronaldo um ein Haar nicht mehr im Freundschaftskick gegen United aufgelaufen. Vielmehr sollte damals Marcelo Salas im weiß-grünen Trikot spielen. Jedenfalls, wenn es nach Juventus gegangen wäre. Denn in jenem Sommer waren die Bianconeri scharf auf Ronaldo.

Schenkt man dem damaligen Generaldirektor Luciano Moggi Glauben, gab es damals schon eine Einigung. "Es war alles klar mit Sporting Lissabon, Dokumente waren unterzeichnet. Wir hatten ein Tauschgeschäft mit Cristiano und Marcelo Salas vereinbart. Salas hatte den Wechsel akzeptiert und wir reisten zu weiteren Verhandlungen nach Portugal. Doch dann machte er einen Rückzieher und entschied sich für einen Transfer nach Argentinien zu River Plate", verriet Moggi Sphera Sports.

Die Turiner Verantwortlichen wussten, dass Salas ihre einzige Hoffnung auf einen Vollzug war. Ihnen fehlten die finanziellen Mittel, um die Ablöse für Ronaldo zu stemmen. Als der Chilene seine Meinung änderte, war die Zukunft des Teenagers wieder völlig offen.

"Wir hatten ein Tauschgeschäft mit Cristiano und Marcelo Salas vereinbart. Salas hatte den Wechsel akzeptiert. Doch dann machte er einen Rückzieher und entschied sich für einen Transfer nach Argentinien zu River Plate."

- Luciano Moggi

"Das war der Moment, an dem Manchester United sich einmischte", so Moggi. "Sie boten Millionen und wir hatten kein Geld, um dagegenzuhalten. Ich musste vom Vertrag zurücktreten. Cristiano Ronaldo hätte zu Juventus Turin wechseln können, als er 18 Jahre alt war."

Kleine Details machen im Fußball manchmal große Unterschiede aus. Hätte Salas nicht dazwischengefunkt, hätte die Alte Dame ihren Wunschspieler bekommen. Und vielleicht wären es nun, zehn Jahre später, die Blancos, die noch vom Einfluss des Angreifers im Hinspiel vor zwei Wochen frustriert sind. Und anstelle von Antonio Conte wäre es nun Carlo Ancelotti, der sich Gedanken machen muss, wie er den Torjäger stoppt.

Hätte CR7 es auch ohne Ferguson nach ganz oben geschafft?

Wer weiß, vielleicht wäre er aber auch in die Fustapfen Zinedine Zidanes getreten und hätte den Schritt nach Madrid ohnehin irgendwann gemacht. Schließlich hing sein Herz seit seiner Kindheit an einem Engagement beim spanischen Rekordchampion und diesen Traum erfüllte er sich 2009.

Sicher ist nur, dass Salas mit seiner Weigerung 2003 die Geschichte veränderte und Juve einer möglichen Legende beraubte. Fans von Manchester United werden immer darauf verweisen, dass es Ferguson war, der Ronaldo zu dem Spieler formte, der er heute ist. Andere hingegen behaupten, der 28-Jährige sei mit soviel Talent gesegnet, dass er es auch ohne seinen Stopp in Manchester ganz nach oben geschafft hätte.

Diese Ära wird von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo dominiert, einer der beiden Weltstars hätte gut und gerne auch in einem weiß-schwarzen Trikot für Furore sorgen können. Hätte Juventus doch nur 15 Millionen Euro zur Verfügung gehabt, als es darauf ankam.

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